Milchmarkt

Erste Ergebnisse zum Modul Nachhaltigkeit Milch

Am Rande der Grünen Woche hat der Milchindustrie-Verband die Pilotphase des Nachhaltigkeitsmoduls Milch erläutert. In der aktuellen top agrar-Ausgabe 2/2019 finden Sie die ersten Ergebnisse.

Auf der Pressekonferenz des Milchindustrie-Verbandes (MIV) in Berlin gab der Vorsitzende Peter Stahl Einblick in das Thema „Nachhaltigkeit in der deutschen Milchwirtschaft“ und erläuterte das laufende Pilotprojekt.

Zusammen mit dem Thünen-Institut, Braunschweig, und dem Verein QM-Milch e.V. führt der Verband eine Pilotphase des Nachhaltigkeitsmoduls Milch im Rahmen der QM-Milch-Zertifizierung durch. 34 Molkereien nehmen an dem Pilotprojekt teil. Anhand eines Fragebogens wurden die Bedingungen auf den milchwirtschaftlichen Erzeugerbetrieben erfasst. Das Gesamtprojekt wird durch die Bundesregierung über die BLE-Bonn mitfinanziert.

Branche ist selbst aktiv geworden

„Die Milchwirtschaft ist von sich aus aktiv geworden und will diesen weiter Weg beschreiten“, betont Peter Stahl. Die ersten aussagekräftigen Ergebnisse der Auswertungen würden nun vorliegen, zu denen sich jetzt Molkerei und Milcherzeuger austauschen und Verbesserungsmöglichkeiten diskutieren könnten.

Darüber hinaus erleichtern die Projektergebnisse die Gespräche mit den Kunden und Abnehmern der Produkte, so der MIV. Die weiterverarbeitende Industrie, aber auch der Lebensmitteleinzelhandel würden mehr Transparenz und belastbare Aussagen zum Thema Nachhaltigkeit sowie Tierwohl verlangen. Sie stünden dem Nachhaltigkeitsmodul daher positiv gegenüber und begrüßten das Vorangehen der Branche, das ggf. auch einer weiteren Segmentierung im „Siegel-Dschungel“ entgegenwirken könne.

Molkereien für Ausstieg aus ganzjähriger Anbindung

Außerdem gibe das Nachhaltigkeitsmodul Hinweise zum Thema Tierwohl und Haltungssysteme von Milchkühen. Der MIV teilt die Haltung der Molkereien in Bayern und Baden-Württemberg zur zukünftigen Ausrichtung der Milchviehhaltung. Und auch die Umstellung der ganzjährigen Anbindehaltung hin zu einer Laufstall- bzw. Kombinationshaltung bis zum Ende der nächsten Dekade findet sich bereits in dem im Oktober 2018 verabschiedeten MIV-Strategiepapier.

„Das ist noch nicht das Ende der Geschichte“, meint Hans Holtorf, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes. Die Initiative Nachhaltigkeit soll weiter entwickelt werden, indem noch mehr Landwirte und Molkereien in das System integriert und aus den Ergebnissen der Pilotphase die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. „Das Thema Nachhaltigkeit und Tierwohl begleitet uns sicherlich die nächsten Jahre“, so Hans Holtorf.

Weiterentwicklung für 2020

Erfreulicherweise sei es der Branche gelungen, die Kriterien und Anforderungen des QM-Milch-Standards weiterzuentwickeln und in eine Version 2020 zu überführen. Diese werde nach der Akkreditierung durch die DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) im Jahr 2020 an den Start gehen. Eine wesentliche Neuerung sei die zusätzliche risikoorientierte Bewertung bestehender Kriterien anhand der drei Themenbereiche Tierwohl, Milchhygiene und betriebliches Umfeld – ein deutliches Plus für die Aussagekraft. Das Ergebnis soll in Zukunft, ähnlich andere Zertifizierungssystemen, über die Audithäufigkeit auf den Höfen entscheiden.

Insgesamt seien die Nachhaltigkeit und der QM-Milch-Standard gute Beispiele für eine erfolgreiche und partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette Milcherzeuger und Molkerei.

Bauernverband stellt klar

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat sich nach Veröffentlichung der Pressemitteilung des Milchindustrie-Verbandes (MIV) bei top agrar gemeldet und möchte folgendes klarstellen: "Das „Nachhaltigkeitsmodul Milch“ wurde vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft zusammen mit dem Projektbüro Land und Markt im Auftrag des QM-Milch e.V. erarbeitet. Diese drei Akteure sind auch Partner im Pilotprojekt, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird. Praxispartner in der Pilotphase sind bundesweit 34 Molkereien. Das Nachhaltigkeitsmodul Milch unterliegt nicht der Auditierung und Zertifizierung. Es handelt sich um eine Erhebung von Nachhaltigkeitsaspekten auf Milchviehbetrieben mittels Fragebogen, der durch die Landwirte auszufüllen ist. Die Umsetzung des Nachhaltigkeitsmoduls Milch erfolgt inhaltlich also unabhängig vom QM-Milch Audit und ist kein Bestandteil der QM-Milch Zertifizierung. Weitere Infos www.qm-milch.de/nachhaltigkeit"

In der aktuellen top agrar-Ausgabe 2/2019 finden Sie die ersten Daten zur Nachhaltigkeit von 5.000 Milcherzeugern aus 34 Molkereien.

Niederlande diskutieren über Halbierung des Viehbestandes

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

Schreiben Sie Patrick Liste eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Albert Maier

Herr Merk!

Sie haben uneigeschränkt recht!

von Rudolf Rößle

War klar

dass die Milchqualitätskriterien im Vordergrund stehen. Dazu noch möglichst neu zu bauende Laufställe im Ausenbereich mit umliegenden Weiden. Den Milchpreis mit diesen Maßnahmen dauerhaft über 40 Cent zu heben sollte ganz oben auf der TO DO Liste stehen, um die Bauern finanziell bei ihren Bemühungen zu unterstützen.

von Hans Merk

Gute Basis für erfolgreiche , partnerschaftliche Zusammenarbeit?

Vielleicht versteh ich das alles falsch, aber wenn ich das so lese denke ich die Molkereien stellen noch ein paar mehr studierte, praxisferne, schlaudaherredende Nichtsnutze, welche von unserem Milchgeld bezahlt werden, ein. Dann denkt man sich als Daseinsberechtigung für dies Dünnbrettbohrer neue Auflagen und Kontrollen für die Bauern aus, also jene Deppen die jetzt schon 12 bis 18 Stunden im Stall stehen und oft händeringend nach Arbeitskräften suchen die sie sich eigentlich kaum leisten können. Am Ende ist der ganze Schmarrn Standard und Bauern bleiben auf Kosten und Arbeit sitzen. Nicht zu vergessen daß der ganze Mist 95 Prozent der Verbraucher beim Einkauf einen Dreck interessiert, die anderen 5% trotzdem kaufen wenns nichts anderes gibt bzw. billigeres gibt und die NGOs nach dem Motto kleiner Finger - ganzer Arm munter weiterkritisieren. Zur Zeit frag ich mich allen Ernstes weshalb aus unseren Genussmolkereien Verdrussmolkereien werden?? Wollt ihr "Partner" unbedingt einen Kahlschlag unter den Milchbetrieben? Oder hat das ganze in eueren aufgeblähten Wasserköpfen schon so eine Eigendynamik dass das selbst die Führungsebene im von Kaffeepausen zerrissenen Fastachtstundentag nicht mehr begreift. Und ihr werdet euere Milch nicht von durchschnittlichem 300 Kuhbetrieb in Deutschland bekommen. Ihr werdet sie umweltfreundlich und bestimmt nachhaltig mit LKW aus Polen oder noch weiter östlich holen müssen. Wem ist dadurch geholfen?

von Gerd Uken

Dazu passt aber gar nicht das

Eine Molkerei jetzt ihre Weidemilch um 18 Cent je Lieter gesenkt hat. Höhere Standards u. billiger Jakob, aber keinen Cent extra Genossen sind ja alle gleich!?

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen