Studie

Welche Strategien verfolgen Landwirte als Unternehmer – und warum?

Neue Standbeine aufbauen oder beim Bewährten bleiben? Den Hof breiter aufstellen oder wachsen? Eine Umfrage gibt Einblicke, welche Faktoren die unternehmerische Aktivität von Landwirten beeinflussen.

Hoher Wettbewerbsdruck, liberalisierte Agrarmärkte und veränderte gesellschaftliche Anforderungen: Die Landwirtschaft ist im Umbruch, viele Betriebe sind im Schwebezustand und es herrscht Planungsunsicherheit. Sind die aktuellen Entwicklungen nun eher als Risiko oder als Chance zu sehen? Für die Landwirtschaft bergen sie zunächst einmal die Gefahr zusätzlicher wirtschaftlicher Belastungen, welche nicht direkt über den Markt vergütet werden.

Dennoch gibt es Gestaltungsspielraum und das gesellschaftliche Interesse bietet Potential für neue Geschäftsideen und -modelle. Welche über die klassische landwirtschaftliche Produktion hinausgehenden Aktivitäten haben Landwirte bereits auf ihren Betrieben etabliert? Und welche Faktoren beeinflussen die unternehmerische Aktivität von Landwirten? Das zeigt eine Umfrage der Universität Göttingen und der FH Südwestfalen in Soest. top agrar sprach mit Dr. Viktoria Graskemper über ausgewählte Ergebnisse im Interview.

Hintergrund der Umfrage

Um die unternehmerische Aktivität deutscher Landwirte zu untersuchen, befragten Dr. Viktoria Graskemper und Prof. Jan-Henning Feil im Winter 2018/19 im Rahmen einer breit angelegten Studie deutschlandweit über 800 landwirtschaftliche Betriebsleiter und Hofnachfolger, die bereits aktiv in die Leitung und Entwicklung des Betriebs involviert sind. Dementsprechend liegt das Durchschnittsalter der Teilnehmer bei 38 Jahren. Lediglich 15 % der Teilnehmer sind in der Altersgruppe 55 Jahre und älter. Die durchschnittliche Flächenausstattung liegt bei knapp 320 ha, wobei 36 % der Betriebe eine Flächenausstattung unter 100ha haben und die Hälfte in der Größenklasse 100-500 ha liegen. 12 % der Betriebsleiter geben an eine Fläche von über 500 ha zu bewirtschaften, 8 % sogar über 1000 ha.

BETRIEBLICHE STRATEGIEN

top agrar: Gilt das „wachsen oder weichen“ für Betriebe heute noch? Falls nicht, welche alternativen Strategien verfolgen Landwirte – auf Basis der Umfrage – dann?

Dr. Viktoria Graskemper: Die Ausweitung klassischer landwirtschaftlicher Produktion bietet längst nicht mehr allen eine Zukunftsperspektive. Die Wachstumsstrategie gibt es natürlich aber immer noch und für viele Betriebe macht das auch durchaus Sinn. Vor allem aber Betriebe, die in der Nähe von Ballungs- oder Tourismusgebieten liegen, haben häufig nicht die Möglichkeit, im klassischen Sinne landwirtschaftlich zu wachsen und greifen eher auf alternative Strategien zurück.

Meist spricht man hier von Diversifikation, also die Aufnahme...

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