top agrar plus Weckruf an die Politik

Bauernfamilie fordert einheitliches EU-Herkunftskennzeichen

An den Landwirten wird der Umbau der Tierhaltung nicht scheitern. Sie stehen bereit. Doch wer kommt für die Mehrkosten auf? Teil 2 unserer Reportagereihe "Weckrufe an die neue Regierung".

Dass eine Investition in tierwohlgerechte Ställe nicht automatisch mit höheren Milchpreisen belohnt wird, musste das Ehepaar Prien aus Schillsdorf (Schleswig-Holstein) schmerzhaft feststellen.

Dr. Kristin Prien (47) und ihr Mann Thomas (46) investierten vor sieben Jahren 1,2 Mio. € in einen neuen Boxenlaufstall für 170 Kühe (inklusive Melkhaus). Dabei sind sie weit über den gesetzlichen Standard hinausgegangen. So gibt es in dem modernen Stall nicht nur Hochboxen mit extra weichen Gummimatten und Tageslichtlampen, sondern auch einen 180 m² großen Auslauf für die Tiere. Außerdem planten sie für ihre kranken Tiere und Frischabkalber ein großzügiges Strohabteil mit sechs separaten Boxen ein.

Mehr Tierwohl aber nicht mehr Geld

Mit dem Plus an Tierwohl verfolgte das Ehepaar vor allem zwei Ziele: Sie wollten, dass es ihren Tieren gut geht und hatten sich natürlich auch einen höheren Milchpreis von ihrer Molkerei Arla erhofft. Doch die Realität sieht anders aus. „Die Molkerei bzw. die Gesellschaft vergütet uns den Mehraufwand nicht ausreichend“, sagt die promovierte Tierärztin Kristin Prien resigniert.

Seit Anfang an ist der Betrieb beim Programm „Arlagarden“ dabei. Arla fordert dabei höhere Standards als der Gesetzgeber, z.B. müssen die Betriebe ihre Kälber unter Betäubung enthornen und dürfen ihre Kühe nur noch bei einer erhöhten Zellzahl trocken stellen. „Wir haben für das Programm immer 1 ct/kg mehr bekommen. Seit April 2021 hat die Molkerei diesen Cent jedoch in den Grundpreis integriert. Wer da nicht mitmacht, bekommt Abzüge“, erklärt Kristin Prien.

Derzeit zahlt Arla 30 ct/kg und belohnt den Betrieb Prien für hohe Fett- und Eiweißgehalte,...

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