Farmwalk: Tipps für das Weidemanagement

Die Weidesaison läuft auf Hochtouren. Doch wie viel Gras liefert die Weide? Welche Mengen Kraft- und Mineralfutter bzw. Silage sollten Milchviehhalter zufüttern? Diese Fragen waren Thema beim zweiten „Farmwalk“ des Gründlandzentrum Niedersachsen/Bremen.

Weideprofis tauschen praktische Tipps für die Weide aus. Auf 0,25 qm schneidet Hendrik Lübben das Gras. Den Aufwuchs rechnet er dann auf die gesamte Weidefläche hoch. (Bildquelle: Grünlandzentrum)

Die Weidesaison läuft auf Hochtouren. Doch wie viel Gras liefert die Weide? Welche Mengen Kraft- und Mineralfutter bzw. Silage sollten Milchviehhalter zufüttern? Diese Fragen waren Thema beim zweiten „Farmwalk“ des Gründlandzentrum Niedersachsen/Bremen.

Ihre Erfahrungen rund um das Weidemanagement tauschten Landwirte beim zweiten Weiderundgang, dem sogenannten „Farmwalk“ aus. Weidecoach Lena Dangers vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen leitete den Rundgang dem Hof von Hendrik Lübben in Nordenham.

Der Hof Lübben mit 180 Kühe und 145 Hektar Grünfläche ist einer von drei Pilotbetrieben im Projekt „Weidecoach“. Projektleiterin Lena Dangers misst hier regelmäßig den Grasaufwuchs und errechnet die zur Verfügung stehende Trockenmasse je Hektar. So wissen die Landwirte, wieviel Gras den Kühen zur Verfügung steht und was sie an Kraft- und Mineralfutter beziehungsweise Silage zusätzlich benötigen.

Dass jeder Landwirt die Rechnung ein wenig anders aufstellt beim Mengenbedarf an Kraftfutter, wurde im Gespräch mit den zwölf Teilnehmern schnell klar. Ein Grund dafür ist die unterschiedliche Zeit, die die Kühe auf den Weideflächen zubringen. Während die einen Tiere Tag und Nacht freien Zugang haben, stehen andere nur stundenweise auf der Weide. Wichtig sei in jedem Fall eine „schonende Umstellung“ im Frühjahr, sagte Ringberaterin Mara Lungershausen aus Schortens: „Nach der Stallsaison im Winter sollte man stundenweise beginnen, dann auf halbe Tage steigern und in den ersten 14 Tagen mindestens die Hälfte der Ration am Trog füttern.“

Den Kraftfuttereinsatz empfahl sie je nach Weidequalität im Sommer mutig zu reduzieren und bei großen Unterschieden zwischen den einzelnen Tieren diesen idealerweise im Melkstand oder an der Futterstation anzupassen. Hohe Harnstoffwerte bei einem hohen Anteil von Weidegras seien kein Grund zur Sorge, erläuterte die Beraterin: „250 – 300  Milligramm pro Liter Milch dürfen Weidetiere jetzt haben. Die Kühe sind trotzdem gesund!“

Bei der Kraftfutter- und Mineralstoffwahl riet sie den Landwirten zu Sorten mit negativen Harnstoffwerten (RGB), hohem nutzbaren Rohprotein (nXP) und Komponenten wie Körnermais, Trockenschnitzel oder geschütztem Rapsschrot, die langsam beziehungsweise am Darm verdaut werden könnten. Sie empfahl den Landwirten außerdem, die Mineralversorgung ihrer Tiere sicherzustellen und deren Kotkonsistenz zu kontrollieren. „So werden die Kühe optimal versorgt und die Tiergesundheit bleibt erhalten.“
 

Artikel geschrieben von

Anke Reimink

Redakteurin Rinderhaltung

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