Einloggen / Registrieren

Startseite

Schlagzeilen
Newsletter
Messen & Termine
Themen
Wir für Euch
Heftarchiv
Sonstiges

Baywa in Insolvenzgefahr Ernte 2024 Afrikanische Schweinepest

topplus Leserfrage

Wie die Oxytocingabe bei Kühen im Melkstand reduzieren?

Ein Melker auf unserem Betrieb spritzt mehrere Tiere, vor allem die jungen Färsen, immer mit Oxytocin an. Mittlerweile sind diese Tiere schon abhängig davon. Was kann ich dagegen machen?

Lesezeit: 3 Minuten

Frage:

Ich arbeite auf einem Milchvieh­betrieb mit 250 Kühen. Morgens und abends melken verschiedene Personen. Ein Melker, der jeden Morgen dabei ist, spritzt mehrere Tiere, vor allem die jungen Färsen, immer mit dem Hormon Oxytocin an. Mittlerweile sind diese Tiere schon abhängig von der Oxytocingabe und lassen die Milch nicht mehr ohne Spritze laufen. Was kann ich dagegen machen?

Das Wichtigste zu den Themen Rind + Milch mittwochs per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß der AGBs und den Datenschutzhinweisen zu.

Antwort:

Die Oxytocingabe ist nicht verboten. Allerdings birgt diese künst­liche Hormongabe auch Risiken.

Stress hemmt die natürliche Oxytocingabe. Bei jungen Färsen entsteht vor allem Stress, weil sie das Melken noch nicht kennen. Bei äl­teren Kühen entsteht Stress, wenn sich die Routine beim Melken ändert, z. B. andere Abläufe, andere Mit­arbeiter aber auch, wenn Sie die Haltung verändern.

Um die Milch trotzdem in das Euter einschießen zu lassen, spritzen einige Melker künstliches Oxytocin. Durch das gespritzte Oxytocin lassen die Rinder die Milch zwar kommen, allerdings baut sich das Oxytocin innerhalb von ein bis drei Minuten im Körper ab. Ist das künstliche Oxytocin abgebaut, kommt keine Milch mehr aus dem Euter, egal ob es leer gemolken ist oder nicht. Zum einen erreichen Sie dadurch nicht die höchste Milchleistung, die möglich wäre. Im Schnitt verlieren Sie so ein bis zwei Kilo am Tag. Zum anderen steigt die Gefahr einer Euterentzündung, weil Sie das Euter nicht leer melken.

Spritzen Sie die Rinder nicht an, schütten diese auf natürliche Weise Oxytocin aus. Normalerweise setzt die Hirnanhangdrüse das Oxytocin natürlich frei, wenn Sie das Euter stimulieren z. B. beim Anrüsten vor dem Melken sowie beim eigentlichen Melken. Damit simulieren Sie das trinkende Kalb. Die Drüse schüttet so lange Oxytocin aus, wie Milch im Euter ist, egal ob das Melken fünf oder acht Minuten dauert. So können Sie das Euter komplett leer melken. Nehmen Sie das Melkzeug ab, verschwindet der Reiz und die Oxytocinausschüttung stoppt.

Um die „Oxytocin abhängigen“ Rinder wieder runter zu bekommen, sollten Sie die Oxytocingabe jeden Tag ein wenig verringern. Wenn diese bei null liegt, kann es sein, dass die Rinder trotzdem noch den Reiz des Spritzens brauchen, weil sie sich einfach daran gewöhnt haben. Dann spritzen Sie die Tiere einfach ohne einen Wirkstoff zu injizieren. Irgendwann wird der Pieks dann auch nicht mehr nötig sein. Achten Sie auch darauf, dass kein Stress im Melkstand entsteht: ­Vermeiden Sie schreien, hektische Bewegungen und melken Sie immer nach dem gleichen Schema.

Jan Oke Sacht, Agrarberatung Mitte, Rendsburg

Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

top + Ernte 2024: Alle aktuellen Infos und Praxistipps

Wetter, Technik, Getreidemärkte - Das müssen Sie jetzt wissen

Wie zufrieden sind Sie mit topagrar.com?

Was können wir noch verbessern?

Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wir arbeiten stetig daran, Ihre Erfahrung mit topagrar.com zu verbessern. Dazu ist Ihre Meinung für uns unverzichtbar.