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Wird die Braugerste zur Nischenkultur?

Kurze Zeit vor der Aussaat wird bei den Landwirten in Rheinland-Pfalz das Thema "Braugerste" überwiegend mit negativen Vorzeichen diskutiert. Es muss mit einem Rückgang der Anbaufläche in den Höhengebieten um mindestens 20 % gerechnet werden, erklärt Manfred Schnorbach von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz.

Lesezeit: 4 Minuten

Kurze Zeit vor der Aussaat wird bei den Landwirten in Rheinland-Pfalz das Thema "Braugerste" überwiegend mit negativen Vorzeichen diskutiert. Es muss mit einem Rückgang der Anbaufläche in den Höhengebieten um mindestens 20 % gerechnet werden, erklärt Manfred Schnorbach von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Relativ stabil dürfte der Anbau dagegen in den südlichen Frühdruschgebieten bleiben. Insgesamt könne daher in Rheinland-Pfalz 2010 mit einer Braugerstenfläche von knapp 40 000 ha gerechnet werden, was etwa einer Halbierung der Anbaufläche seit 2003 entsprechen würde.


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In Rheinland-Pfalz wurde über Jahrzehnte die Anbauplanung der Marktfruchtbetriebe vor allem in den Höhengebieten wesentlich von der Sommergerste bestimmt. In den letzten Jahren hat die Kultur vor allem zu Gunsten des Weizens an Bedeutung verloren (Tabelle 1), wenngleich auch beim Weizen das Preisniveau eher niedrig und die Volatilität des Preises dem der Braugerste vergleichbar war, erklärt der Berater weiter. Allerdings hätten die Durchschnittserträge beim Weizen in den letzten Jahren, nach den Ergebnissen der besonderen Ernteermittlung, um 20 dt/ha höher gelegen (Tabelle 2). Zusätzlich würden die Marktwarenrisiken durch hohe Qualitätsansprüche bei Vollgerste und Eiweiß, die oft "vom Acker" nicht erreicht wurden, die Wettbewerbsposition der Braugerste belasten (Tabelle 3). "Mit Preisdifferenzen von 0,56 Euro/dt bei A-Weizen zur Freien Ware Braugerste und maximal 3,19 Euro zu B-Weizen zur Vertragsware Braugerste in den Extremen wird das Anbau- und Marktwarenrisiko trotz höherer variabler Kosten von etwa 100 Euro/ha beim Weizen offenbar nicht ausgeglichen" so Schnorbach.



Die Ungewissheit über die tatsächliche Entwicklung der Braugerstenflächen erschwert seiner Meinung nach ganz erheblich Prognosen zur Entwicklung der Preise, die trotz aller Einflüsse von Spekulanten doch noch wesentlich an von den physischen Märkten, also dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage der Ware, bestimmt werden. Unstrittig sei allerdings, dass derzeit der Braugerstenmarkt analog dem gesamten Getreidemarkt bis weit in das Jahr 2010 hinein ausreichend mit qualitativ hochwertiger Ware Deutschland-, EU- und gar Weltweit versorgt sei. Demnach gelten eindeutig die Regeln eines Käufermarktes, die nicht gerade die Position der Anbauer stärken. Dennoch sollten die Landwirte, vor der Entscheidung für oder gegen den Braugerstenanbau, die derzeitigen, wenn auch nur vereinzelten Preissignale des Handels für Braugerste aus der Ernte 2010 für etwa 12 Euro/dt frei Handelslager in der Ernte und etwa 15 Euro/dt frei Handelslager im Januar 2011 vermarktet, prüfen und auf der Basis einer betriebsindividuellen Vollkostenrechnung bewerten. Darüber hinaus sollten die Betriebsleiter die modernen Informationsquellen zur intensiven Marktbeobachtung nutzen und im engen Dialog mit dem Handelspartner ihre Vermarktungsstrategien angesichts nach wie vor großer Volatilität der Preise und tagesaktuellen Geboten abstimmen. Ein Verkauf in Teilmengen biete dabei die Möglichkeit am Marktgeschehen teilzunehmen, aber auch Produktionskosten abzusichern und Liquidität zu erhalten. Angesichts des eindeutig bekundeten Interesses der Mälzer an heimischer Braugerste sei eine Anpassung der Produktion an den eher rückläufigen Bedarf zwar notwendig, ein Ausstieg aus dem Braugerstenanbau aber mittel- und langfristig gesehen, sicher nicht die richtige Entscheidung. Dies auch vor dem Hintergrund der Einschätzung von Marktbeobachtern und der Branche selbst, dass vor dem Hintergrund eines weiteren Deutschland- und EU-weiten Flächenrückgangs, sich die Preise bei der dann doch knappen Versorgung des Marktes mit Qualitätsbraugerste erholen und auf einem höheren Niveau festigen werden. Nach Einschätzung der Branche werden für die Preisfindung allerdings regionale Märkte keine Bedeutung mehr haben. Preisbestimmend sind wie bei Getreide allgemein und Raps auch die globalen Märkte.


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