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Mehr Tierwohl

Neues Stallsystem mit Liegeflächen kommt in der Schweinehaltung

Der Spaltenboden in der Schweinehaltung bleibt. Ab 2023 wird es aber bei Um- und Neubau von Schweineställen nur mehr Haltungsformen mit eigenen Liegeflächen geben. Das wurde heute im Parlamentsausschuss beschlossen.

Lesezeit: 3 Minuten

Das neue Stallsystem mit Liegeflächen wurde im Rahmen von Tierwohlprogrammen in Dänemark bereits erfolgreich erprobt. Jetzt kommt es auch in Österreich. Kommende Woche wird die finale Debatte zum Tierschutzvolksbegehren im Parlament stattfinden. Ab 2023 wird es bei Um- und Neubau von Schweineställen nur mehr Haltungsformen mit eigenen Liegeflächen geben. Damit beginnt die Schweinebranche mit dem Ausstieg aus der bis dato praxisüblichen Vollspaltenhaltung.

Planungssicherheit für die Betriebe

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„Junge Schweinehalter sind sich unsicher, ob sie mit ihrer Form der Schweinehaltung eine Zukunft haben. Mit dem aktuellen Entschließungsantrag zum Tierschutzvolksbegehren geben wir ihnen Perspektiven und Planungssicherheit. Damit ist ein großer Schritt in Richtung mehr Tierwohl und gleichzeitig mehr Bauernwohl gelungen“, so Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser. Er betont, dass die Schweinebranche mit einer Weiterentwicklung in mehreren Schritten den Wünschen der Gesellschaft nach einerseits mehr Tierwohl und andererseits der Selbstversorgung gerecht werden will.

Ein großer Hebel zur Veränderung ist dabei das AMA-Gütesiegel. „Die Aufwertung des AMA-Gütesiegels, vor allem in der Basis, ist für manche ein kleiner Schritt, für die Schweinehalter jedoch ein sinnvoller und bedeutender. Die angestrebte Veränderung greift für die breite Basis (95%). Zudem sollen im Premiumsegment (5%) bis 2030 eine Million Schweine in Premium und Bio-Qualität auf heimischen Betrieben produziert und verkauft werden“, so Strasser.

Die Maßnahmen im Detail

• Der höhere österreichische Förderstandard 2022 wird ab 2023 zum gesetzlichen Mindeststandard für Um- und Neubauten. Moderne Stallhaltungssysteme, die in dänischen Tierwohlprogrammen gut erprobt sind, werden ab 2023 zur gesetzlichen Norm: Mehr Bewegungsmöglichkeiten, eigene Liegeflächen, Klimatisierung, mehr Beschäftigungsmaterial. Damit sind wir deutlich über dem EU-Standard in der Schweinehaltung.

• Im AMA-Gütesiegel wird dieser Standard ab 2032 zur Pflicht - ab diesem Zeitpunkt ist der Vollspaltenboden im AMA-Gütesiegel Vergangenheit. Das betrifft rund 40% der Schweine in Österreich.

• Umstellung der öffentlichen Beschaffung auf den Standard AMA-Gütesiegel Tierwohl und BIO bis 2030, sowie Unterstützung der Pläne der AMA zum Ausbau der Schweinehaltung im Premiumsegment (AMA Tierwohlsiegel und Bio-Haltung) auf 1 Mio. Schweine bis 2030.

• Unterstützung für die Schweinebetriebe über die Investitionsförderung „Tierwohlpakt“ und über Module im neuen ÖPUL.

• Start Projekt „Innovationen für bestehende Schweineställe - IBeSt“ mit Einbindung der Praktiker, Ministerien, Wissenschaft, Experten und Tierschutzorganisationen.

• Umsetzung des Verbots des routinemäßigen Kupierens der Schwänze von Schweinen mithilfe einer verpflichtenden Tierhaltererklärung und einer Risikoanalyse. Mit der Risikoanalyse bei schweinehaltenden Betrieben zur Beurteilung der Faktoren, die zu Kannibalismus und Schwanzbeißen führen, sowie der darauf basierenden verpflichtenden Umsetzung von Verbesserungen der Haltungsbedingungen wird erreicht, dass der Anteil von Schweinen mit unversehrten Schwänzen kontinuierlich erhöht wird, und damit das routinemäßige Kupieren der Schwänze endet.

Begleitende Marktanreize, Forschung und Beratung

Aufgabe der Politik ist es, einen klaren Weg zu tierwohlgerechten Haltungsformen mittels Förderanreizen, Marktanreizen, Bewusstseinsbildung, und gesetzlichen Regelungen mit angemessenen Übergangsfristen vorzuzeichnen. Neben der Weiterentwicklung relevanter Rechtsakte braucht es Marktanreize, zielgerichtete Beratungsangebote und ausgeklügelte Fördersysteme.

Das fordert verstärkt auch LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger. „Wer die Latte für unsere bäuerlichen Betriebe noch höher legt, muss im gleichen Atemzug dafür sorgen, dass diese nicht zum unüberwindbaren Hindernis wird. Wir brauchen einen zusätzlichen ‚Turbo-Boost‘ und dieser besteht u.a. in verlässlichen Absatzmöglichkeiten für tierische Erzeugnisse am Markt, einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung und einkommenssichernden, höheren Erzeugerpreisen“, betont er. Lesen Sie mehr in der Meldung:

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