top agrar plus Bullenmast

Bullen ohne Silomais mästen

Andreas Bauerdick zeigt, dass Bullenmast auf einem Grünlandstandort funktioniert – im neuen Stall sogar noch besser.

Wenn Andreas Bauerdick sich vor seinem neuen Bullenstall um 360° dreht, umgeben ihn Wald und Grünland. Denn der Familienbetrieb liegt in Arnsberg im Hochsauerlandkreis. Diese Region ist von der Forstwirtschaft geprägt. Prädestiniert für die Bullenmast ist der Standort auf den ersten Blick nicht. Der Landwirt betreibt dennoch den Hof mit Kälberaufzucht, Bullenmast und einem Lohnbetrieb. Dass er an die Zukunft des Betriebes glaubt, zeigt der neue Bullenstall für 126 Tiere.

Komfort zählt

Andreas Bauerdick entschied sich beim Stallneubau im Jahr 2018 für einen Tretmiststall. „Die Zukunft von Vollspaltenställen war mir zu unsicher“, berichtet Bauerdick. Sollte Nordrhein-Westfalen (NRW) Leitlinien für die Rinderhaltung nach niedersächsischem Vorbild erstellen, sei der Betrieb auf der sicheren Seite. Ebenso überzeugt ist er vom Komfort seines Stalles. „Mit Platz, Luft und Licht entwickeln sich die Bullen einfach gut“, bestätigt er.

Rund 126 Bullen sind in insgesamt 14 Buchten untergebracht. Jeder Bulle hat mindestens 4,5 m2 Platz. Damit konnte der Landwirt bei dem Neubau das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) in NRW nutzen und 35% Förderung beantragen. Die gesamten Baukosten lagen bei Netto 2300 € pro Platz. Ebenso entspricht der Stall den Richtlinien zur Förderung von artgerechten Haltungsverfahren auf Stroh in NRW. Dafür bekommt der Betrieb im Jahr 280 € pro Großvieheinheit. Allerdings ist der Mehraufwand für das Stallsystem nicht von der Hand zu weisen.

Denn in den sieben Meter tiefen Buchten liegt der höchste Punkt am Futtertisch. Mit 5% Gefälle verläuft die Fress- und Liegefläche vier Meter abwärts, dann folgt eine 25 cm hohe Abrisskante und die kombinierte Mist- und Liegefläche mit 3% Gefälle. Eingestreut wird täglich über den Futtermischwagen mit integriertem Strohgebläse. Der Strohbedarf an Langstroh liegt bei 4 bis 5 kg pro Tier und Tag. Denn in dem „umgekehrten Tretmiststall“ wird die gesamte Buchtenfläche eingestreut und nicht nur der höchste Stallteil.

Bauerdick mistet die Mist- und Liegefläche im hinteren Buchtenteil alle 14 Tage aus. Dafür benötigt er circa drei Stunden, inklusive des Umtriebs.

„Würde ich den Stall nochmal bauen, hätte ich mich für etwas andere Maße entschieden, um leichter misten zu können“, so Bauerdick. Der Mistgang könnte zur besseren Befahrbarkeit einen Meter breiter sein und die Abbruchkante etwas...

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