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topplus Grubberschare

Das Schar machts

Die Anforderungen an ein Bodenbearbeitungsgerät werden immer spezieller.

Lesezeit: 9 Minuten

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Der Einsatzzweck gibt die richtige Scharform vor. Bei häufigem Wechsel der Bedingungen sind Schnellwechsel­syste­me im Vorteil.

Systeme zum Verschleißteilwechsel sind kaum mehr nötig. Aktuelle hartmetallaufgepanzerte Schare halten bis zu achtmal länger als Standardschare.

Hartmetall an den Flügeln sorgt für eine lange und gleichbleibende Schnittwirkung und Überlappung. Die Standzeit erhöht sich um das Drei- bis Achtfache.

Schmalschare eignen sich besonders in trock­enen Jahren gut zur tiefen Grundboden­bearbeitung. Sie lockern den Boden nicht vollständig auf.

Von ultraflach bis krumentief: Grubber sind mit dem richtigen Schar die vielseitigsten Bodenbearbeitungsgeräte. Doch welches Schar ist für welche Arbeit geeignet? Und wann ergibt ein Schnellwechselsystem Sinn? Wir haben uns bei den Herstellern informiert und berichten über unsere eigenen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Systemen.

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Im Anbau haben sich vor allem dreibalkige Grubber durchgesetzt. Sie kombinieren einen mittleren Strichabstand von meist knapp 30 cm mit einem recht großen Durchgang zwischen den Zinken. Die Rahmenhöhe von etwa 85 cm lässt auch größere organische Maße zu. In der gezogenen Variante gibt es auch Vierbalker. Häufig sind die Strichabstände hier aber nicht deutlich kleiner. Der weitere Balken ist besonders für eine bessere Aufteilung der Zinken um das Fahrwerk herum nötig.

Federnd oder starr?

Bei den Zinken gibt es den grundsätz­lichen Unterschied zwischen Federzinken und starren Zinken. Federzinken vibrieren, sie können seitlich und in der Höhe ausweichen. Abhängig von der Härte halten die Zinken die Tiefe nicht gleichmäßig ein. Generell ist sie limitiert: Bei 20 cm ist meist Schluss. Starre Zinken erreichen Tiefen über 30 cm, ohne sich zu bewegen. Abhängig von der Tiefenführung des Grubbers halten starre Zinken die Tiefe exakt ein.

Die Überlastsicherung der starren Zinken lässt sich per Scher- oder Abreißschraube, mechanisch per Feder­paket (Blatt- oder Schraubenfeder) oder hy­draulisch lösen. Für einen möglichst universellen Einsatz sind die starren Zinken vorzuziehen.

Wie tief arbeiten?

Ganz entscheidend für die Scharwahl ist die Arbeitstiefe:

Ultraflach: Das ist der Trend der letzten Jahre. Beim ersten Stoppelsturz will man den Boden 2 bis 5 cm flach abhobeln – ganzflächig und mit wenig Erdbewegung. Dabei soll Kapillarität unterbrochen, Wasser im Boden ge­halten und Unkräuter abgeschert werden. Ausfallgetreide und Unkrautsamen können keimen. Ernterückstände bleiben an der Oberfläche als schützen­de Mulchschicht. Gänsefußschare und spe­­ziell dafür konstruierte Flügelschar­konzepte arbeiten in dieser Tiefe.

Flach (6 bis 8 cm): Früher klassische Tiefe beim ersten Stoppelbearbeitungsgang – heute teils für die zweite Stoppelbearbeitung. Ganzflächiges Arbeiten und Einmischen von Ernterückständen in der oberen Bodenschicht. Dieser Bereich ist die Heimat von Flügelscharen.

Mitteltief (9 bis 15 cm): Ein weiter Bereich mit unterschiedlichen Zielen. Das etwas tiefere Einarbeiten von Ernterückständen und Dünger rückt in den Vordergrund. Gewünscht ist ein intensiver Mischeffekt. Auch die Saatbett­bereitung läuft in diesem Bereich. Je nach Einsatzzweck treten Flügelschare oder Einzelschare in Aktion.

Tief (15 bis 25 cm): Intensive Bearbeitung der gesamten Krume. Einmischen von Ernterückständen. Nahezu ganzflächiges Auflockern des Bodens. Klassischer Einsatzbereich von Einzelscharen bis maximal 100 mm Breite.

Sehr tief (25 bis 35 cm): Hier geht es vor allem um das Aufbrechen von verdichteten Schichten. Der Mischeffekt ist weniger gefragt. Klumpen sollen die Schare nicht nach oben holen. Die Schare sind schmal und messen nur 25 bis 50 mm. Bei einem Strichabstand von 30 cm bleiben zwischen den Scharen noch recht feste Bereiche zurück. Die Befahrbarkeit ist besser und der Boden kann im festeren Teil besser Wasser speichern.

Effekte der Schare

Von ultraschmal und einteilig bis mehrteilig und breit: Der Arbeitseffekt hängt direkt von den unterschiedlichen Teilen des Grubberschars ab. Beim Grubbern gibt es vier Hauptaufgaben:

  • Einziehen
  • Abscheren/Abschneiden
  • Mischen
  • Lockern/Aufbrechen

Dafür teilt sich das Schar in Spitze, Leitblech und Flügel/Gänsefuß. Je nach Einsatz, Boden und Strichabstand können die Teile unterschiedlich geformt sein. Die Scharkonzepte sind modular aufgebaut. Spitze, Flügel und Leitblech lassen sich unabhängig voneinander tauschen, unter anderem, da sie unterschiedlich stark verschleißen. Zudem lassen sich so auch verschiedene Kombinationen fahren.

Anstellung: Teils bieten die Hersteller die Möglichkeit, den Winkel des Zinkens zu variieren. Im einfachsten Fall geht das durch zwei oder drei Positionen der Scherschraube. Der Winkel wirkt sich direkt auf den Arbeitseffekt aus, was vor allem beim Flügelschar deutlich wird: In der vorderen Position steht der Zinken steiler. Der Untergriff der Scharspitze ist geringer, der Flügel steht flacher. Er schneidet mehr und mischt weniger. In der hinteren Position steht der Zinken eher „schleppend“. Die Scharspitze bewegt sich nach unten, die Flügel steigen nach hinten an. Das sorgt für mehr Untergriff und intensiveres Mischen.

Scharspitzen: Sie sorgen für den sicheren Einzug. Je schärfer und aggressiver sie sind, desto leichter und präziser läuft der Grubber. Die Spitzen sollen verdichtete und verkrustete Bodenpartien anheben und brechen. Unterschraubbare Spitzen für die letzte Zinkenreihe (selten) sollen die Verdichtungen noch tiefer unterfahren.

Je tiefer der Grubber arbeitet, desto schmaler können die Schare sein. Auch der Boden hat einen Einfluss. Leichte Böden brauchen breitere Schare als schwere, vor allem bei mittlerer Arbeitstiefe. Deshalb gibt es für Sand ­extra breite Ausführungen.

Schare für die tiefe Arbeit sind nur 40 mm breit oder schmaler. Teils sind sie im unteren Bereich so geformt, dass sie Verdichtungen „unterfahren“. Meist ist der Scharwinkel steil, damit möglichst wenig Kluten an die Oberfläche wandern. Die Mischwirkung ist gering.

Einige Firmen bieten Schare mit einem nach außen gewölbten Bogen auf den Leitblechen an, der eine Mischwirkung unterdrücken soll. Diese Schare tragen, je nach Anbieter, deshalb oft den Zusatz „low disturbance“. Einsatz­gebiet ist das Brechen von tieferen Verdichtungen, ohne die Schichtung des Bodens zu beeinträchtigen.

Leitbleche: Sie führen den Erdstrom, der von der Scharspitze kommt. Als Verschleißteil decken sie den Zinken ab und schützen das Material. Vor allem bei schmaleren Scharen bilden Spitze und Leitbleche oft auch eine Einheit.

Der Effekt eines gebogenen Leitblechs hängt vom Anstellwinkel und Radius ab. Ein flacher Winkel nimmt mehr Erde mit nach oben als ein steiler.

Die Krümmung entscheidet, ob, wo und wann der Erdbalken nach vorne kippt. Je mehr Erde wieder vor das Schar fällt, desto intensiver ist der Mischeffekt – wie in einer Waschmaschine. Allerdings steigt auch der Zugkraftbedarf an.

Gewendelte Leitbleche lenken den Erdstrom seitlich ab und werfen ihn vor den Zinken der nächsten Reihe. Damit der Boden eben bleibt, muss die Verteilung (rechts-/linksgewendelt) zum Muster der Zinken passen.

Gänsefußschar und Flügelschar: Das Schar sollte deutlich breiter als der Strichabstand sein. Das sorgt für Überlappung und ganzflächiges Arbeiten. Gänsefußschare gibt es bis deutlich über 30 cm, einige Flügelschare sind teils bis 40 cm breit. Für ganzflächiges Arbeiten sollten die Flügel mindestens 2 cm überlappen. Mehr ist besser. Viele Hersteller haben etwa 7 cm Überlappung.

Beim Gänsefußschar bilden Spitze und Flügel eine Einheit. Die Spitze hat wenig Untergriff, der Winkel ist flach. Ziel ist ein ultraflaches, ganzflächiges Schneiden. Arbeitstiefen von minimal etwa 2 cm sind möglich. Gänsefußschare am Universalgrubber nutzen meist das Leitblech des Standardschares.

Der Klassiker nutzt eine separate Scharspitze, ein Leitblech und seitlich verschraubte Flügel. Hier gibt es ein- und zweiteilige Lösungen, mit oder ohne Schnellwechsel. Diese Schare arbeiten gut zwischen 6 bis 15 cm. Tiefer steigt die Zugkraft stark an. Außerdem können sich bei feuchten Bodenverhältnissen durch einen „Glättkelleneffekt“ Verdichtungen bilden.

Für sehr flaches Arbeiten gibt es seit einiger Zeit extra flach angestellte Flügel. Sie werden hinter dem Standardschar (80er) oder einem schmaleren Schar angeschraubt – seitlich oder bei schmalen Scharen auch von hinten. Die Spitze hat Untergriff und läuft etwas voraus. Der Anstellwinkel der Flügel ist gering, der Fokus liegt auf dem Schneiden, nicht auf dem Mischen.

Manchmal lassen sich durch ein Lochraster das Verhältnis Scharspitze zu Flügel und teils auch der Winkel des Flügels verstellen. Generell gilt: Je steiler die Flügel stehen, desto größer ist der Mischeffekt. Je flacher der Anstellwinkel, desto ebener ist der Bearbeitungshorizont.

Schnellwechselsysteme

Systeme zum schnellen, oft werkzeuglosen Wechsel von Scharen haben zwei Ziele: Schneller Austausch von Verschleißteilen oder Anpassen des Grubbers auf die Einsätze. Nur einige Firmen bieten Schnellwechselsysteme an.

Wie wichtig der schnelle Austausch der Verschleißteile ist, hängt von Auslastung, Boden und natürlich der Güte der Teile ab. Der Trend geht eindeutig zu einer Hartmetallaufpanzerung der Schare, sodass diese seltener wegen des Verschleißes gewechselt werden müssen.

Bei Systemen zur Einsatzanpassung lassen sich teils Einzelteile des Schars wechseln, teils nimmt man am Zinken einen kompletten Adapter/Grundkör­per mitsamt der Scharteile ab. Bei die­ser Lösung sind mehrere Adapter sinnvoll, die vorbestückt werden – zum Beispiel für die flache, mittlere und tiefe Arbeit.

Hartmetallaufpanzerung

Verschleiß ist nicht nur ärgerlich und kostet Zeit beim Wechsel der Teile, er geht auf Kosten der Arbeitsqualität:

  • Der Grubber zieht schlechter ein, läuft unruhiger.
  • Stumpfe Werkzeuge kosten Diesel.
  • Ungleichmäßiger Verschleiß, z. B. in den Schlepperspuren, führt zu ungleichmäßiger Arbeitsqualität über die Grubberbreite. Das wirkt sich besonders bei geringer Tiefe aus.
  • Verschleiß an Gänsefüßen/Flügeln führt zu abnehmender Überlappung.
  • Alle Hersteller bieten Schare mit Hart­metall (HM) an. Je nach Verfahren und Boden erhöht sich die Standzeit um das Drei- bis Achtfache. Zum Hartmetall gibt es unterschiedliche Lösungen:
  • Beschichtungen
  • Aufschweißen mit speziellen Elektroden („Aufpanzern“)
  • Auflöten von HM-Plättchen in den Hauptverschleißzonen
  • Kombinationen der Verfahren.

Oft sind diese Schare dicker, damit auch der Grundwerkstoff länger durchhält. Die Haltbarkeit und die Preise steigen in der Reihenfolge der genannten Verfahren. Im Vergleich zu den herkömmlichen Scharen beginnen die Preise für HM-Ausführungen beim Doppelten. Die meisten Hersteller beziehen ihre hartmetallaufgepanzerten Schare beim Zulieferer Betek. Achten Sie in jedem Falle darauf, dass das Hartmetallplättchen an der Spitze nicht nur von oben auf das Metall gelötet ist, sondern auch um die Spitze liegt. Dann ist das Schar widerstandsfähiger gegenüber Steinen. Nicht alle Hartmetall­aufpanzerungen sind für steinreiche Böden geeignet.

Immer mehr Praktiker entscheiden sich für Hartmetall. Seit einiger Zeit sind ­solche Ausführungen bei den meisten Herstellern auch für Gänsefuß- und Flügelschare erhältlich. Das sorgt für eine lang anhaltende Überlappung der Schare.

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