„Charta Weidehaltung" in Niedersachsen unterzeichnet

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat am Mittwoch gemeinsam mit dem Grünlandzentrum Niedersachsen-Bremen und fast 20 Vertretern aus Landwirtschaft, Wirtschaft und von Nichtregierungsorganisationen die „Charta Weideland Norddeutschland" in Aurich unterzeichnet.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat am Mittwoch gemeinsam mit dem Grünlandzentrum Niedersachsen-Bremen und fast 20 Vertretern aus Landwirtschaft, Wirtschaft und von Nichtregierungsorganisationen die „Charta Weideland Norddeutschland" im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft in Aurich unterzeichnet.

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und das Landvolk sowie Natur- und Umweltschutzverbände, Molkereien, die Universität Göttingen, die Welttierschutzgesellschaft, Slow Food Deutschland und das Grünlandzentrum Niedersachsen-Bremen. Dieses koordiniert seit Frühjahr 2014 das vom Land Niedersachsen mit insgesamt fast 290.000 Euro geförderte dreijährige Projekt „Weideland Niedersachsen", an dem auch die Georg-August-Universität Göttingen und die Molkerei Ammerland beteiligt sind.

Meyer wies darauf hin, dass die Charta genau zur richtigen Zeit komme. „Alle Unterzeichner wollen sich dafür einsetzen, dass die Weidehaltung von Milchkühen als prägendes Merkmal von Landschaft und Landwirtschaft eine Zukunft hat und nicht zum Auslaufmodell wird." Die Charta diene überdies dem Erhalt des Grünlandes und sei „die Stärkung einer Produktionsform, die auf hohe Akzeptanz in der Bevölkerung stößt". Diesen Trumpf wolle Niedersachsen noch stärker vermitteln und dafür auch eine bessere Honorierung generieren.

„Die Gesellschaft will mehrheitlich Kühe auf der Weide sehen. Deshalb sollte durch eine klare Weidemilchkennzeichnung auch eine höhere Wertschöpfung beim Verbraucher erzielt werden können", sagte der Landwirtschaftsminister. Er mache sich Sorgen, „dass sich die Tendenz zur ganzjährigen Stallhaltung verfestigt. Diesem Trend wollen wir auch mit der Charta entgegensteuern."

Die Unterzeichner der Charta bekennen sich zur „Aufrechterhaltung der Weidehaltung von Milchkühen als relevanter Bestandteil der norddeutschen Produktionssysteme". Sie plädieren für eine „diversifizierte Milchwirtschaft", um flexibler auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. Zugleich loben sie die positiven Effekte der Weidehaltung auf Umwelt, Tiergesundheit, Landschaftsbild und Tierwohl. Ganz wichtig: Laut Charta sollen zusammen mit Landwirten, Molkereien, Handel, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie Nichtregierungsorganisationen Kriterien für Weidemilch und Weidegang definiert werden.

„Der Mehrwert des Weidegangs soll für die Gesellschaft deutlich sein", sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer und plädierte für eine transparente Kennzeichnung. „Die Mehrleistung engagierter Bauern muss honoriert werden. Milch insgesamt und Weidemilch im Besonderen sind mehr wert als die derzeit dramatisch gefallenen Preise."


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