Afrikanische Schweinepest

Baden-Württemberg: ASP-Einschleppung durch Speisereste?

Alle bisherigen Untersuchungen lassen hoffen, dass es sich bei dem ASP-Ausbruch im Landkreis Emmendingen um ein einzelnes Seuchengeschehen handelt.

Bei dem am 24. Mai im baden-württembergischen Forchheim festgestellten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einem Freilandbetrieb mit 35 Schweinen handelt es sich nach Ansicht der zuständigen Behörden vermutlich um ein Einzelgeschehen. Denn alle in der zehn Kilometer großen Sperrzone gelegenen schweinehaltenden Betriebe wurden nach Auskunft des Landkreises Emmendingen inzwischen amtlich kontrolliert. Diese Kontrollen und alle stichprobenartig gezogenen Blutproben lieferten keinen Hinweis auf eine weitere Virusverschleppung.

Keine ASP-infizierten Wildschweine gefunden

Zudem wurden in Forchheim und Umgebung bei der Suche mithilfe speziell ausgebildeter Suchhunde keine toten Wildschweine gefunden. Und alle bei Wildschweinen aus der Schutzzone durchgeführten Schlachtkörperuntersuchungen lieferten keine Hinweise auf ASP-Infektion in der Schwarzwildpopulation. Außerdem positiv: Die Rückverfolgung von Personen, die mit dem inzwischen gekeulten Seuchenbestand in Kontakt standen, ergab keinerlei Hinweise, dass das Virus in andere Schweinebestände weitergetragen wurde.

Einschleppung durch Erntehelfer?

Inzwischen liegen auch erste Ergebnisse der epidemiologischen Untersuchung und der Gensequenzierung des im Seuchengehöft gefundenen ASP-Erregers vor. Wie eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) gegenüber top agrar bestätigte, könnte das ASP-Virus durch kontaminierte Produkte eingeschleppt worden sein, die an die Schweine verfüttert wurden und vermutlich von Erntehelfern aus dem Ausland stammen. Erste Sequenzanalysen des Genoms des Ausbruchsvirus würden diese Hypothese unterstützen.

AK-Virus bei Wildscheinen nachgewiesen

Fündig wurden die Behörden bei der Untersuchung erlegter Wildschweine allerdings auch noch bei einem anderen, ebenfalls anzeigepflichtigen Erreger. Bei einem im Staatswald in Teningen im Landkreis Emmendingen erlegten Wildschwein wurde die Aujeszkysche Krankheit (AK) nachgewiesen. Seit 2003 gilt die gesamte Hausschweinepopulation Deutschlands als AK-frei. Möglich wurde dies durch eine flächendeckende Impfung. In Schwarzwildbeständen werden vereinzelt jedoch immer wieder Antikörper gegen das AK-Virus nachgewiesen.

Jagdhunde von Wildschweinen fernhalten

Für den Menschen ist das AK-Virus ungefährlich. Für Hunde und Katzen endet die Infektion, die meist mit einem unstillbaren Juckreiz beginnt, jedoch in der Regel tödlich. Jagdhunde sollten deshalb möglichst nicht in Kontakt mit gefallenen oder geschossenen Wildschweinen kommen. Außerdem sollte kein rohes Fleisch oder der Aufbruch von Wildschweinen an Hunde verfüttert werden.


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