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Lupinen: Nur mit „Gefühl“ gelingt der Anbau

Für einen erfolgreichen Anbau von Blauer und Weißer Lupine müssen Sie u. a. auf den richtigen Zeitpunkt zum Striegeln achten. Außerdem darf der Alkaloidgehalt im Korn nicht zu hoch sein.

Lesezeit: 3 Minuten

Unser Autor: Alexander Watzka, Bioland Beratung

Blaue und Weiße Süßlupine sind richtige „Eiweißbomben“ und wirken zudem positiv auf die Bodenfruchtbarkeit. Die Wurzelausscheidungen der Lupine mobilisieren schwer lösliche Phosphate im Boden und der hohe Stickstoffsaldo von 30 bis 50 kg pro ha macht sie zu einem wertvollen Fruchtfolgeglied im Bio-Ackerbau.

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Schnell gelesen

  • Weiße und Blaue Lupinen sind als Eiweißkomponenten bestens geeignet und erhöhen zudem die Bodenfruchtbarkeit.

  • Beim Anbau sollte der Boden pH-Wert nicht über 6,8 liegen und kein freies Ca vorliegen.

  • Um Spätverunkrautungen zu vermeiden, sollte der Acker „sauber“ sein. ­Besonders gegen Wurzelunkräuter sollten Sie gezielt vorgehen.

  • Grünfütterung ist wegen der enthaltenen Alkaloide zu vermeiden.

Kein Freies Calcium erlaubt

Lupinen mögen leichte bis mittelschwere Böden mit einem pH-Wert kleiner 6,8. Bei der Schlagauswahl sollten Landwirte darauf achten, dass kein freies Calcium im Boden vorhanden ist. Denn freies Calcium induziert Eisenmangel, also Kalkchlorosen. Das kann bis zum Totalausfall führen. Wie bei allen Leguminosen hilft ein niedriger Nmin-Wert den Rhizobien, die Pflanzenwurzel zu infizieren. Zudem begünstigen Schwefel und Bor die N-Akkumulation der Knöllchenbakterien.

Um Spätverunkrautungen zu vermeiden, sollte der Acker „sauber“ sein. Vor allem Wurzelunkräuter machen später Probleme. In der Fruchtfolge sollten nach Klee(-gras) mindestens zwei bis drei Jahre vergehen. Lupinen sollten zu sich selbst einen Anbauabstand von sechs bis sieben Jahren haben.

Der optimale Saatzeitpunkt ist ab einer Bodentemperatur von 7 °C zwischen Ende März und Mitte April. Weil die Lupine epigäisch keimt, dürfen Sie das Saatgut nicht tiefer als 4 bis 5 cm ablegen, mindestens aber 2 cm tief. Die Saatstärke bei Blauen Lupinen beträgt bei Verzweigungssorten zwischen 80 und 120 Körnern/m2, bei determinierten Typen zwischen 100 und 140 Körnern/m2, bei Weißen Lupinen zwischen 40 und 70 Körnern/m2.

Auch bei langjährigem Anbau sollten Sie jedes Mal das Saatgut mit Rhizobium lupini impfen. Zugelassen für den Anbau sind nur Süßlupinen.

Lupinen bilden in den grünen Blättern Alkaloide. Eine Grünfütterung sollten Sie deshalb unbedingt unterlassen. Höhere Gehalte können auch bei Hitzestress auftreten oder beim Anbau nahe Blühstreifen. Es kann also möglich sein, dass Bitterlupinen aus Blühstreifen die Süßlupinen befruchten. Die Süßlupinen werden daraufhin bitter.

Striegel und Hacke am Mittag

Um den Alkaloidwert zu senken, sollten Sie auf die idealen Wachstumsbedingungen der Lupine achten. Stress erhöht den Alkaloidwert im Korn. Achten Sie daher bei der Aussaat und der Unkrautregulierung auf optimale Bedingungen, um gut etablierte und saubere Bestände zu erhalten.

Einen Überblick, wie Sie Unkraut regulieren, zeigt die Übersicht. Die Unkräuter sollten Sie stets zur Mittagszeit mechanisch regulieren. Der Zelldruck ist dann am geringsten, die Lupinen werden elastisch, Pflanzenverluste sinken. Lupinen reagieren allerdings sehr empfindlich, wenn sie verschüttet werden, vor allem im Jugendstadium.

Vorsicht Brennflecken

Bei Lupinen ist die Brennfleckenkrankheit Anthraknose ein Thema. Zwar sind die Blaue Lupine und neuere Sorten der Weißen Lupine tolerant gegenüber dieser Krankheit. Aber das ist keine Garantie für völlige Gesundheit. Anthraknose äußert sich oft zu Beginn der Blüte mit einem s-förmigen Haupttrieb, später zeigen sich Brennflecken an Stängeln und Hülsen. Die Krankheit verbreitet sich nesterweise über den Bestand. Wichtig sind deshalb die genannten Anbauabstände, anthraknosefreies und zertifiziertes Saatgut und luftige Bestände mit wenig Unkraut.

Sobald die Körner sich in den Hülsen lösen und anfangen zu rascheln, kann die Ernte beginnen. Danach steigt das Risiko, dass die Hülsen vor dem Drusch aufplatzen. Den Mähdrescher können Sie so wie für Erbsen einstellen und dann nachjustieren. Eine Trocknung der Lupinen ist häufig notwendig.

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