Lebensmitteleinzelhandel

Landwirte protestieren vor Supermarktlagern

In der Nacht von Sonntag auf Montag haben Landwirte bundesweit die Zentrallager von Aldi, Edeka, Lidl und Co. blockiert, um auf die zu niedrigen Preise seitens des Einzelhandels aufmerksam zu machen.

Mit Aktionen in ganz Deutschland haben Landwirte von Sonntag- auf Montagnacht gegen die Preispolitik der Supermarktketten protestiert. Die Bauern wollten damit „auf die allgemeine Lage der Landwirtschaft aufmerksam machen und dem Preisdumping entgegen treten“, heißt es auf der Seite von „Basis+Bauern Bewegung“. Sie fordern „vernünftige und gleiche Standards für alle in Europa“. Besonders in der Kritik stehe die Preispolitik, die die Discounter bei der "weißen Linie" fahren.

Die Demonstrationen vor den Zentrallagern verschiedenster Lebensmittelketten fanden in ganz Deutschland statt. Der Schwerpunkt sei jedoch in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gewesen. Die spontanen Zusammenkünfte sind über Chat- und WhatsApp-Gruppen organisiert worden.

Hier finden Sie Eindrücke von der Blockade vor dem Edeka-Lager in Neumünster:

Freie Bauern: „Wir brauchen Markt statt Monopole!“

Angesichts der Bauernproteste vor den Zentrallagern weisen die Freien Bauern auf die „politisch verschuldete Konzentration als Ursache der Preismisere“ hin. „Das Bundeskartellamt hätte längst gegen die monopolartigen Strukturen in Mühlen, Molkereien und Schlachthöfen sowie beim Lebensmitteleinzelhandel vorgehen müssen, um einen funktionierenden Wettbewerb wieder herzustellen“, sagte Peter Guhl von der Bundesvertretung. Besonders deutlich trete die Ausbeutung bei den Milchlieferverträgen zutage, wo die Bauern ihre gesamte Menge abliefern müssten und erst nachträglich erfahren, welchen Preis sie dafür erhalten. „Wir möchten endlich gleichberechtigt am Markt teilnehmen“, sagt der Milcherzeuger auf Vorderhagen in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Redaktion empfiehlt

Werbung empört

Bauern blockieren Edeka-Lager in Wiefelstede

vor von Alfons Deter

Weil Edeka in seiner aktuellen Werbung meint, dass seine Kunden den niedrigsten Preis verdienen, haben am Sonntag Bauern das Lager in Wiefelstede blockiert.


Diskussionen zum Artikel

von Maik Brinkmann

Zu viel Milch

Es ist einfach zuviel Milch auf dem Markt nachdem die Quote gefallen ist. Die kleinen fallen aus verschiedenen Gründen zwischen raus und die Großen werden und müssen immer mehr machen um die Kosten decken zu können. Die Privatmolkereien haben doch überhaupt kein Interesse an höheren ... mehr anzeigen

von Gregor Grosse-Kock

Tierwohl

Die Änderung nach mehr Markt weg von dem Fonds beinhaltet - die kleinen Schlachthöfe verschwinden und die Großen profitieren!

von Klaus Jensen

Ich muss leider nach dem letzten Demo-Jahr feststellen:......

Wenn sich was ändern soll muss Brüssel brennen (und ich meine brennen, damit die ganzen Eurokraten sich einer anständigen Arbeit widmen können)....anders werden wir nicht gehört, die Poltik nickt uns zu, versteht uns, dreht sich um und macht was anderes. Europa finde ich toll, aber ... mehr anzeigen

von Jürgen Greiner

faire Preise durch Branchenverträge und Außenschutz

Faire Preise für Fleisch und Milch sind die wichtigste notwendige Voraussetzung für mehr Tierwohl. Alle GAP-Prämien könnten dann für öffentliche Leistungen und den Green Deal verwendet werden. EU, Bundesregierung, Landwirtschaftskammern und berufsständische Organisationen ... mehr anzeigen

von Eckard Wendt

Bauern haben oft die A-Karte

Ja, Herr Onken, ich kenne das Gerichtsurteil nach dem Lieferstreik. Für alle die es nicht kennen ist dies der Link dorthin: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20D%C3%BCsseldorf&Datum=09.09.2009&Aktenzeichen=Kart%2013%2F08 Bei der Vorstellung der ... mehr anzeigen

von Eckard Wendt

Bravo!!!

Hoffentlich kommt jetzt Bewegung zum Positiven in Gange. Es wird Zeit, dass Landwirte aufmucken und ihre Produkte nicht mehr nur abliefern und mit dem zufrieden sind, was ihnen nach Tagen oder Wochen "gnädigerweise" ausbezahlt wird. Abgeschafft werden muss unbedingt auch die sogenannte ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Das erzählen sie mal den Genomolkereien

Die haben diesbezüglich extra ihre Satzungen Kartellfest gemacht.

von Andreas Gerner

Kaufland Donnersdorf war auch zu.

.

von Christian Bothe

Protest und der richtige Adressat?

Grundanliegen ist richtig!Aber die Bauern verkaufen ihre Erzeugnisse an einen Verarbeiter oder Händler, der die Preise mit dem LEH verhandelt.Dort muss der Bauer Politik machen: Viehgenossenschaft,Milchhof,Getreidehändler,Kartoffelberarbeiter usf. Ansonsten läuft‘s so wie H.Steffen ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Der richtige Adressat -

wäre eigentlich der Staat! __ __ Denn die heutige Situation ist doch die, daß wir ein Preisdiktat durch den Einzelhandel haben. Der besteht mittlerweile aus nur noch fünf großen Kontrahenten, mit einem heimlichen Marktführer namens ALDI. Senkt oder hebt der die Preise ziehen alle ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Nette Sache -

aber wahrscheinlich nicht mehr. Darüber werden sich die Herrschaften in der Führungsetage wahrscheinlich nur köstlich amüsieren. Schließlich und endlich bleibt es dann doch ohne Konsequenzen. Das was wirklich weh täte, ein Lieferstopp, würden die Bauern mal für eine Woche die ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Mein Kommentar

meinte natürlich Sie H.Steffek,Schreibfehler

von Klaus Fiederling

cogito ergo sum

An der gegenwärtigen agrarpolitischen Großwetterlage sind unsere Verbandsfunktionäre maßgeblich beteiligt in mittlerweile unheiliger Allianz auch mit der EU-Kommission. Das Bundeskartellamt steht für eine solche Entwicklung im zeitlichen Verlauf über Dekaden nicht maßgeblich in der ... mehr anzeigen

von Klaus Volker Reuhl

Wertschöpfungsmanager

Raiffeisen würde es gut stehen wenn endlich mal ein Wertschöpfungsmanager eingestellt wird damit Landwirte auskömmliche Preise realisieren können.

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