Rumänien: Förderprogramm für Schweine greift nicht

Nationalflagge Rumäniens. Nationalflagge Rumäniens.
Bild: Archiv

Um die heimische Schweineproduktion zu stärken, hat die rumänische Regierung im April dieses Jahres ein Programm für die weitere Entwicklung der Schweinemast in den Jahren 2017 bis 2020 verabschiedet und mit einem Etat von insgesamt 446 Mio. € ausgestattet. Allein das Budget für das laufende Jahr beträgt 86 Mio. €.
 
Bislang sei davon aber noch nichts bei den Landwirten angekommen, beklagt der Verband der Schweinefleischerzeuger Rumäniens (APCPR). Nach Ansicht der Produzentenorganisation könnten und sollten die immer umfangreicheren rumänischen Schweinefleischimporte durch Ware aus eigener Produktion ersetzt werden. Die Landwirte verfügten nämlich sowohl über die erforderliche betriebliche Infrastruktur als auch über hochwertiges Tierfutter. Es mangele aber an Fachkräften.
 
Förderfähig sind nach den bisherigen Entwürfen Landwirte, die bestimmte Vorgaben erfüllen wie zum Beispiel die Mindestzahl abgesetzter Ferkeln oder ein bestimmtes Schlachtgewicht. Außerdem müssen sie ihre Tiere an bestimmte Schlachthöfe liefern. Im Gegenzug winken Beihilfen von bis zu 10.000 Euro je Betrieb.
 
Fakt ist, dass die rumänischen Schweinefleischeinfuhren in den letzten Jahren kräftig gewachsen sind. So importierte das Land 2016 rund 197.000 t Schweinefleisch im Wert von 334,6 Mio Euro. Im Jahr davor waren es dagegen lediglich 23.000 t. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres summierte sich die Einfuhrmenge auf 95.000 t, wofür insgesamt sogar 193,4 Mio Euro im Ausland ausgegeben wurden. Damit entfiel der größte Wertanteil der rumänischen Lebensmittelimporte auf Schweinefleisch.
 
Diese Entwicklung war auch die Folge der Abstockung des unrentablen rumänischen Schweinebestandes, der von 2007 bis 2016 um fast 30 % auf 4,710 Mio Tiere schrumpfte. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch liegt in dem Balkanland zwischen 30 kg und 32 kg jährlich.

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