Futterprotein

Erbsen für Kühe?

Kleine Frucht mit großer Wirkung: Untersuchungen des Versuchsguts Köllitsch zeigen, dass die Erbse als heimische Frucht das Potenzial hat, die Proteinlücke zu schließen und sich dabei auch rechnet.

Unsere Autoren: Christian Kuhnitzsch und Prof. Olaf Steinhöfel, LfULG, Köllitsch.

Bei der Suche nach alternativen Proteinfuttermitteln für die Wiederkäuerernährung rücken einheimische Körnerleguminosen, wie Erbsen, Ackerbohnen oder Lupine, in den Fokus. Wer sie in Milchkuhrationen sucht, wird jedoch selten fündig.

In den Hochleistungsrationen der sächsischen Rinder sind z.B. im Mittel nicht mehr als 0,2 % des Proteinbedarfs durch einheimische Körnerleguminosen gedeckt. Bei Betrachtung der Erbse ist dafür vorrangig die mangelhafte Preiswürdigkeit gegenüber den Extraktionsschroten verantwortlich.

Andere Hemmnisse sind zu geringe Erträge aufgrund von hohen Kornverlusten beim Mähdrusch, diverse Probleme durch einen hohen Druck von mikrobiellen Schaderregern und Insekten sowie die notwendige Anbaupause von zehn Jahren auf einer Fläche. Hohe Trocknungskosten und eine im Vergleich zu den Extraktionsschroten zu geringe Proteinbeständigkeit in den Vormägen der Wiederkäuer halten ebenfalls viele Landwirte davon ab, die Erbse in der Ration einzusetzen.

Das soll sich nun ändern: Ein vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gefördertes Projekt will im Rahmen der Eiweißinitiative unter dem Namen „SilaToast“ den Einsatz und die Preiswürdigkeit von Erbse und Ackerbohne steigern. Das soll die Frucht attraktiver für die Fütterungspraxis machen.

Tierernährer des Lehr- und Versuchsguts (LVG) Köllitsch untersuchten mit Unterstützung durch die Professur für Tierernährung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine neue Idee der hofeigenen Aufbereitung der Leguminosenkörner.

Ziel war es, herauszufinden, ob ein derartiges System einen positiven Einfluss in der Milchkuhfütterung haben kann. Das Ergebnis: Die erwartete Steigerung des Futterwertes der Erbsen hat sich mehr als bestätigt (siehe Zusatzinfo „Wirkung auf die Kühe“ unten).

11 ha Versuchsfläche

Zuerst prüften die Forscher Anbau und Einfluss der Silierung bzw. Wärmebehandlung von Erbsen auf die Inhaltsstoffe. Eine bis zu zwei Wochen frühere Ernte soll die erntebedingten Kornverluste minimieren. Dabei strebten sie einen Trockenmassegehalt von 70 % an.

Durch Silieren statt Trocknen können Landwirte das erntefeuchte Korn...

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Diskussionen zum Artikel

von Wilfried Brade

Nachtrag

Sehr geehrter Herr Professor Steinhöfel, sehr geehrte BLE-Mitarbeiter, bei Milchkühen kann man also sowohl die Erbsen als auch das Erbsenkraut nutzen; zum richtigen Zeitpunkt geerntet und konserviert und wiederkäuergerecht verabreicht.... Und: unserer Vorfahren wussten auch schon, ... mehr anzeigen

von Egge Mansholt

Das Problem ist, es den Jungbauern zu vermitteln. Wenn jetzt aktuelle Versuchsergebnisse auftauchen, werden sie es eher akzetieren. Als ich vor ungefähr 15 Jahren als Konvi das erste mal Ackerbohnen angebaut habe, haben viele junge landwirschaftl. interressierte Leute gefragt, was das ... mehr anzeigen

von Wilfried Brade

Eine 'tolle' Innovation, gefördert von der BLE

Das ist Nichts Neues. Bereits in meinem Lehrbetrieb wurden - vor mehr als 60 Jahren - Erbsen angebaut. Die Erbsen gedroschen und als grüne Erbsen in Gläsern für die Humanernährung konserviert. Und das Erbsenkraut gleichzeitig im Hochsilo konserviert. Das silierte Erbsenkraut (mit ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Erbsen in der Rinderfütterung

Ich kann Dr. Brade nur zustimmen. Auch für mich ist die Verfütterung von Erbsen nicht unbekannt und die Professoren Bergner, Hennig , Nehring haben diese im Futterregime der Milchkühe wissenschaftlich untersuchen lassen. Das Rostocker Futterbewertungssystem bewertet Erbsen auch ... mehr anzeigen

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