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Ernte 2023

„Angespannte Stimmung im Ackerbau trotz guter Ertragsaussichten“

Schwierige Marktlage und hohe Koste für Betriebsmittel, die Preis-Kosten-Schere geht weit auseinander. Die LK erwartet 2% mehr Erntemenge als im Vorjahr.

Lesezeit: 3 Minuten

"Ackerbau ist heuer eine echte Zitterpartie", erklärt LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger beim Erntepressegespräch der Landwirtschaftskammer (LK) im burgenländischen Leithaprodersdorf. Für Unsicherheit sorge das unberechenbare Klima, die volatilen Märkte und die Verbote für zahlreiche Pflanzenschutzmöglichkeiten.

2023 hat die Getreidefläche in Österreich im Vergleich zum Vorjahr um 10.400 ha abgenommen. Insgesamt haben die Landwirte 520.100 ha Getreide ohne Mais auf ihren Felder angepflanzt. "Die Getreideernte wird eine Spur besser sein, als im Vorjahr, doch genau kann man das erst bewerten, wenn sie eingebracht ist", sagt Berlakovich. Die Schätzungen der LK rechnen mit rund 3 Mio. t Getreide, das sind 2% mehr als im Vorjahr.

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Den stärksten Rückgang verzeichnet die LK beim Dinkel, mit einem Minus von 15.900 ha. Grund ist die schlechte Marktlage und die damit verbundenen niedrigen Preise. Gestiegen ist die Roggenanbaufläche. Die Erträge der einzelnen Kulturen pro ha werden höher als im Vorjahr eingeschätzt.

Doch in allen Kulturen rechnen die Experten mit fallenden Preisen. Derzeit sei der Börsenpreis auf das Preisniveau von 2021 vor dem Ukraine-Krieg gefallen. "Ob die Talsohle erreicht ist, kann man nicht mit Sicherheit beantworten", sagt Moosbrugger. Geopolitische Ereignisse können für weitere starke Schwankungen sorgen. Derzeit würden Verkäufer kaum die Börsenpreise realisieren können, da die Lager noch gut gefüllt sind.

Produktionskosten höher als Erlöse?

Sehr herausfordernd für die Betriebe sind die Dünger- und Saatgutkosten. Die Verfügbarkeit war im Herbst und Winter sehr unsicher, deshalb hätten sich viele Landwirte zu sehr hohen Preisen mit Dünger eingedeckt. "Wenn die Produktionskosten höher sind als die Erlöse haben die Bauern ein Problem", sagt Moosbrugger.

In diesem Zusammenhang fordert er auch die Importe aus der Ukraine nach Österreich zu reglementieren. "Diese Waren drängt auf den europäischen Markt und kommt nicht dort an wo sie gebraucht wird", sagt der WKÖ-Präsident. Dadurch kämen die Preise in ganz Europa unter Druck.

Fehlende Pflanzenschutzmittel sorgen für Ausfälle bei Rübe und Ölkürbis

Unter Druck stünden auch jene Landwirte die heuer Rüben und Ölkürbisse angebaut haben. 5.000 ha Zuckerrüben hat der Rübenderbrüsselkäfer vernichtet. Durch von der EU verbotene Neonicotinoide müssen die Lnadwirte auf Pheromonfallen und Kübel zurückgreifen. "Somit ist umgerechnet mehr als der gesamte Zuckerbedarf von Wien dem Mangel an Pflanzenschutz zum Opfer gefallen", sagt Moosbrugger.

Ähnlich sei die Lage bei den Ölkürbissen, hier sei ein Drittel der Anbaufläche, rund 10.000 ha, geschädigt worden. Viele Bauern haben die Kürbisse umgebrochen und andere Kulturen gepflanzt. Produkte mit dem Wirkstoff Metalaxyl-M wurden hier von der EU verboten. Im Zusammenspiel mit dem nassen Wetter im Frühjahr sind zahlreiche Samen in der Erde verfault. "Wir brauchen Wirkstoffe als Erste Hilfe Maßnahme für die Pflanzen, so können wir die Lebensmittelverschwendung verringern", meint Moosbrugger: "Geht es so weiter braucht es kein Gesetz zur Wiederherstellung der Natur, sondern zur Wiederherstellung der Lebensmittelversorgung."

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