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Fliegen zur Weidesaison vertreiben

Lästige Insekten auf der Weide führen zu Stress und Leistungseinbußen. Manche Parasiten können zudem Krankheiten übertragen. Wie Sie Ihre Rinder schützen, erfahren Sie hier.

Lesezeit: 4 Minuten

Die wärmeren Tage kommen seit einigen Jahren immer früher zurück und bringen das Ungeziefer gleich mit. Je schneller die Temperaturen im Frühjahr ansteigen, desto schneller vollzieht sich in der Regel auch die Entwicklung der Insekten. In Schwärmen machen Fliegen, Bremsen, Mücken und Zecken den Weidegängern das Leben schwer. Das kann zu Leistungseinbußen und zur Übertragung von Krankheiten führen. Die gängigste Maßnahme, um den Fliegendruck auf der Weide zu senken, ist der Einsatz von Repellentien. Diese wirken über Kontaktgifte direkt am Rind.

Ohrclips für Jungvieh und Mutterkühe

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Die auf dem Markt verfügbaren Ohrclips eignen sich vor allem für Jungvieh und Mutterkühe. Sie sind entweder wie eine dritte Ohrmarke einzuziehen oder an einer bereits bestehenden Ohrmarke zu befestigen. Die in den Ohrclips enthaltenen Wirkstoffe Cypermethrin oder Permethrin sind Kontaktinsektizide. Es kann zwar einige Tage dauern, bis sich der Wirkstoff vom Ohr des Tieres über alle Fellregionen verteilt hat, jedoch ist die Wirkungsdauer mit bis zu fünf Monaten im Vergleich zu anderen Mitteln hoch. Ist die Entscheidung für Ohrclips gefallen, sollte der Landwirt den Zeitpunkt des Einsatzes gezielt wählen.

Nicht zu früh einsetzen

Tierarzt Dr. Jan Ennen aus Friesland (Niedersachsen) rät, die Ohrclips erst ab Juni statt bereits zu Beginn der Weidesaison im April anzubringen. So sind die Rinder zur Insektenhauptsaison im September noch ausreichend geschützt. Auch Siegfried Steinberger, Weidespezialist der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), empfiehlt, die Ohrmarken nicht gleich zu Beginn der Weideperiode einzusetzen: „Zwar gehen die Tiere durch den inzwischen um drei Wochen verfrühten Vegetationsbeginn früher auf die Weide, jedoch sollte man die Ohrmarken trotzdem nicht vor Mai einsetzen.“

Beide Experten sind sich einig, dass bei Jungvieh ab einem Lebendgewicht von 200 kg und Mutterkühen der Einsatz von Ohrclips sinnvoll ist. Einmal korrekt angebracht, muss der Landwirt diese erst am Ende der Weidesaison wieder entfernen. Das erspart wiederholte Eingriffe in den Tagesablauf der Tiere. Beim Einsatz von Ohrclips am Rind muss der Landwirt weder für Fleisch noch für Milch Wartezeiten berücksichtigen.

Pour-Ons für Milchkühe

Bei Milchkühen, die ohnehin täglich von der Weide in den Melkstand gehen, haben sich dagegen sogenannte Pour-On-Präparate zur Abwehr von Fliegen bewährt. Diese wirken über das Kontaktinsektizid Deltamethrin. Zwischen den Schulterblättern und entlang der Rückenlinie gießt der Landwirt abhängig vom Gewicht des Rindes 10 bis 30 ml des Pour-Ons auf dessen Rücken. Einmal aufgegossen, setzt die Wirkung sofort ein.

Die Wirkungsdauer von sechs bis zehn Wochen kann das Insektizid jedoch nur erreichen, wenn es nicht unmittelbar nach dem Auftragen regnet. Außerdem sollte es während des Auftragens nicht zu heiß sein, denn sonst besteht die Gefahr, dass die Rinder das Pour-On ablecken.

Alle zehn Wochen kann der Insektenschutz aufgefrischt werden. Die Hersteller empfehlen, Schädlingsresistenzen vorzubeugen, indem Landwirte ihre Tiere auf derselben Weidefläche nur einmal pro Saison behandeln. Beim Pour-On-Einsatz sollten Landwirte beachten, dass zwar auf Milch keine Wartezeiten entstehen, die Wartezeit auf Fleisch jedoch 18 Tage beträgt.

Krankheiten Eindämmen

Neben weniger Stress durch Plagegeister, können Repellentien auch dazu beitragen, die Übertragung von Krankheiten einzudämmen. Zu den von Insekten übertragenen Erregern gehören beispielsweise das Schmallenberg- und das Blauzungenvirus. Diese können Fieberzustände und Milchleistungsrückgänge hervorrufen oder bei trächtigen Tieren schwere Schäden am ungeborenen Kalb verursachen. Darüber hinaus spielt die Augenkrankheit Weidekeratitis eine große Rolle. Hierbei übertragen Fliegen Bakterien, welche eine schmerzhafte Infektion des Rinderauges hervorrufen. Das führt zusätzlich zu Leistungseinbußen langfristig zum Erblinden der Rinder. Fliegenschutzmittel können die Übertragungsrisiken zwar nicht vollständig eliminieren, aber immerhin reduzieren.

Schonend einsetzen

Entwurmungsmittel haben durch Rückstände im Kot einen nachgewiesenen Einfluss auf die Insektenfauna. Auch ein Einfluss von Fliegenabwehrmitteln ist aufgrund ihres breiten Wirkungsspektrums nicht auszuschließen. Deshalb sollte der Landwirt bei Repellentien die entsprechenden Dosierungsempfehlungen einhalten. Die Hersteller empfehlen außerdem während der Anwendung Handschuhe zu tragen, um übermäßigen Kontakt mit den Wirkstoffen zu vermeiden.

Resistenzen vermeiden

Wenn Landwirte denselben Wirkstoff über lange Zeiträume stetig am selben Ort einsetzen, können die dortigen Insekten Resistenzen ausbilden. Diese Maßnahmen helfen Resistenzen zu vermeiden

  • Weder über- noch unterdosieren, sondern die vom Hersteller empfohlene Wirkstoffmenge anwenden. Hierbei ist das tierindividuelle Lebendgewicht zu berücksichtigen.
  • Von Saison zu Saison den Wirkstoff wechseln.
  • Die Vermehrungszyklen der Insekten unterbrechen. Es hilft bereits, feuchte Stellen auf der Weide trockenzulegen. Das trägt dazu bei, den Generationswechsel zu verlangsamen.

Dieser Beitrag ist in der top agrar Ausgabe 5/2020 erschienen.

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