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Soja: Neue Sorten versprechen viel

Das Anbauspektrum für Sojabohnen wird dank der hochaktiven Züchtung in Österreich immer größer. In allen Reifegruppen gibt es vielversprechende neue Sorten.

Lesezeit: 6 Minuten

Unser Autor Klemens Mechtler, Institut für ­Nachhaltige Pflanzenproduktion, AGES Wien berichtet

Auch 2022 ist der Anbau von Sojabohnen wieder stark gestiegen, und zwar um 17.000 auf über 93.000 ha. Der heimische Anbau ist durch den Wegfall der Stickstoffdüngung, den auf Herbiziden beschränkten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, ihre gute Eignung für die biologische Produktion und die günstigen Marktpreise attraktiv. Zudem passt die Kultur gut in die Eiweißstrategie und zu einem nachhaltigeren Pflanzenbau.

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Eine hochaktive Sojazüchtung, insbesondere in Österreich, bringt laufend interessante Sortenneuheiten hervor. Sortenunterschiede innerhalb einer Reifegruppe betragen bei mittlerer Abreifewitterung sieben bis zehn Tage, ein feuchter Herbst kann diese Zeitspanne deutlich verlängern.

Neu in Reifegruppe 000

 Agneta  (Reife 2), raschwüchsig, ist frühreifend, bei mittlerem Wuchs gut standfest. Peronospora schädigt wenig. Bakteriosen können stärker auftreten. In den Ertragsmerkmalen werden die Sorten  Abaca  und  Paprika  nicht erreicht, Stepa bei gleicher Reifezeit aber übertroffen.

 Akuma  (Reife 3) reift wie  Aurelina  ab. Die raschwüchsige Sorte ist bei mittelkurzem Wuchs gut standfest. Akuma mit mittelhohem Proteingehalt überzeugt ertraglich vor allem im Alpenvorland, entspricht aber auch in den südlichen Anbaulagen.

Ein sehr ähnliches Abreifeverhalten zeigt  Noa , ebenso raschwüchsig bei mittlerem Wuchs und guter Standfestigkeit. Die Anfälligkeit für Bakteriosen ist höher. Noa entsprach ertraglich vor allem im Alpenvorland und zeigte im sommertrockenen Jahr 2022 stabile Erträge.  Axioma, mit Reife 4 eine späte 000-Sorte, ist kurzwüchsig mit ausgezeichneter Standfestigkeit. Die Krankheitstoleranzen sind überwiegend gut ausgeprägt. Axioma überzeugt mit ihren Korn- und Proteinerträgen in beiden 000-Anbaulagen. Die Sorte ist sehr kleinkörnig.

 ES Collector , ebenso eine späte 000-Sorte mit äußerst guter Standfestigkeit und mittlerer Wuchshöhe, verfügt über mittelgute bzw. gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Bakteriosen und Virosen. Peronospora und Samenflecken traten nur wenig auf. Ihre Leistungen waren im Alpenvorland überzeugend bei mittleren Erträgen in Südostösterreich.

Unter den früher gelisteten 000-Sorten sind  Abaca  und  Paprika  raschwüchsige, trotz der frühen Reife (No­te 2) ertragreiche Züchtungen. Paprika ist zudem gut standfest.  GL Melanie ,  Obelix  oder  Stepa  mit einer noch etwas früheren Abreife sind raschwüchsig, kompakt im Wuchs und standfest.  Aurelina  (Reife 3), länger im Wuchs, mittelgut standfest und mit hohem Proteingehalt erreicht mittlere Kornerträge und überdurchschnittliche Proteinleistungen.

Im späten 000-Reifebereich (Reife 4) ist das Sortenangebot vielfältig: Die rasch- und langwüchsige  Ancagua  ist mittelgut standfest und bringt sowohl im Alpenvorland als auch in Südostösterreich und Kärnten deutliche Ertragsfortschritte. Gleiches gilt für  Ascada , allerdings hat sie eine schwächere Standfestigkeit (Note 6) trotz des kürzeren Wuchses. Der Proteingehalt ist niedrig.  Acardia,  Adelfia  oder  Apollina  mit raschem Jugendwachstum erreichen in beiden Anbaugebieten deutliche Mehrerträge, Adelfia und Apollina auch in der Proteinleistung, Acardia dagegen im Ölertrag.  RGT Salsa  ist sehr raschwüchsig bei mittlerer Wuchshöhe und Standfestigkeit.

Reifegruppe 00

Ende 2022 kamen  Ameva ,  LID Constructor ,  Simpol  (Reife 5) und  Australia  (Reife 6) neu auf die Sortenliste. Alle zeigen ein rasches Jugendwachstum. Die Sortenleistungen werden im 00-Anbaugebiet für das ober- und niederösterreichische Alpenvorland, das pannonische Trockengebiet und für Südostösterreich einschließlich Kärntner Becken getrennt ausgewiesen.

 Ameva , mittelkurzer Wuchs, sehr gut bis gut standfest ist für Peronospora und Bakteriosen gering bis mittel anfällig. Virosenbefall war kaum zu beobachten. Ameva erreichte deutliche Mehrerträge im Alpenvorland bei ansonsten mittleren Kornerträgen. Bei dem mittelhohen Ölgehalt sind die ­Vorteile im Ölertrag noch deutlicher.  LID Constructor , mit mittelhohem Wuchs, mittelgut standfest bei überwiegend günstigen Krankheitseigenschaften zeig­­te mittlere bis überdurchschnittliche Ertragsleistungen in allen drei Anbauregionen. Protein- und Ölgehalt liegen im mittleren Bereich.  Simpol  mit mittlerer Wuchshöhe und geringer Lagerneigung erzielte deutliche Mehrerträge oft dort, wo eine gute Standfestigkeit gefordert war. Die Krankheitseigenschaften sind günstig ausgeprägt. Relevante Ertragsvorteile werden im Alpenvorland realisiert bei guten mittleren Kornerträgen im Trockengebiet und in Südostösterreich.

 Australia  reift mittelspät und ist trotz ihrer Langwüchsigkeit (Note 8) mittelgut standfest. Die Sorte kann einen Befall mit Peronospora, Bakteriosen oder Virosen abwehren. Samenflecken können in mittlerem Ausmaß auftreten. Die großkörnige Australia zeigte bei mittelhohem Ölgehalt in allen Anbauregionen relevante Ertragsvorteile, insbesondere aber im Alpenvorland.

Von den bereits gelisteten 00-Sojabohnen überzeugt  Annabella  (Reife 5) mit raschem Jugendwachstum, mittelguter Standfestigkeit und mittelguten Krankheitstoleranzen. Ihre Korn- und Proteinerträge liegen in allen Anbauregionen über dem Standardmittel bei mittleren Protein- und Ölgehalten.

 P005A74  und  RGT Satelia  (Reife 5) mit hellem Nabel zeigen eine mitt­lere bzw. mittelgute Standfestigkeit. P005A74 bringt knapp mittlere Kornerträge.

 Jenny ,  ES Mentor ,  RGT Siroca  sind für die Speisesojaproduktion geeignet.  Supernova , mit dunklem Nabel, verfügt über einen hohen Proteingehalt. Die raschwüchsige, später reifende (Note 6)  Lenka  erfüllt mit ihrem hellen Nabel, großen Korn- und Proteinreichtum wichtige Anforderungen für die Speiseproduktion. Die Lagerneigung, Sclerotinia-Anfälligkeit und Samenflecken sind jeweils gering bis mittel.

 Altona,  Alvesta ,  Artoga ,  Atacama  und  Sonali  (weiß blühend) entsprechen ertraglich in allen drei 00-Anbaugebieten, Sonali vor allem im Alpenvorland.  Delphi PZO  und  Orakel PZO , beide sehr hochwüchsig und mittelgut bzw. mittel standfest, erzielten im Trockengebiet und insbesondere im Alpenvorland deutliche Mehrerträge. Ihre mittlere bzw. mittelstarke Anfälligkeit für Sclerotinia ist zu beachten.

Wo Reifegruppe 0 anbauen?

Der Anbau von 0-Sorten empfiehlt sich allgemein nur für die wärmsten Anbaulagen. Auch hier gibt es noch relevante Unterschiede im ­Abreifeverhalten:

 Albenga ,  Aspecta ,  Avenida Cypress  und  Kristian  zählen zu den früheren 0-Sorten (Reife 7). Aspecta und Avenida liegen im Korn- und Proteinertrag auf Standardniveau, Kristian und Cypress regional darüber.

Bei den späteren 0-Sorten (Reife 8) seien die guten Korn- und Proteinerträge von  Artesia , DH4173 oder Ezra erwähnt.  GL Valerie ,  GL Leonie  und die späte  Asitka  überzeugten vor allem in den südlichen Anbaugebieten. Die hellnabelige  Alameda  ist die proteinreich. 0-Sorten werden meist sehr hoch, auf Unterschiede in der Standfestigkeit ist zu achten: Albenga, Artesia, Cypress, GL Valerie oder Asitka sind gut standfest. Günstige Abreifewitterung ist besonders bei Asitka aus der Reifegruppe I gefragt.

Der Anbauumfang der späten Sorten ist vergleichsweise gering. Im Jahr 2022 wurde diese Prüfung von 0-Sorten mit Blick auf die bereits gegebenen Zulassungen ausgesetzt. Eine Übersicht zu den 0-Sorten können Sie per E-Mail unter  redaktion@topagrar.at  anfordern.

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