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Zahlen zur EU-Getreideernte differieren deutlich

Zum Abschluss der Getreideernte 2009 in der Europäischen Union gehen die Schätzungen über deren Höhe noch deutlich auseinander.

Lesezeit: 5 Minuten

So rechnen die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) mit einem deutlich niedrigeren Aufkommen als der EU-Dachverband des Getreide- und Futtermittelhandels (COCERAL). COPA und COGECA veranschlagen die Ernte in ihrer aktuellen Schätzung auf 285,2 Mio t. Demgegenüber geht COCERAL jetzt von einer Produktion von 292,7 Mio t aus, mithin eine Differenz von 7,5 Mio t, was knapp der Getreideerzeugung Tschechiens in diesem Jahr entspricht.


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Auch die EU-Rekordernte 2008 wird vom Handel im Rückblick höher eingestuft als vom landwirtschaftlichen Berufsstand, und zwar um glatt 2 Mio t: 309,9 Mio t verglichen mit 307,9 Mio t lauten die ausgewiesenen Mengen. Die Abweichungen im Hinblick auf die diesjährige Getreideproduktion fußen auf unterschiedlichen Schätzungen der Fläche und des Ertrags: Das zur Ernte 2009 mit Getreide bestellte Areal in der Gemeinschaft gibt COCERAL mit 58,4 Mio ha an, COPA und COGECA mit 57,7 Mio ha. Beim durchschnittlichen Ertrag fällt die Schätzung des Handels ebenfalls höher aus als die des Berufsstandes. Auffallend ist, dass COPA und COGECA aber die diesjährige deutsche Getreideernte höher veranschlagen als COCERAL, und zwar auf 49,5 Mio t. Der EU-Dachverband des Getreide- und Futtermittelhandels hält sich dagegen an die im August vom Bundeslandwirtschaftsministerium ausgewiesenen 49,3 Mio t. Im Falle Frankreichs schätzt der Handel die Produktion mit 70,4 Mio t demgegenüber um knapp 0,2 Mio t höher als COPA und COGECA.


Wesentlich weniger Weizen in Großbritannien


Im Einzelnen veranschlagen COPA und COGECA die EU-Weichweizenernte auf 128,7 Mio t; das wären 11,3 Mio t oder gut 7 % weniger als im Vorjahr. Während in Frankreich das Aufkommen um rund 1 % auf 37,3 Mio t gestiegen sein soll, wird für Deutschland eine Abnahme der Weichweizenerzeugung um 3,5 % auf 25,0 Mio t ausgewiesen. Besonders stark ist im Vergleich zur Menge von 2008 die Produktion in Großbritannien gesunken, und zwar laut COPA und COGECA um fast ein Fünftel auf 13,9 Mio t. Der britische Bauernverband (NFU) schließt inzwischen sogar einen Rückgang auf weniger als 13 Mio t nicht aus. Aufgrund sehr ungünstiger Witterungsbedingungen im vergangenen Herbst schränkten die britischen Farmer den Weizenanbau zur Ernte 2009 um mehr als 13 % ein. Auch die Erträge blieben nach einer Umfrage des NFU deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Da sich die Landwirte gezwungen sahen, mehr Sommergerste anzubauen, erhöhte sich die britische Gerstenproduktion aber im Jahresvergleich um gut 2 % auf 6,3 Mio t. Die gesamte Getreideernte Großbritanniens schätzen COPA und COGECA auf 21,0 Mio t, was gegenüber 2008 eine Abnahme um etwa 14 % bedeuten würde. COCERAL veranschlagt das Aufkommen auf 21,6 Mio t; das wären 12 % weniger als im Vorjahr. Um den gleichen Prozentsatz verfehlte diesem Handelsverband zufolge auch die Produktion in Italien das Ergebnis von 2008. Eingebracht wurden dort laut COCERAL 17,6 Mio t, nach zuvor 20,0 Mio t.


Fast 30 Millionen Tonnen in Polen?


Noch kräftiger fiel aufgrund misslicher Witterungsbedingungen das Minus in Spanien aus, wo die Getreideernte nach Schätzung von COPA und COGECA nur 16,1 Mio t erreichte und so um 6,7 Mio t beziehungsweise 29 % unter der Menge von 2008 blieb. Laut COCERAL sank die Produktion in Spanien um 6,2 Mio t auf 17,0 Mio t. Drittgrößter Getreideerzeuger in der EU hinter Frankreich und Deutschland ist Polen. Die Schätzung von COPA und COGECA für die polnische Getreideernte liegt mit 25,7 Mio t deutlich unter der Angabe von COCERAL, die der des Statistikamtes in Warschau entspricht. Danach brachten die polnischen Bauern dieses Jahr 27,9 Mio t Getreide ein. Auch bei den Zahlen für 2008 weichen die beiden EU-Dachverbände im Fall Polens deutlich voneinander ab; COPA und COGECA liegen hier mit 24,6 Mio t um 2,3 Mio t unter der Menge, die COCERAL ausweist. Nahezu auf identischem Niveau werden hingegen die Ernten für Rumänien und Ungarn veranschlagt, nämlich auf jeweils 15,8 Mio t beziehungsweise auf 13,3 Mio t und 13,5 Mio t. Auch die Schätzungen für die Getreideerzeugung in Dänemark liegen mit 9,1 Mio t und 9,2 Mio t dicht beieinander, wobei aber die Zahlen zur dänischen Gerstenernte um 0,5 Mio t differieren. Das gesamte diesjährige Gerstenaufkommen der EU veranschlagen COPA und COGECA auf 60,2 Mio t, gegenüber 64,5 Mio t im Jahr 2008. COCERAL weist einen Rückgang von 65,6 Mio t auf 61,7 Mio t aus. Besonders stark zu Buche schlägt dabei die Abnahme der Gerstenproduktion in Spanien um mehr als ein Drittel auf 6,95 Mio t beziehungsweise 7,3 Mio t.


Forderung nach Maisintervention


Weniger deutlich ist der Unterschied der Schätzungen für die EU-Maisernte: COCERAL veranschlagt das Aufkommen auf 56,8 Mio t, COPA und COGECA auf 56,2 Mio t. Die betreffenden Vorjahresmengen lauten 60,5 Mio t und 62,3 Mio t. Frankreichs Maisernte 2009 wird vom EU-Dachverband des Getreide- und Futtermittelhandel derzeit auf 15,1 Mio t geschätzt, vom Berufsstand auf 14,7 Mio t. Eine starke Abweichung zeigt sich aber bei der Beurteilung der diesjährigen Maisernte in Italien. Laut der Schätzung von COCERAL dürften dort 8,8 Mio t eingebracht worden sein, COPA und COGECA zufolge aber lediglich 7,5 Mio t. Jüngste Meldungen aus wichtigen italienischen Anbaugebieten deuteten darauf hin, dass die wegen des zu nassen Aprils und des Maiswurzelbohrerbefalls befürchteten Ertragsausfälle nicht ganz so hoch sind wie zunächst befürchtet. Eine deutlich höhere Maisernte als 2008 wird für Rumänien ausgewiesen, wobei COPA und COGECA hier von 8,3 Mio t ausgehen und COCERAL von 8,1 Mio t. Dagegen haben die Landwirte in Ungarn voraussichtlich erheblich weniger Mais gedroschen als im vergangenen Jahr. Auch hier stimmen die Schätzungen beider Dachverbände mit 7,5 Mio t und 7,6 Mio t nahezu überein. Trotz der im Jahresvergleich spürbar kleineren Erntemenge kam angesichts der niedrigen Preise aus Ungarn die Forderung an die EU-Kommission, die Intervention von 500 000 t Mais im laufenden Wirtschaftsjahr zu ermöglichen. Bekanntlich wurde die Interventionsmenge für Mais auf "Null" gesetzt.

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