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Sauberes Arbeiten sichert den Impferfolg!

Generell heißt es: Achten Sie beim Impfen auf die Hygiene. Doch was bedeutet das genau? Unsere Expertinnen geben Tipps, was Sie bei der Arbeitshygiene beachten müssen.

Lesezeit: 7 Minuten

Unsere Autorinnen: Dr. Maximiliane Dippel, Universitätsklinik für Schweine, Vetmeduni Wien; Dr. Ursula Ruczizka, Nachhaltige Tier­haltung Österreich, Wien

Die Impfung ist eines der wichtigsten Hilfsmittel, um Krankheiten im Schweinebestand vorzubeugen. Denn nur gesunde Tiere erbringen optimale Leistung und sichern den wirtschaftlichen Erfolg eines Betriebs. Ein hoher Hygienestandard bildet die Grundvoraussetzung für den Impferfolg. Achtet man zu wenig auf die entsprechende Arbeitshygiene, können der gesundheitliche Schaden für die Tiere, aber auch die wirtschaftlichen Einbußen unter Umständen beträchtlich sein.

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Impfstoff gleich verbrauchen

Beginnend mit der Verwendung und Lagerung der Impfstoffe lassen sich bereits erste Fehler vermeiden. Generell sind Impfstoffe nach dem Öffnen in der Regel innerhalb weniger Stunden bis Tage zu verbrauchen. Dies gilt insbesondere für Impfstoffe, die unmittelbar vor Gebrauch angemischt werden.

Durch das Öffnen bzw. das Anstechen ist die Sterilität in der Flasche nicht mehr gegeben und der Impfstoff damit verschiedenen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Werden Impfstoffreste dann über längere Zeit zwar sachgemäß im Kühlschrank gelagert, kann es dennoch zur Keimvermehrung kommen. Diese können bei der nächsten Verwendung wiederum auf die Tiere übertragen werden.

Dabei spielen verschiedenste Bakterien und Pilze eine Rolle. Viele dieser Keime sind nicht spezifische Krankheitserreger beim Schwein, sondern oftmals Umweltkeime. Sie können allerdings bei Einbringen in die Muskulatur im Rahmen der Impfung durchaus Probleme verursachen und den Tieren schaden. Zudem kann verunreinigter bzw. bereits geöffneter Impfstoff zu Unverträglichkeitsreaktionen führen und sogar wirkungslos werden.

Lagerung der Impfstoffe bei max. 8 °C

Um die Verträglichkeit und die Wirksamkeit von Impfstoffen zu sichern, sollten Sie diese unter hygienischen Bedingungen und entsprechenden Temperatur- und Lichtverhältnissen lagern. Das heißt: Kühl, trocken und geschützt vor unmittelbarem Sonnenlicht.

In der Regel sind Impfstoffe bei ­einer Temperatur von 2 bis 8 °C im Kühlschrank zu lagern. Hier gilt es den Kühlschrank regelmäßig auf Funktionalität zu kontrollieren und, wenn notwendig, zu enteisen. Achten Sie darauf, dass Impfstoffe nicht direkt an den Kühlelementen gelagert werden, um ein mögliches Einfrieren zu vermeiden. Einfrieren kann die Wirksamkeit von Impfstoffen negativ beeinflussen und sogar zu völligem Wirkungsverlust führen.

Um unsachgemäßen Umgang durch unbefugte Personen zu vermeiden, empfiehlt es sich, Medikamente nicht offen zu lagern, sondern in einem abschließbaren Raum.

Impfpistole immer reinigen

Beim Impfen selbst gilt ebenfalls oberste Hygiene. Unsaubere Impfausrüstung, benutzte Nadeln oder Spritzen sind wichtige Kontaminationsquellen. Krankheitserreger können beim Impfen über den Einstich direkt auf die Tiere übertragen werden.

Daher gilt es, die Impfausrüstung nach jedem Gebrauch entsprechend zu reinigen. Dazu sollten Sie Impfpistolen in ihre Einzelteile zerlegen und gründlich mit heißem Wasser und einer milden Seifenlauge waschen. Wichtig ist, dass Sie Staub, Schmutz und Impfstoffreste vollständig, auch aus dem Zylinder, entfernen. Verwenden Sie dazu unter Umständen eine entsprechende Bürste.

Anschließend müssen Sie die Impf­pistole mit reichlich klarem Wasser abspülen, um etwaige Seifenreste zu entfernen. Im nächsten Schritt müssen alle Teile vollständig trocknen. Dann können Sie diese desinfizieren.

Vorsicht bei der Desinfektion

Die Desinfektion der Impfausrüstung ist ein wichtiger Punkt im Impfhygienemanagement. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ist das Material geeignet, können manche Spritzen ausgekocht werden (ca. 20 Minuten). Zudem besteht die Möglichkeit einer so­genannten Dampfdesinfektion mithilfe einer Mikrowelle.

In beiden Fällen muss im Anschluss alles vollständig trocknen. Sollen Impfspritzen direkt nach der Desinfektion mit Hitze verwendet werden, achten Sie unbedingt darauf, dass diese vollständige abgekühlt sind. Hohe Temperaturen können Einfluss auf den Impfstoff nehmen und damit wiederum möglicherweise Wirksamkeit oder Verträglichkeit beeinflussen.

Daneben können Sie auch entsprechende Desinfektionsmittel verwenden. Hierbei gibt es allerdings einiges zu beachten: Schmutz kann nicht desinfiziert werden, daher ist eine entsprechende Reinigung vorab unumgänglich. Es gibt keine spezifischen Desinfektionsmittel für die Desinfektion von Spritzen. Oft werden nicht alle Bereiche der Spritze optimal erreicht und desinfiziert.

Zudem kann das Material bei Verwendung von Desinfektionsmitteln Schaden nehmen. Stellen Sie zudem ­sicher, dass keine Desinfektionsmittelreste auf der Impfpistole verbleiben. Denn diese können Impfstoffe inaktivieren und damit in hohem Maße die Wirksamkeit beeinflussen.

Nach einer gründlichen Reinigung mit einer anschließenden Desinfektion, sollten Sie Impfpistolen sauber, trocken und staubfrei bis zum nächsten Gebrauch lagern.

Wechseln Sie Nadeln häufig

Generell gelten die beschriebenen Reinigungs- und Desinfektionsmaß­nahmen auch für die Verwendung von wiederverwendbaren Injektionsnadeln. Diese können Sie wie oben beschrieben ebenfalls reinigen und desinfizieren.

Wenn Sie Einwegkanülen verwenden, sollten Sie die Nadel mindestens nach jedem Wurf bzw. jeder Bucht wechseln. Verwenden Sie für die Sau zudem eine eigene Nadel.

Bei mit Umweltkeimen verschmutzten Nadeln besteht dasselbe Gesundheitsrisiko für die Tiere, wie bei der Verwendung von unsauberen Impfspritzen oder der Wiederverwendung von angebrochenem Impfstoff.

Aber nicht nur deswegen empfiehlt sich das häufige Wechseln von Einwegkanülen, sondern auch die Übertragung von im Blut vorkommenden Erregern, wie z. B. PRRSV (Porzines Reproduk­tives und Respiratorisches Syndrom Virus) von einem Tier zum nächsten lässt sich damit vermeiden.

Zudem werden Einwegkanülen nach mehrmaligem Gebrauch stumpf und es kann zu größeren, wenn auch mit dem bloßen Auge nicht sichtbaren, Gewebeschäden kommen. Diese begünstigen wiederum einen Eintrag von Krankheitserregern.

Schlucken oder Injektion?

Ein weiterer wichtiger Punkt, um einen belastbaren Impfschutz zu erhalten, ist die korrekte Art der Impfstoffverabreichung. Auch hier gibt es eine Reihe von Möglichkeiten: Impfstoffe können als Schluckimpfung über Wasser oder Futter gegeben werden. Die häufigste Art der Verabreichung ist allerdings mit einer Injektionskanüle in den Muskel oder auch unter die Haut.

Bei der Injektion in den Muskel liegt die Impfstelle hinter dem Ohr, knapp nach dem Übergang zwischen behaarter und unbehaarter Haut. Es wird senkrecht zur Haut eingestochen. Impft man unter die Haut erfolgt dies bei Ferkeln in die Kniefalte, bei älteren Tieren wird, an derselben Stelle wie für die Injektion in den Muskel, jedoch in einem flacheren Winkel eingestochen.

Daneben gibt es für die Injektion in die Haut und in den Muskel die Möglichkeit der nadellosen Impfung. Ein Vorteil dieser Technik liegt darin, dass über die Injektionsstelle mittels Kanüle keine Erreger übertragen werden. Al­lerdings ist diese Technik nur für bestimmte Impfstoff anwendbar und setzt spezielle Gerätschaften und das entsprechende Know-how voraus.

In enger Zusammenarbeit mit dem bestandsbetreuenden Tierarzt können Sie zudem das entsprechende Impfschema absprechen. Das beinhaltet den für den Bestand richtigen Impfzeitpunkt, den richtigen zeitlichen Abstand zwischen den einzelnen Impfungen und die entsprechenden Wiederholungsimpfungen.

Grundlage hierfür ist eine klinische Bestandsuntersuchung, mit einer gegebenenfalls notwendigen Diagnostik. Der Gesundheitsstatus im Betrieb ist entscheidend. Denn eine Impfung bedeutet immer auch einen zusätzlichen Stimulus für das Abwehrsystem der Tiere.

Grundsätzlich sollten Sie nur gesunde Tiere impfen. Denn nur ein gesunder Organismus ist in der Lage, optimal auf eine Impfung zu reagieren und Antikörper zu bilden. Planen Sie zudem ausreichend Zeit für die Durchführung der Impfung ein. Das ermöglicht sorgfältiges Arbeiten und Fehler können so vermieden werden.

Werden betriebsindividuelle Impfschemata mit dem Tierarzt und der richtigen Impftechnik optimal umgesetzt, können außerdem Belastung und Stress für die Tiere minimiert werden. Das trägt positiv zum Impferfolg bei.

Impfen kann Antibiotika sparen

Festzuhalten bleibt, dass die Impfhygiene zusammen mit den entsprechenden Managementmaßnahmen den Impferfolg sichern und zu einem gesunden Tierbestand beitragen können. So werden nicht nur wirtschaft­liche Verluste durch Krankheiten weniger. Auch der Einsatz von Antibiotika kann sinken.

Impfungen und ein entsprechendes Bestandsmana­gement gehen hier Hand in Hand. Eine Impfung alleine kann somit Hygienemängel nicht auffangen.

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