Milchpreise

QM+: Hohenloher Molkerei zahlt kompletten Zuschlag von 1,2 ct/kg

Die Erzeuger der Hohenloher Molkerei, die nach QM+ zertifiziert sind, sollen den Zuschlag von 1,2 Cent komplett ausbezahlt bekommen.

Bei der Diskussion um die Branchenvereinbarung zu QM+ ist die Hohenloher Molkerei in die Offensive gegangen. Der Vorstand der Molkereigenossenschaft mit Sitz in Schwäbisch Hall hat einstimmig beschlossen, dass alle Erzeuger, die nach QM+ zertifiziert sin, den Zuschlag von 1,2 Cent komplett ausbezahlt bekommen. Das verkündete Martin Boschet, Geschäftsführer der Hohenloher Molkerei, auf der zweiten virtuellen Erzeugerversammlung.

Laut Branchenvereinbarung soll nur für die im Handel gelisteten Milchprodukte, die aus QM+-Milch hergestellt werden, der Zuschlag gezahlt werden. Das hätte zur Folge, dass die Erzeuger nur einen Bruchteil des Zuschlages bekämen, obwohl die zusätzlichen Kosten für die Erfüllung des QM+-Standards die gesamte im Betrieb erzeugte Milch belasten.

Weitergehende Differenzierungen des Milchpreises z. B. für ganzjährige Anbindehalter sind laut Boschet nicht geplant. „Wir wollen die Landwirte nicht abstrafen, die seit Jahrzehnten Milch erzeugen“, so der Geschäftsführer gegenüber top agrar. Gerade die älteren Landwirte, die in den nächsten Jahren aufhören, dürften nicht in die Ecke gestellt werden. „Als Genossenschaft müssen wir alle Bauern gleich behandeln. Wir haben 830 Lieferanten, und die wollen wir nicht spalten.“

Boschet machte deutlich, dass die Diskussion um die Anbindehaltung der Branche vom Handel übergestülpt worden sei, der selbst von den NGOs getrieben sei.

Die Marktlage nutzen

Der Molkereigeschäftsführer verwies auf die deutlich gestiegenen Kosten der Milcherzeuger. Die Landwirte sollten die aktuellen Marktgegebenheiten als Chance begreifen. Die Hohenloher Molkerei werde im zweiten Halbjahr „beim Handel kräftigste Preisanhebungen anmelden“.

Die Hohenloher Molkerei hat im letzten Jahr insgesamt 409 Mio. kg Milch verarbeitet, davon 400 Mio. kg Eigenmilch. Der Umsatz erreichte mit 230 Mio. € ein Rekordergebnis. Der vorläufige Milchpreis der Genossenschaft für 2021 liegt bei 37,34 Cent.


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