Afrikanische Schweinepest

ASP: Neuer Zaunverlauf im Nationalpark Unteres Odertal fertiggestellt

In Brandenburg sind an den ASP-Zäunen im Winter Wildtiere verendet, weil sie nicht vor dem Oder-Hochwasser fliehen konnten. Der Krisenstab hat den Zaun auf einer Länge von 11 km nach Westen verlegt.

Nach der Kritik an der Trassenführung des Wildzauns zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Nationalpark Unteres Odertal wurde der dortige Festzaun auf einer Länge von rund 11 km nach Westen verlegt. Im Februar hatten sich das Brandenburger Verbraucherschutzministerium, das Umweltministerium und der Landkreis Uckermark auf den neuen Zaunverlauf verständigt. Wie das Verbraucherschutzministerium mitteilte, wurde mit dem Abbau des teilweise unter Wasser stehenden alten Zauns bereits begonnen.

Hochwasser ausweichen

Die verantwortlichen Behörden reagieren damit auf Funde von verletzten und verendeten Wildtieren am ASP-Zaun infolge des Oder-Hochwassers im Januar 2022. Der westliche Zaun des Schutzkorridors entlang der Grenze zu Polen wurde nun im überwiegenden Teil des Polders A nach Westen verschoben. Einzelne Durchlässe seien noch provisorisch durch Bauzäune gesichert, die so schnell wie möglich durch Tore ersetzt werden sollen. Mit der Zaunversetzung sollen Wildtiere laut Ministerium nun genügend Fläche haben, um sich aus den regelmäßig von Hochwasser betroffenen Auenflächen zurückziehen zu können.

„Durch den neuen Trassenverlauf schaffen wir Ausweichfläche für die Tiere und reduzieren die Eingriffe in den Nationalpark", so die Leiterin des ASP-Landeskrisenstabs, Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer. Die Wirkung der Maßnahmen wolle man intensiv beobachten. Feste Zäune seien das zentrale Mittel im Kampf gegen die ASP, so Heyer-Stuffer.

Zaunbarriere so östlich wie möglich belassen

Karina Dörk, Landrätin des Landkreises Uckermark betonte, dass für den Landkreis Uckermark die ASP-Bekämpfung im Mittelpunkt der Anstrengungen stehe. "Da die mit ASP infizierten Wildschweine nachweislich aus der polnischen Nachbarregion kommen, sind wir im engen Kontakt mit den polnischen Behörden und Verantwortlichen unseres Nachbarlandkreises", betonte Dörk weiter. Um eine weitere Ausbreitung der ASP zu vermeiden, sei es notwendig, die Zaunbarriere so östlich wie möglich zu belassen.

"Jede Verschiebung in westliche Richtung führt zu weiteren an ASP verendeten Wildschweinen, insbesondere im Nationalpark Unteres Odertal. Die beim Eishochwasser zwischen Weihnachten und Neujahr verendeten Rehe zeigten uns erstmals die Auswirkungen des ASP-Schutzzauns auf diese Population", erklärte die Landrätin. Mit Sofortmaßnahmen habe der Landkreis reagiert, um neue Fluchtmöglichkeiten für die Rehe zu schaffen, ohne den ASP-Schutz zu gefährden.


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