Einloggen / Registrieren

Startseite

Schlagzeilen
Messen & Termine
Themen
Wir für Euch
Sonstiges

Nässe auf den Feldern Stilllegung 2024 Güllesaison

topplus Fleisch aus dem Labor

In-vitro-Fleisch: Burger aus dem Bioreaktor

Als erstes deutsches Unternehmen produziert das Start-up „Innocent Meat“ Laborfleisch. Gründerin und Landwirtstochter Laura Gertenbach will die Landwirtschaft integrieren.

Lesezeit: 3 Minuten

Frau Gertenbach, Sie stammen selbst von einem landwirtschaftlichen ­Betrieb in Rostock. Woher kommt die Idee, Laborfleisch herzustellen?

Gertenbach: Es war kein Idealismus, der mich auf die Idee gebracht hat, die Fleischproduktion in ein ­Labor zu verlegen. Es war Pragmatismus. Ich erzeuge und verkaufe auf dem Hof meiner Familie Fleisch von ­Durocschweinen aus Freilandhaltung. Schlachtung, Zerlegung und Verpackung sind für mich als Direktvermarkterin derzeit zu aufwendig und die Marge beim Verkauf ist zu gering. Als ich das erste Mal von Laborfleisch gehört habe, schien es all meine Probleme lösen zu können.

Newsletter bestellen

Das Wichtigste zum Thema Perspektiven dienstags, alle 14 Tage per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß der AGBs und den Datenschutzhinweisen zu.

Was genau macht Ihr Start-up?

Gertenbach: Gemeinsam mit ­einem Mitgründer habe ich 2019 das Start-up Innocent Meat ins Leben ­gerufen. Wir sind das erste deutsche Start-up, das aktiv in einem Labor an der Erzeugung von In-vitro-Fleisch ­arbeitet. Unser Ziel ist es, eine automatisierte Herstellung von Laborfleisch in großem Stil zu ermöglichen.

Sie wollen also kein eigenes Produkt in den Lebensmitteleinzelhandel bringen?

Gertenbach: Nein, wir wollen selbst kein Lebensmittel auf den Markt ­bringen. Wir wollen der Fleischindus­trie alle „Zutaten“, inklusive der Technik, für die Produktion von Laborfleisch liefern. Unser Prototyp waren 10 g Hackfleisch vom Duroc­schwein.

Der Begriff Laborfleisch ist trügerisch. Denn ohne tierisches Ausgangsmaterial lässt sich kein ­In-vitro-Fleisch erzeugen. Wir ver­wenden die Stammzellen von geschlachteten Freiland-Durocschweinen." - Laura Gertenbach

Wie wichtig ist das „Ausgangsmaterial“ für den Herstellungsprozess im Labor?

Gertenbach: Der Begriff Laborfleisch ist trügerisch. Denn ohne tierisches Ausgangsmaterial lässt sich kein ­In-vitro-Fleisch erzeugen. Wir ver­wenden die Stammzellen von geschlachteten Freiland-Durocschweinen aus unserem landwirtschaftlichen Betrieb als „Ausgangsmaterial“. Die Fleischrasse und die Haltung als Basis sind ausschlaggebend für die Weiterentwicklung im Labor. Die Zellen „füttern“ wir bei uns im Bioreaktor und kultivieren sie zu Hackfleisch (siehe Seite 22 – 23, „Fleisch aus dem Labor“).

Wie viel Laborfleisch lässt sich aus 1 kg Fleisch vom Schwein herstellen?

Gertenbach: Aus 1 kg können wir mehrere Tonnen Hackfleisch im Labor züchten.

Wo sehen Sie die Rolle der Landwirte in Ihrem Produktionsprozess?

Gertenbach: Wir wollen die Land­wirtschaft integrieren. Nicht nur durch die Ausgangszellen, sondern auch über das Nährmedium, das für das Zellwachstum im Labor unabdingbar ist. Ich kann unsere Zutatenliste nicht öffentlich nennen, aber die Grundlage für das Nährmedium ist eine Ackerpflanze, die hierzulande angebaut und im industriellen Maßstab geerntet wird. Im Grunde passiert bei uns im Labor genau das gleiche, was im Stall auch passiert – nur eben auf kleinster molekularer Ebene.

9

Bereits 9 Leser haben kommentiert!

Werden Sie top agrar-Abonnent und teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Lesern.
Jetzt abonnieren
Sie haben bereits ein Abonnement?
Jetzt einloggen.
top + top informiert ins Frühjahr

3 Monate top agrar Digital + gratis Wintermützen-Set + Gewinnchance für 19,80 €

Wie zufrieden sind Sie mit topagrar.com?

Was können wir noch verbessern?

Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wir arbeiten stetig daran, Ihre Erfahrung mit topagrar.com zu verbessern. Dazu ist Ihre Meinung für uns unverzichtbar.