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topplus Pflanzenschutzmarkt

Weniger Pflanzenschutzmittel in Deutschland

Der weltweite Markt für Pflanzenschutz wächst, in Deutschland sinkt er 2018 im vierten Jahr in Folge. Für 2019 hofft der IVA auf ein normales Jahr.

Lesezeit: 4 Minuten

Der Unterschied könnte nicht größer sein: Während der Pflanzenschutzmarkt weltweit wächst, sinkt er in Deutschland weiter. Aktuelle Zahlen dazu präsentierte der Industrieverband Agrar(IVA) kürzlich auf seiner Jahrespressekonferenz.

Der Weltpflanzenschutzmarkt ist 2018 erneut gewachsen. Die Firmen setzten insgesamt 47,9 Mrd. € (56,5 Mrd. US-$) um. Asien ist inzwischen mit einem Anteil von 30,2 % der größte Markt, gefolgt von Lateinamerika mit 23,8 %. Europa hat am weltweiten Pflanzenschutzmittelmarkt einen Anteil von 22,6 %, die USA, Kanada und Mexico (Nafta) machen 19,6 % aus.

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Gegen den weltweiten Trend entwickelte sich der Nettoumsatz von Pflanzenschutzmitteln 2018 in Deutschland: Das Geschäftsjahr belief sich auf 1,282 Mrd. €. Das bedeutet für die IVA-Mitgliedsunternehmen ein Minus von 7,4 % gegenüber dem Vorjahr (1,385 Mrd. €). Damit fiel das Niveau des Markts unter das des Jahres 2011 (1,291 Mrd. €). Ein wesentlicher Grund dafür sei die Dürre 2018 und die damit einhergehenden schlechten Ertragserwartungen der Landwirtschaft, erklärt IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm die Ergebnisse. Zudem war der Krankheitsdruck im Getreide im Vergleich zum langjährigen Mittel eher gering. Für die Saison 2019 hofft Schramm auf ein normales Jahr, der Saisonstart sei jedoch eher verhalten gewesen.

Minus bei Herbiziden und Fungiziden

Der deutsche Herbizidumsatz sank gegenüber 2017 um 4,4 % auf nun 568 Mio. €. Weniger Herbstbehandlungen im Getreide und im Raps wirkten deutlich auf den Markt. Aufgeschlüsselt sieht das wie folgt aus:

  • Im Vergleich zu 2017 setzten die Landwirte mehr Getreideherbizide ein, die Herbstbehandlungen blieben jedoch hinter denen der Vorjahre zurück. Das lässt sich auf die anhaltende Trockenheit zurückführen.
  • Der Markt für Rübenherbizide stieg um insgesamt 2 bis 3 %, dank Flächenzunahme und einem höheren Marktpreis. Die Produktknappheit von blattaktiven Rübenherbiziden und einem gleichzeitig hohen Bedarf prägten den Markt.
  • Mit der Maisfläche wuchs auch der Markt für Maisherbizide um ca. 3 %.
  • Deutlich weniger Rapsherbizide kamen 2018 auf den Acker. Neben einer deutlich reduzierten Anbaufläche entwickelten sich auch viele Bestände nur zögerlich. Im Norden und Osten wurden mehr als 10 % der Rapsbestände umgebrochen.

Der Fungizidumsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 12,3 % zurück und beträgt 499 Mio. €. Hier die Fungizide im Detail:

  • Der Marktwert der Getreidefungizide sank deutlich mit circa 16 %. Der Krankheitsdruck blieb während der gesamten Vegetationsperiode unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Besonders im Norden nahm das Marktvolumen extrem ab. Die frühen Behandlungstermine entfielen oder wurden reduziert. Ab Mai sorgte die Trockenheit für verringerte Ertragserwartungen und daraus folgend für geringere Bereitschaft, in den Pflanzenschutz zu investieren.
  • Der Fungizideinsatz im Raps sank merklich. Die Maßnahmen zur Einkürzung und für den frühen Pilzschutz waren rückläufig. Außerdem drückte die Zunahme generischer Produktangebote den Marktwert.
  • Der Markt für Kartoffelfungizide bewegte sich unter dem Vorjahresniveau. Der unterschiedliche Krankheitsdruck sorgte für auffällige regionale Unterschiede. Im Norden führte die Trockenheit zu stark reduzierten Anwendungen. Aufgrund infektiöser Witterung sank die Anwendungshäufigkeit im Süden nur leich.

Der Insektizidumsatz lag mit 132 Mio. € um 3,1 % über dem Wert des Vorjahres. Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst 2018 stieg der Markt für Getreideinsektizide, im Herbst vor allem wegen Blattläusen im Wintergetreide. Der Markt für Rapsinsektizide ist im Frühjahr 2018 hingegen leicht gesunken, stieg zu den Herbstaussaaten dann stärker als 2017.

Der Umsatz der „sonstigen“ Pflanzenschutzmittel wie beispielsweise Wachstumsregulatoren, Rodentizide und Molluskizide ging um insgesamt 11,7 % auf 83 Mio. € zurück. Der Wachstumsregulatoren-Markt schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um fast 10 %. Wegen der kühlen Witterung im Februar und März 2018 entfielen frühe Behandlungen und die Intensität sank insgesamt. Außerdem führten erneut Preissenkungen zu Marktverlusten in diesem Teilmarkt. Der Molluskizidumsatz war rückläufig, durch die anhaltende Trockenheit war das Schneckenaufkommen deutlich geringer. Entsprechend weniger Schneckenköder kamen im Herbst zum Einsatz.

Pflanzenschutzmittel für Haus und Garten erzielten im Jahr 2018 einen Umsatz von 60,9 Mio. € und lagen damit annähernd auf dem Niveau des Vorjahres (60,6 Mio. €). Berechnungsbasis sind die Bruttopreise der Hersteller an den Handel.

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