Einloggen / Registrieren

Startseite

Schlagzeilen
Newsletter
Messen & Termine
Themen
Wir für Euch
Heftarchiv
Sonstiges

BayWa in Insolvenzgefahr Ernte 2024 GAP-Vereinfachungen

AbL gegen DBV und Handel

AbL: Ruin vieler Milchviehbetriebe droht

Scharfe Kritik an der Milchpreis-Prognose des Deutschen Bauernverbandes und der Preispolitik des Handels übt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) befürchtet ein erschreckend niedriges Milchpreisniveau für 2019 - ausgelöst durch die Milchpreis-Prognose des Deutschen Bauernverbandes (DBV) von 33 ct/kg und den Werbekampagnen des Discounters Lidl für Biomilch für unter 1 €/Liter.

Die AbL betont, schon im letzten Herbst dazu aufgefordert zu haben, wegen der katastrophalen Futterernte und den damit drastisch gestiegenen Kosten mehr für die Milch zu bezahlen. Es brauche endlich ein klares Signal für einen Milchpreis, wie er von der Milcherzeugergemeinschaft MEG Milchboard im Milchmarkerindex mit über 40 Cent je Liter berechnet ist. „Nach zwei Jahren Milchkrise und der Dürre 2018 benötigen wir Milcherzeuger dringend Gewinne“, erklärt Lucia Heigl, stellvertretende AbL-Bundesvorsitzende und Milchbäuerin in der Oberpfalz.

Das Wichtigste zu den Themen Rind + Milch mittwochs per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß der AGBs und den Datenschutzhinweisen zu.

Die vom DBV genannte Preiserwartung an die Molkereien von 33 Cent je Liter bedeute dagegen, dass der Ruin vieler weiterer Milchviehbetriebe in Kauf genommen werde. „Wer damit insbesondere den Genossenschaftsmolkereien einen Freibrief für Tiefstpreise ausstellt, hat die anschließend geschlossenen Hoftore der Milchbauern mit einkalkuliert“, sagt der Milchbauer Otmar Ilchmann, AbL-Landesvorsitzender in Niedersachsen. „Mit dieser Aussage hat der DBV die möglichen Preise für das neue Jahr schon kleingeredet“, ergänzt Ilchmann.

Dabei habe das Institut für Ernährungswirtschaft (ife) für das Frühjahr 2019 bereits sinkende Milchmengen von 1% und mehr als Spätfolgen der letztjährigen Dürre prognostiziert, so die AbL in einer Mitteilung. „Dies muss sich doch mit den dürrebedingt hohen Futterkosten im Milchpreis widerspiegeln“, fordert Lucia Heigl. Daher ruft die AbL gerade die Milchbäuerinnen und Milchbauern zur Teilnahme an der Demonstration 'Wir haben es satt' am 19. Januar in Berlin auf, um ein klares Zeichen gegen die Niedrigpreispolitik zu setzen, die die bäuerliche Landwirtschaft in den Ruin treibe.

„Auch dem Handel scheint ein ausreichend hohes Preisniveau völlig egal zu sein“, erklärt Bernd Schmitz, Biomilchbauer und Landesvorsitzender der AbL in Nordrhein-Westfalen. Die Werbung des Discounters Lidl auf Großplakaten für hochwertige Biomilch für unter 1 €/l bezeichnet Schmitz als unverschämt. „Tierwohl, höchste Futterqualitäten und der Schutz der Umwelt bei der Biomilcherzeugung erfahren hier nur Missachtung“, ist Schmitz empört. „Ich habe es satt, dass mit den Kühen auf der Weide geworben wird, aber die Konsequenzen nach verdörrten Weiden und notwendigen Futterzukäufen bei einigen Marktpartnern völlig ignoriert wird. Mit höheren Preisen zu werben, damit die Biomilchbauern ihre Qualitäten und das Wohl der Tiere auch honoriert bekommen, wäre der richtige Weg für Wertschätzung von hochwertigen Lebensmitteln.“

top + Ernte 2024: Alle aktuellen Infos und Praxistipps

Wetter, Technik, Getreidemärkte - Das müssen Sie jetzt wissen

Wie zufrieden sind Sie mit topagrar.com?

Was können wir noch verbessern?

Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wir arbeiten stetig daran, Ihre Erfahrung mit topagrar.com zu verbessern. Dazu ist Ihre Meinung für uns unverzichtbar.