Neuer Verein wirbt für Offenstallhaltung von Schweinen

Offenfrontstall Offenfrontstall für Schweine
Bild: Werkbild
Bessere Haltungsbedingungen für die Schweine schaffen, das ist das Hauptziel des neuen „Vereins zur Förderung der Offenstallhaltung von Schweinen“, der jetzt im niedersächsischen Osnabrück gegründet wurde. „Wir wollen mit dem Offenstall-Konzept eine artgerechte Haltung von Schweinen fördern, indem wir die Haltungsbedingungen nachhaltig verbessern. Landwirten wollen wir zeigen, dass diese Art der Tierhaltung auch wirtschaftlich sein kann. Wir wollen Landwirte motivieren, sich bei einem Stallneu- oder Umbau für die Offenstallhaltung zu entscheiden und mit unserer Erfahrung den Landwirt unterstützen“, heißt es dazu auf der Homepage des Vereins (www.offenstall.com). Darüber hinaus wollen sich die 14 Gründungsmitglieder, darunter Landwirte, Schlachtbetriebe, Tierärzte und Wissenschaftler, dafür einsetzen, dass der Lebensmittelhandel mehr Fleisch aus alternativen Haltungsverfahren listet.

Wie die Initiatoren betonen, muss mindestens eine Seite des Stalles komplett offen sein, so dass die Schweine natürlichen Klimareizen ausgesetzt sind. Gründungsmitglied ist unter anderem Rudolf Wiedmann, ehemaliger Berater für Schweinehaltung in Baden-Württemberg. Der Agrarbiologe hat unter anderem die sogenannten PigPort-Ställe für Schweine entwickelt. Für Wiedmann hat die Haltung in Offenfrontställen gleich mehrere Vorteile:

  • Mehr Natur: Viel frische Luft und natürliche Witterungseinflüsse wie warm, kalt, feucht, windig, sonnig sorgen für ein besseres Wohlbefinden
  • Mehr Bewegungsfreiheit: Die Schweine haben fast doppelt soviel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben
  • Mehr Tageslicht: Permanent natürliches Tageslicht mit Tag- und Nachtgefühl kommt den natürlichen Grundbedürfnissen eines Schweins entgegen
  • Mehr Hygiene: Vier tiergerechte Funktionsbereiche: liegen, fressen, koten, bewegen sorgen für mehr Sauberkeit, weniger Gerüche und mehr Wohlgefühl
  • Mehr Komfort: Schweine können beim Ruhen zwischen einem warmen eingestreuten Liegebereich (Winter) oder eher nassen, kühlen Betonboden (Sommer) wählen
  • Mehr Wohlbefinden: Die Schweine sind robust, vital und ausgeglichen
  • Mehr Umweltschutz: Sehr geringere Emissionen (minus 60% in ersten Einzelgutachten), gute CO2-Bilanz (geringer Verbrauch an Lüftungs- und Heizungsenergie)
Interessierte Landwirte können sich direkt beim Verein unter der Telefonnummer 0541/1218145 oder per E-Mail info@offenstall.com melden.
 
 

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3 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Reinhard Scharrer · 1.
    Offenstallhaltung

    Wir haben seit 20 Jahren einen Offenstall ( Bettenstall) von Haka nach dem " Nürtinger System". Wir sind mit dem Stall sehr zufrieden, und ich kann die Vorteile die Herr Wiedmann oben aufgeführt hat, nur bestätigen. Auch bei starkem Frost hat es selten unter 0° C im Stall. Das Aufstallen von 30kg Ferkeln ist auch im Winter kein Problem. Allerdings ist die Verschmutzung der Liegefläche bei längerem schwülen Wetter beträchtlich.

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  2. von Paul Siewecke · 2.
    Auch eine Frage von Stallbauweise und Management...

    Jede Haltungsform hat Vor- und Nachteile, so auch Offenställe. Herr Wiedmann nennt die Vor-, Herr Schupp einige der Nachteile. Der Kälte und den Reinigungsproblemen kann man mit Stallbauweise und Managment zu Leibe rücken und die Einstallung von kleinen Läufern gelingt, wenn sie aus Offenstall- oder besser Freilandhaltung stammen, die sind hinreichend robust. Ein Problem der Kälte ist allerdings die mangelnde Tageszunahme. Es wird einfach zu viel Futterenergie in den Wärmebedarf investiert, so dass in den Wintermonaten konventionell keine rentable Mast möglich scheint, zumindest bei den derzeitigen Preisen...

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  3. von Gerhard Schupp · 3.
    Offenstallhaltung von Schweinen

    Zum Thema Offenstallhaltung Ich kann jadem Schweinehalter nur davon abraten bzw.eine äusserst kritischen Betrachtung empfehlen. Lassen sie sich nicht durch die oben genannten Argumente verführen .Die Realität sieht andert aus. Nicht mehr wohlbefinden,sonder oft verkotete Funktionsbereiche dessen Reinigung 2 mal täglich nicht zu unterschätzen ist. Mehr Hygiene:Auf keinen Fall. Jeder Tierhalter weiss man muss ein und aussstallen.Wer damit in eine Kältephase kommt wird seinen Offenstall schon das erste mal verwünschen.Denn Stallreinigung bei minus Temperatur ist nahezu unmöglich,der Schmutz gefriert regelrecht fest.Im extremfall können sogar Kanäle zufrieren und die Gülle steht im Stall. Und dann bei einem Total ausgekühltem Stall mit kleinen Tieren wieder loslegen.wird zu 90% schief gehen.Die Tiere werden krank,Behandlungen hauen nicht hin wegen vorgenannter Probleme mit der Witterung.(Kalt und Ostwind)usw.. Weiger Geruch?? Auch offen Schweine stinken und wenn die Abluft auf der ganzen Breite am Boden entlang schleicht ist mit Sicherheit in weitem Umkreis kein wohnen möglich. Herr Wiedmann ist ein begnadeter Redner der mit seinen Visionen die Leute begeistern kann, wenn dann bei einer Besichtigung noch die Sonne scheint kann es schnell geschehen dass man siener Argumentation verfällt. Ich kann nur jedem davon abraten aus eigener Erfahrung.Unsere Kaltställe sind umgebaut und warm zum Wohl von Tier und Mensch.

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