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Absetzen, ohne Stress für die Ferkel

Lesezeit: 3 Minuten

Florian Hoenmans-Leurs aus Kempen am Niederrhein baut auf eine intensive Erstversorgung und eine frühe Sozialisation seiner Ferkel durch Gruppensäugen ab der zweiten Lebenswoche.


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Uns ist es wichtig, den Ferkeln einen optimalen Start zu verschaffen“, stellt Florian Hoenmans-Leurs klar, der zusammen mit seinen Eltern einen Ferkelerzeugerbetrieb mit 320 Sauen im teilgeschlossenen System in Kempen am Niederrhein bewirtschaftet.


Dazu gehört auch eine intensive Geburtsüberwachung inklusive Nachtwache. Deshalb haben sich Vater und Sohn bewusst für den Fünf-Wochen-Rhythmus entschieden. So können sie die Arbeiten besser bündeln, und die „Nachtschichten“ fallen nur alle fünf Wochen an. Dass sich ihr Einsatz lohnt, beweisen die geringen Saugferkelverluste von nur 8,5% bei 33 abgesetzten Ferkeln pro Sau und Jahr.


Gruppensäugen ab dem 8. Tag


Während der Geburten sorgen die beiden dafür, dass die Ferkel schnell ins warme Ferkelnest und ans Gesäuge gelangen. Nach dem Einkürzen der Nabelschnüre und einem intensiven Wurfausgleich gönnen sie den Ferkeln dann fünf Tage Ruhe. Hier können sie Kolostrum aufnehmen und eine intensive Bindung zu ihren Müttern aufbauen.


Am fünften Tag erhalten die Ferkel dann die Eisenspritze, und die männlichen Tiere werden kastriert. „Zwei Tage später, sobald die Kastrationswunden abgetrocknet sind, starten wir dann mit dem Gruppensäugen in dem im letzten Sommer fertiggestellten Stall mit Gruppenabferkelung“, berichtet der 26-Jährige.


Dazu öffnen Vater und Sohn die Schieber von jeweils acht Ferkelnestern, die zu einer Sauengruppe gehören, sodass alle 100 bis 120 Ferkel durcheinanderlaufen und sich früh aneinander gewöhnen. Einen Tag später öffnen sie dann auch die Kastenstände der Sauen.


„Unser Ziel ist, möglichst viele Stressfaktoren für die Ferkel auszuschalten. Durch das Gruppensäugen können sich die Ferkel bereits früh sozialisieren“, argumentiert der Landwirt.Den einzigen Absetzstress, den die Ferkel nach vierwöchiger Säugezeit empfinden, ist die Trennung von ihrer Mutter. Denn nur die Sauen werden zum Absetzen umgestallt. Die Ferkel bleiben vier weitere Wochen im Abferkelstall in der gewohnten Umgebung und zusammen mit den Buchtengenossen, die sie bereits kennen.


Nicht mal bei der Fütterung müssen sie sich umstellen. Denn neben der Flüssigfütterung für Ferkel, mit der sie während der Säugephase in den Abferkelbuchten zusätzlich versorgt wurden, hatten sie von Anfang an freien Zugang zu den Futterautomaten der Sauen. Die wurden dazu bewusst bodennah und für die Ferkel gut erreichbar eingebaut. So lernen die Ferkel früh von ihren Müttern, trockenes Futter aufzunehmen, und ihr Darm kann sich an rohfaserreiche Kost gewöhnen.


„Die Flüssigfütterung für die Ferkel stellen wir etwa eine Woche nach dem Absetzen ab. Sie dient nur dazu, die Ferkel frühzeitig an das getreidehaltige Aufzuchtfutter zu gewöhnen und einem eventuellen Milchmangel der Sauen vorzubeugen“, stellt Florian Hoenmans-Leurs klar.


Gute Säugeleistung wichtig


Die wichtigste Nahrungsquelle für die Ferkel ist jedoch die eigene Mutter. Darin sind sich Vater und Sohn einig. Deshalb haben sie die Sauengenetik bewusst von dänischer Genetik auf die TN70-Sau von Topigs Norsvin umgestellt, von der sie sich eine gute Milchleistung versprechen.


„Der größte Tierwohlaspekt, den wir im neuen Stall umgesetzt haben, ist jedoch der Erdwärmetauscher für die Zuluft. Dadurch können wir die Stalltemperatur an heißen Tagen bis zu 8°C unter der Außentemperatur halten“, so Hoenmans-Leurs. Die Kühlung kommt besonders den laktierenden Sauen zugute, die viel Wärme produzieren. Der Effekt: Die Sauen fressen auch bei Hitze normal weiter und produzieren ausreichend Milch für ihre Ferkel.

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