Agrarreform

Biolandwirte alarmiert: Künftig weniger Prämien von der EU?

Entsetzt über das neue deutsche Gesetz zur Umsetzung der Agrarreform zeigt sich der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Für Biolandwirte sind die vorgesehenen Eco-Schemes kaum nutzbar.

Ungeachtet dessen, dass die EU-Grundlage für die neue Agrarpolitik noch gar nicht steht, wird in Berlin bereits die gesetzliche Umsetzung der neuen Agrarpolitik festgezurrt. Nach derzeitiger Planung erhalten alle Betriebe eine Basisprämie von 150 €/ha, max. 66 €/ha kann man sich über Ökoregelungen „hinzuverdienen“ (siehe top agrar 6_21, S.44).

Die Krux: Ökobetriebe können kaum an den vorgeschlagenen Ökoregelungen, den „Eco-Schemes“ teilnehmen, erklärte Peter Röhrig, Geschäftsführer des BÖLW. Er gab in einer Pressekonferenz am Mittwoch zu bedenken, dass nach mündlicher Auskunft des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die 2. Säule geförderte Öko-Betriebe (Beibehaltung bzw. Einführung des ökologischen Anbauverfahrens) folgende Eco-Schemes nicht nutzen können:

  • Eco-Scheme 6: „Bewirtschaftung von Acker- oder Dauerkulturflächen des Betriebes ohne Verwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln“
  • Eco-Scheme 4: „Extensivierung des gesamten Dauergrünlands des Betriebs“
  • Eco-Scheme 10: „Anbau vielfältiger Kulturen mit mindestens fünf Hauptfruchtarten“

Damit droht Öko-Betrieben eine deutliche Benachteiligung im gesamten Fördergefüge....


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