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topplus Genügend Spannung am Elektrozaun

Tipps: So knallt der Elektrozaun

Je stärker der Stromschlag, desto länger bleibt er dem Tier in Erinnerung. Vielen Landwirten ist aber nicht bewusst, dass sie zu wenig Spannung auf dem E-Zaun haben. Unser Experte gibt Tipps, damit Ihre Tiere sicher eingezäunt sind und große Beutegreifer draußen bleiben.

Lesezeit: 3 Minuten

Unser Autor: Reinhard Huber, HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Elektrozäune werden je nach Anforderungen als Festzaunanlage oder als mobile Einheit genutzt. Sie sind im Bau und Erhaltung günstiger als Stacheldraht, bergen weniger Verletzungsgefahr und gelten mit vier stromführenden Drähten bzw. Litzen auch als Herdenschutzzaun.

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Dabei gilt:

  • Die vier stromführenden Litzen müssen im Abstand von ca. 20, 40, 60 und 90 cm über dem Boden installiert werden. Das Freihalten der untersten Litze ist aber eine große Herausforderung.
  • Stromführende Weidenetze benötigen eine Mindesthöhe von ca. 90 cm.
  • Bei Knotengitterzäunen ist zusätzlich zur Mindesthöhe von 90 cm ein elektrifizierter Stoppdraht 15 bis 20 cm vor dem Zaun und ca. 20 cm über dem Boden nötig.

Kontrollieren Sie Ihren E-Zaun auf diese Fehlerquellen:

1. Starkes Weidezaungerät

Weidezaungeräte geben im Abstand von ca. 1,2 Sekunden kurze Stromstöße ab. Wenn ein Tier die Litze des Zaunes berührt, fließt der Strom durch das Tier in die Erde und von dort über die Erdungsstäbe zurück zum Weidezaungerät. Dann ist der Stromkreis geschlossen, das Tier erhält einen Schlag. Je stärker der Stromschlag ist, desto länger bleibt er dem Tier in Erinnerung!

Prüfen Sie mit einem digitalen Messgerät, ob Ihr Weidezaungerät genügend Spannung liefert und für die Zaunanlage passend ist. Kaufen Sie sich bei Neuanschaffung gleich ein starkes Gerät mit min. 4 Joule Leistung. An jeder Stelle des Zauns müssen mindestens 3 500 Volt sein. Zaunwächter schlagen rechtzeitig Alarm, wenn die Zaunspannung abfällt. Zudem kann das Stromgerät mit einer App oder einer Fernbedienung an jeder Stelle des Zaunes ein- und ausgeschaltet werden. Wir haben bereits vier Zaunüberwachungsgeräte getestet (Ergebnisse in top agrar Österreich 12/2021).



2. Leitfähigkeit sichern

Liegt die Zaunspannung unter 3.000 Volt, ist die Ableitung zu stark. Ein „Zaundoktor“, also ein spezielles Fehlersuchgerät, zeigt in die Richtung, in der der Stromverlust zu finden ist. Ursachen können sein:

  • Zu starke Ableitung, z. B. zu hoher Bewuchs oder herabgefallene Äste,
  • Knoten in den Litzen oder an den Isolatoren,
  • Kurzschluss, weil Litzen sich berühren, z. B. wenn Litzen um Isolatoren gewickelt sind, oder wenn die stromführende Litze die Erdungslitze berührt,
  • fehlerhafte Verbindungen von Litzen,
  • nicht oder falsch miteinander verbundene Netze (speziell bei Plus-Minus-Netzen).

Um Litzen korrekt zu verbinden, sollten Sie die Leiter auslösen oder ausschmelzen und die Leiterdrähte direkt miteinander verdrillen.

Bei einem Powerzaun besitzt der aluverzinkte Stahldraht eine gute Leitfähigkeit. Drahtspanner und Spannfedern halten die Drähte straff. Machen Sie bei der Verbindung von Drähten einen Kreuzknoten. Dieser schafft eine möglichst große Kontaktfläche.

3. Gute Erdung

Die Erdung wird oftmals vernachlässigt. Verwenden Sie Stäbe aus verzinktem Stahl und keine rostigen Nägel. Mehrere Stäbe sollten im Abstand von drei Meter zueinander und komplett in die Erde eingeschlagen werden. Faustregel: Pro Joule Leistung ist ein Erdungsstab nötig. D. h. bei einem 3 Joule-Gerät müssen Sie drei Erdungsstäbe einschlagen. Wichtig: Die Erdung darf nicht an die Steckdose und am Blitz­ableiter angeschlossen werden!

Liegt die Zaunspannung unter 3.500 Volt, könnte auch eine zu schwache ­Erdung der Grund dafür sein. Machen Sie einen Erdungstest: Lösen Sie einen Kurzschluss am Zaun ca. 100 m von der Erdung entfernt aus. Liegen weniger als 1.000 Volt am Zaun und unter 300 Volt am Erdungsstab vor, ist die Erdung in Ordnung. Liegt die Spannung an der Erdung über 300 Volt werden zusätzliche Erdungsstäbe benötigt.

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