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Vier-Jahreszeiten-Milch aus muttergebundener Kälberaufzucht

Auf den drei Höfen von „De Öko Melkburen“ nördlich von Hamburg bleiben Aufzuchtkälber jetzt drei Monate bei ihren Müttern. Denn die drei Bio-Landwirte aus Schleswig-Holstein haben ihre Betriebe auf muttergebundene Kälberaufzucht umgestellt. Betreut werden sie von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten.

Lesezeit: 2 Minuten

Auf den drei Höfen von „De Öko Melkburen“ nördlich von Hamburg bleiben Aufzuchtkälber jetzt drei Monate bei ihren Müttern. Denn die drei Bio-Landwirte Hans Möller, Achim Bock und Heino Dwinger aus Schleswig-Holstein haben ihre Betriebe auf muttergebundene Kälberaufzucht umgestellt. Begleitet wird ihr Projekt seit zwei Jahren von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten.



Geschäftsführer Hans Möller: „Bei uns bleiben alle Aufzuchtkälber drei Monate lang durchgehend in der Herde bei ihren Müttern. Nach drei Monaten können sich die Kälber selbst ernähren und werden abgesetzt.“ Tierschützer Martin Lipka ergänzt, dass hierbei die üblichen tiergesundheitlichen Probleme aus der Milchviehhaltung fast gar nicht auftreten.



Bei muttergebundener Kälberaufzucht ist die abgelieferte Milchmenge bis zum Absetzen des Kalbs zwangsläufig niedriger, erklären die Biolandbauern weiter. Zudem seien die Tiere seltener krank. Zum Beispiel gebe es kaum noch typische haltungs- und fütterungsbedingte Krankheiten wie Euterentzündungen und Milchfieber bei den Kühen oder Durchfallerkrankungen bei den Kälbern. Hans Möller: „Dazu kommt: Die aufwändige Fütterung mehrmals am Tag entfällt, und die Kälber entwickeln sich deutlich besser.“



Die Umstellung der Haltung ist mit einer Preiserhöhung um rund 30 Cent für die „Vier-Jahreszeiten-Milch“ der Öko Melkburen verbunden. Der Liter kostet im Einzelhandel jetzt 1,79 bis 1,99 Euro. Ulf Schönheim, Vorstand der Regionalwert AG Hamburg, sagt: „An der Vier-Jahreszeiten-Milch kann man gut sehen, was ein hochwertiges regionales Lebensmittel wirklich kostet. Bei billiger Milch zahlen letztlich einfach nur andere den wahren Preis: Soja-Erzeuger in Südamerika, die Tiere, die Bauern in unserer Region – und letztlich auch die Verbraucher selbst, weil sie ein minderwertiges Produkt bekommen. Aus dieser Milchmädchenrechnung müssen wir raus.“


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