Vorschlag

Klöckner für Investitionsförderprogramm „Stallumbau für mehr Tierwohl“

Agrarministerin Klöckner schlägt ein Konjunkturhilfeprogramm für den Bau tierwohlfreundlicher Ställe vor. Die Corona-Krise zeige, wie wichtig eine unabhängige, zukunftsfähige Landwirtschaft sei.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner fordert eine Förderung von Stallumbauten, die nicht mit Kapazitätsausweitungen verbunden sind, sondern zeitnah mehr Tierwohl ermöglich. Das sei gewollt, sowohl von Verbrauchern als auch von Tierhaltern, sagte sie am Mittwoch.

„Wir brauchen deshalb erhebliche Investitionen in Stallumbauten. Nicht um die Tierbestände zu vergrößern, sondern um dem aktuellen Bestand mehr Platz und Bewegung zu bieten“, so die Ministerin. Der Preisdruck in der Tierhaltung und Fleischwirtschaft sei enorm, der Erwartungsdruck ebenso. Um Wettbewerbsverzerrungen und Kostennachteile heimischer Tierhalter innerhalb Europas zu vermeiden, Abwanderungen zu verhindern und regionale Versorgung zu sichern, werde es ohne eine solche Unterstützung für die Tierhalter nicht gehen. „Ein Investitionsförderungsprogramm für die Tierhaltung im qualitativen Bereich dient nicht nur der Standortsicherung, sondern vor allem dem Tier- und Umweltschutz.“

Die aktuelle COVID-19-Pandemie habe laut Julia Klöckner auch deutlich vor Augen geführt, wie wichtig die unabhängige regionale Erzeugung von qualitativ hochwertigen, gesunden und sicheren Nahrungsmitteln sei. Gleichzeitig sei aufgrund klimabedingter Veränderungen und begrenzter Ressourcen mit wachsenden Produktionsrisiken zu rechnen, die von der Landwirtschaft weitreichende Anpassungsleistungen erfordern. Zudem sehe sich die Landwirtschaft auch weiterhin mit veränderten gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert. Diese würden insbesondere die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere betreffen, aber auch ganz grundsätzlich landwirtschaftliche Produktionsverfahren in Frage stellen.

Der Landwirtschaftsstandort Deutschland und Europa und die regionale Nahrungsmittelproduktion seien zurecht systemrelevant. Die strategische Frage einer nachhaltigen Ausrichtung der gesamten Wertschöpfungskette der Ernährungssicherung gehöre zum Herzstück einer robusten Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund müsse die heimische Land- und Forstwirtschaft sowie die ländlichen Räume in Deutschland auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit gestärkt und bei den bevorstehenden Anpassungen bestmöglich unterstützt werden.

Neben dem klaren Fokus auf die Herstellung von Nahrungsmitteln seien das Tierwohl sowie die effiziente Nutzung und der Schutz der natürlichen Ressourcen wichtige Entwicklungspfade im Sinne der Agenda 2030 – gepaart mit Innovation, Forschung und Zukunftsinvestition.


Diskussionen zum Artikel

von Günter Schanné

Stallumbau für mehr Tierwohl

Dass unsere Landwirtschaft derzeit nicht zukunftsfähig ist, wurde bereits 2015 im Gutachten des WBA beim BMEL festgestellt. Da das Trägheitsmoment in der Landwirtschaft enorm ist, dauert es eben bis zur Umstrukturierung der Landwirtschaft zu mehr Tierwohl und Umweltschutz. Da heißt es: ... mehr anzeigen

von Adolf Bauer

Herr Schanne,

Ihr "Trägheitsmoment " soll wohl heissen, dass die konventionelle Landwirtschaft nicht bereit ist, Veränderungen anzupacken. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass jede Veränderung sehr viel Geld kostet. Geld dass nicht durch Gebührenordnungen abgedeckt ist. Geld, dass auch ... mehr anzeigen

von H. K.

Wie bescheuert muss

man sein ? wenn man in diesen Land noch in Tierhaltung investieren sollte!

von Steffen Hinrichs

Eine Weideprämie wäre ja auch mal schön !

Denn aus wirtschaftlicher Sicht gehen wir immer mehr in Richtung Stallhaltung

von Johann Schneider

Einfach und schnell

Viehbestand abstocken.Auch gut für Nährstoffbilanz und Arbeitsbelastung.Und wenn alle mitmachen auch gut für Geldbeutel.

von Steffen Hinrichs

Bei dieser Bewustseinsänderung sind dann wohl die Freihandelsabkommen vom Tisch !!!

Wenn Klöchner Wort hält sollte MERCOSUR-und Neuseeland Abkommen nicht mehr abgeschlossen werden !!!

von Wilhelm Grimm

Aus deutschen Landen frisch auf den Tisch, das ist vorbei !

Wir sind ein Volk von Bedenkenträgern geworden. wenn jetzt noch eine Tellerschnecke, die noch schnell mal zwangsweise umgesiedelt worden ist, auftaucht, könnten sie gleich ihre Rente beantragen. Deutschland ist nur noch eine Lachnummer, aber zum Weinen. Die Bauämter früherer Jahre ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Wie war

Und die Niederlande gleich mit das haben wir schon gemeinsam

von Gerd Uken

Das muss man sich nun mal reinziehen

Frau Ministerin will Förderung für mehr Tierwohl! Wie bewerkstelligt man das weiß sie was da für ein Rattenschwanz hinterher kommt oder soll das alles ohne Baugenehmigung von statten gehen. Da sind dann erst mal viele Architekten in Arbeit u. Brot . Denn ohne Vergrößerung wird es ... mehr anzeigen

von Lars Henken

5 Jahre

Mein Nachbar darf jetzt endlich im August mit dem Bau des neuen Schweinestalls beginnen. Die Erlangung der Baugenehmigung hat 5 Jahre in Anspruch genommen.

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