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Eigenversorgung von Fleisch, Milch, Zucker und Kartoffeln über Bedarf

Was vielen bis vor kurzem noch eine Selbstverständlichkeit zu sein schien, rückt angesichts der Coronakrise und der Hamsterkäufe wieder in den Blickpunkt: die Versorgung mit Lebensmitteln.

Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist in Deutschland gesichert. Die Lebensmittellieferketten sind intakt und funktionieren weiterhin auch grenzüberschreitend. Die deutsche Landwirtschaft produziert genug, um die Bevölkerung ernähren zu können. Gradmesser dafür ist der Selbstversorgungsgrad. Aktuelle Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) zeigen, dass in Deutschland deutlich mehr Fleisch, Milch, Zucker und Kartoffeln erzeugt werden als wir für den Eigenbedarf benötigen. Bei Obst, Gemüse und Honig besteht hingegen Importbedarf.

BZL

Selbstversorgungsgrad 2018 (Bildquelle: BZL)

Empörung über Spiegel-Artikel

Für Verärgerung unter den Landwirten hatte am Dienstag ein Artikel im Spiegel gesorgt, der Aussagen von "Land schafft Verbindung" falsch dargestellt, gedeutet und dramatisiert hatte - wir berichteten. Dort hieß es, Landwirte würden mit Versorgungsengpässen drohen, wenn die Abstimmung zur neuen Düngeverordnung am Freitag nicht verschoben wird.

Empört reagierte daraufhin auch der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands (RLV,) Bernhard Conzen: "Wir sagen in aller Deutlichkeit: Von den im Spiegelbeitrag erwähnten „Drohgebärden“ oder gar „Produktionsstopps“ distanzieren wir uns als Rheinischer Landwirtschafts-Verband“, so Conzen.

Natürlich sei es nach wie vor wichtig, politische Themen im Blick zu behalten. Aber in der aktuellen Corona-Krise stehe für die rheinischen Bauern die Versorgung der Bevölkerung mit frischen und hochwertigen regionalen Lebensmitteln an oberster Stelle. Ärzte, Krankenschwestern, Verkäufer und viele andere Berufsgruppen, so auch Landwirte, gäben im Moment wirklich alles, um in der schwierigen Situation mit zahlreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens für uns alle zu sorgen. „Wir sind jetzt gefordert, zusammenzuhalten und in gemeinsamer Verantwortung die große Herausforderung „Corona“ zu meistern“, so der RLV-Präsident.

Ähnlich äußerte sich WLV-Präsident Hubertus Beringmeier: „Die heimische Landwirtschaft wird für die Dauer der Corona-Pandemie die Versorgung der Bevölkerung mit sicheren und hochwertigen Nahrungsmitteln weiter-hin sicherstellen.“

Die Redaktion empfiehlt

In Zeiten von Corona sorgte die Meldung „Bauern drohen mit Versorgungsengpässen“ auf spiegel.de am Dienstagnachmittag für viel Diskussion. Land schafft Verbindung Deutschland klärt auf.


Diskussionen zum Artikel

von Erwin Imschloss

Falsche Darstellung

Würde man in diese Rechnung Importfuttermittel mit einbeziehen, sähe die Sache ganz anders aus. Die hohe Selbstversorgung bei Milch, Fleisch könnten schnell ins Minus rutschen, wenn wir alles Futter selber anbauen müßten. Für unsere Versorgungssicherheit und auch aus ökologischen ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Frage an Top Agrar:

Warum verstecken Sie den Artikel über den Spiegel Skandal unter der Selbstversorgungsgrad Aufstellung?

Anmerkung der Redaktion

Der ist nicht versteckt, wir hatten schon berichtet, das hier ist nur noch mal ein Zusatz, um das Thema weiter aktuell zu halten bzw. diese Stimmen sind erst später gekommen von den Verbänden https://www.topagrar.com/panorama/news/lsv-vs-spiegel-landwirte-stellen-lebensmittelversorgung-sicher-12007766.html

von Rudolf Rößle

Landwirte

bei uns ist arbeitstechnisch Corona kein Thema auf den Höfen. Frühjahr ist nur einmal im Jahr. So lange uns Krankheit nicht lähmt, ist alles wie immer.

von Gerd Schuette

Der Selbstversorgungsgrad bezieht sich auf die nachgefragte Menge in der Vergangenheit. Sollten einzelne Nahrungsmittel nicht ausreichend zur Verfügung stehen so weicht der Verbraucher auf andere Produkte aus, das Nachfrageverhalten ändert sich und die Berechnung des ... mehr anzeigen

von Norbert Schulze-Darphorn

Veraltete Zahlen

Gibt es eigentlich keine aktuellen Zahlen zum Selbstversorgungsgrad ? Wir haben zwei Dürre Jahre hinter uns da währen neuere Zahlen schon interessant.

von Gerhard Steffek

Im Grunde

reichen aber schon diese Zahlen um zu zeigen das die heimische Erzeugung auf Kante genäht ist. Was helfen 160 % Zucker, wenn ich nur 90 % Getreide habe. Mehl denke ich ist wichtiger als Zucker, denn aus ersterem mache ich das Brot.

von Wilhelm Grimm

Hat der "SPIEGEL" extra gegen die Landwirtschaft

einen neuen Relotius angestellt ?

von Andreas Gerner

Gut erkannt

Hätte Relotius nur gegen Landwirte geschrieben, wäre er immernoch im Geschäft, weil sich speziell da im Hause Spiegel niemand an Ungerechtigkeit stört. ... mehr anzeigen

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