Junglandwirte chancenlos

Demeter sieht akuten Handlungsbedarf bei Bodenpreisen

Nach der Ausbildung haben Junglandwirte wegen der horrenden Pachtpreise für Land und durch die Eigentums- und Pachtsituation auf den Höfen keine Chance auf Existenzgründung, sagt Demeter.

Angesichts steigender Bodenpreise sieht der Anbauverband Demeter einen „akuten Handlungsbedarf“ seitens der Politik. Außerdem fordert der Verband mehr Chancen für Ökogründer.

„Es kann nicht sein, dass Finanzinvestoren die Preise so in die Höhe treiben, dass sie unseren Bauern die Existenzgrundlage nehmen: den Boden“, kritisierte Demeter-Vorstand Dr. Alexander Gerber in Darmstadt. In den Jahren nach der Ausbildung sei für die junge Generation in der Landwirtschaft eine Existenzgründung fast unmöglich, kritisierte Gerber. Mitverantwortlich dafür seien die „horrenden“ Pachtpreise für Land sowie die Eigentums- und Pachtsituation auf den Höfen. Diese würden als „großes Hemmnis“ bei der Existenzgründung empfunden, selbst wenn Junglandwirte den elterlichen Betrieb weiterführen wollten.

Nach Gerbers Ansicht sollte es möglich sein, auch ohne eigenes Land einen Betrieb zu starten und ein Auskommen zu erwirtschaften. Dafür müssten die Beihilfen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) „gerechter und sinnvoller verteilt“ werden. Zugleich bekräftigte der Demeter-Vorstand seine Forderung nach einer Vergabe der Agrarförderung an gesellschaftlichen Leistungen. Dies müsse „dringend“ geschehen.

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Diskussionen zum Artikel

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von Karlheinz Gruber

Was Demeter aber verschweigt

die Kehrseite der Medallie ist, durch die hohen Bodenpreise geben die Banken bessere Kredite. Und ohne diese Kredite wären viele anderen Betriebe schon längst Pleite oder könnten nicht investieren. Woher also auch als Neugründer die Kredite nehmen, wenn keine Sicherheit nicht da ist. Über den Produktpreis? Der wird in kürze auch bei den Bios in den Keller gehen, dank Naturland, Aldi und Co. Und dem Gesetz vom Artenschutz mit staatlicher Verordnung der Produktionsmenge.

von Martin Burose

Es kommt auf die Sichtweise an

Die steigenden Preise für Pacht oder Kauf von Agrarland sind ein großes Problem für alle Betriebe. Man könnte sich aber auch fragen, ob landwirtschaftliche Produkte nicht einfach zu billig sind ? Landwirtschaft hat seit 30 Jahren keine Lohnerhöhung bekommen ! Ich persönlich bin in der Situation, daß ich gerne 5 bis 10 Hektar mehr ackern würde. Für 1300 Euro Land pachten wäre allerdings ein "Scheißgeschäft", wenn man das Geld über Getreidebau erwirtschaften müsste. Jetzt kommt das Beste : Ich habe diese 10 Hektar (!), darf sie aber nicht ackern, weil ich die letzte Gesetzeslücke leider verpasst habe.

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