Farmers Defence Force

Niederländische Gemeinden sollen enteignen dürfen

Niederländische Provinzen sollen Befugnis erhalten, den Landwirten aus Umweltschutzgründen ihr Bodeneigentum zu nehmen. Gegen das faktische Berufsverbot sind 2.000 Bauern auf die Straße gegangen.

In Den Haag haben letzte Woche rund 2.000 Anhänger der Landwirte-Aktionsgruppe Farmers Defence Force (FDF) erneut gegen die Stickstoff- und Umweltschutzpolitik der Regierung protestiert. Ziel der Veranstaltung war es unter anderem, ein neues Gesetz abzuwenden, mit dem das Kabinett zahlreiche bisherige Regelungen zur Raumplanung und zum Umweltschutz ab 2022 bündeln und damit vereinfachen will.

Die Aktionsgruppe kritisierte vor allem, dass das neue Gesetz die Provinzen ermächtige, den Landwirten aus Umweltschutzgründen ihr Bodeneigentum „abzunehmen“. Außerdem würde das Gesetz die Basis für die restriktiven Pläne von Agrarministerin Carola Schouten zur Verringerung der Stickstoffemissionen in der Agrarwirtschaft bilden.

Das niederländische Parlament hat dem betreffenden Entwurf bereits vor vier Jahren zugestimmt. Damit die neuen Regelungen in Kraft treten können, muss das Papier noch vom Staatsoberhaupt der Niederlande, König Willem-Alexander, unterzeichnet werden.

In der Kritik des FDF steht auch eine neue Regelung, derzufolge die niederländischen Provinzen seit Anfang November Viehhaltungsbetriebe kaufen können, die überdurchschnittlich hohe Stickstoffemissionen aufweisen. Bemängelt wird vor allem, dass die Bauern nach dem Verkauf ihrer Höfe anschließend keine neuen Betriebe mehr gründen dürften. Diese Einschränkung komme einem „Berufsverbot“ gleich.

Ferner demonstrierten FDF-Anhänger vor der Zentrale des niederländischen Verbandes des Lebensmitteleinzelhandels (CBL) in Leidschendam für eine „ehrliche Verteilung der Gewinnmargen in der Vermarktungskette“. Dafür werde bald eine Genossenschaft namens „FarmerFriendly“ gegründet, die die Vergabe und Abgabenfinanzierung eines entsprechenden Labels für Produkte im Lebensmitteleinzelhandel steuern solle. Dieser Plan werde bereits von der Vereinigung der Milchviehhalter (DDB) und dem Verband der Geflügelhalter (NVP) unterstützt.

Die seit Anfang 2020 laufenden Verhandlungen über eine Beteiligung des CBL an dem Konzept waren bislang erfolglos. Der niederländische Bauernverband (LTO) beteiligte sich offiziell nicht an den FDF-Aktionen. Die Aktionsgruppe gilt als radikal.


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Blindwütender Irrsinn ohne Realitätssinn

Hier wird der ganze Irrsinn des ungehinderten Wachstums offenbar. Es ist ja schon amüsant, daß ausgerechnet die Holländer ihre Landwirtschaft so gewaltig zusammenstauchen wollen. Aber anscheinend sagen sie sich, daß es eh schon egal ist wie hoch oder ihr Selbstversorgungsgrad ist, er ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Holland

war Holland in der Vergangenheit nicht auch ein von der Landwirtschaft geprägter Staat?. Wenn sie ihre Landwirtschaft aufgeben, was folgt dann? - Lebensmittel ohne Auflagen, Standards usw.. Ist die Bevölkerung in Holland anders aufgestellt als Deutschland mit dem Ruf nach Regionalität, ... mehr anzeigen

von Thomas Blöthner

Da hilft nur noch Hunger !

das was hier abgeht zeigt die ganze Dekadenz und Verlogenheit dieser verkommenen und egozentrischen Gesellschaft ! Aber gehungert wird ja leider immer wo anders

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

In Holland herrscht Krieg

Wenn man sich ansieht, was in Holland abgeht, kommt man zu dem Schluss, das die Landwirte dort vollkommen allein gelassen werden und sich im Krieg gegen den Staat befinden. Auflagen, die die Landwirte zur Aufgabe zwingen. Welche Perspektiven hat so eine Landwirtschaft noch? - steht uns in ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Eine gefährliche Nähe zur Diktatur.

von Wilhelm Grimm

Das wird noch zum Vorbild für unsere Bodenpolitik ?

Mit solchen Politikern führt man keine Gespräche, die kann man nur bekämpfen.

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