Regierung soll loslegen

Borchert-Kommission: Bundestag stimmt für Umbau der Tierhaltung

Der Bundestag hat für die Umsetzung der Borchert-Empfehlungen gestimmt: Die Regierung soll nun Details zu Stallumbau, Finanzierung, Strategie, Umweltschutz und betrieblicher Ökonomie erarbeiten.

Rückenwind für die Empfehlungen der Borchert-Kommission zum Umbau der Nutztierhaltung: Mit deutlicher Mehrheit hat der Bundestag am vergangenen Freitag dem Antrag der Koalitionsfraktionen zugestimmt, der eine „konsequente Umsetzung“ der Vorschläge fordert und der Bundesregierung klare Handlungsaufträge erteilt.

Neben CDU/CSU und SPD stimmten auch AfD, Linke sowie von den Grünen Agrarsprecher Friedrich Ostendorff für den Antrag. Die weiteren Grünen-Abgeordneten sowie die FDP enthielten sich.

Die Regierungsfraktionen fordern in ihrem Antrag die Bundesregierung dazu auf, die Empfehlungen der Borchert-Kommission „in Konsequenz und in Gänze“ aufzugreifen und als Grundlage für die künftige Ausrichtung der Nutztierhaltung zu nutzen. Noch in dieser Legislaturperiode soll die Bundesregierung dem Parlament eine Strategie zur Umsetzung der Vorschläge vorlegen. Darin enthalten sein sollen neben konkreten Finanzierungsvorschlägen auch Empfehlungen für künftige Ställe aus Sicht des Tierwohls, des Umweltschutzes, des Klimaschutzes „und der ökonomischen Betriebsführung“.

Generationenvertrag nötig

Für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner stellen die Vorschläge der Borchert-Kommission die Weichen für einen gesellschaftlichen Konsens über eine Neuausrichtung der Tierhaltung, die sowohl den Belangen der Landwirte als auch denen der Tiere Rechnung trage.

Benötigt werde nun „ein Generationenvertrag“ für einen Umbau der Tierhaltung, der den Landwirten Verlässlichkeit biete. Sie habe das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung eingesetzt, „weil wir einen Pakt vom Stall bis auf den Teller schmieden wollen“, erläuterte die Ministerin. Erstmals hätten in der Kommission Akteure aller Seiten mit am Tisch gesessen. Dort sei wissenschaftlich fundiert berechnet worden, „wieviel ein Mehr an Tierwohl kostet und wie das Geld auch bei denen ankommt, die ihre Ställe umbauen“.

Der Antrag der Koalitionsfraktionen sei ein Zeichen, „dass wir alle einen Konsens erzielen wollen“. Ziel sei es, Tierhaltung in Deutschland zu halten, Ställe nachhaltig umzubauen und den Landwirten eine Perspektive zu geben.

Kluft überwinden

Der Agrarsprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, nannte die Empfehlungen der Borchert-Kommission „eine große Chance für mehr Tierwohl, für wirtschaftliche Perspektiven der Bauern und für ein größeres Verbrauchervertrauen in die Land- und Ernährungswirtschaft“.

Klar sei, „wer künftig Fleisch, Milch und Eier aus der Region genießen möchte, die mit einem höheren Maß an Tierwohl erzeugt worden sind, der muss unseren Landwirtsfamilien dafür auch faire Preise zahlen“. Dabei müssten alle Bereiche vom Stall über die Verarbeitung und den Handel bis hin zum heimischen Teller eingebunden sein.


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Durch das Verbot von Werkverträgen erwartet Kanzlerin Merkel höhere Fleischpreise. Auch das Borchert-Papier mit einem Umbau der Tierhaltung unterstütze sie. Die Bauern will sie mitnehmen.


Diskussionen zum Artikel

von R. S.

Alle Macht geht nun vom Staate aus!

Und es werden wieder die Gleichen auf diese Staatsprogramme hereinfallen, welche am Markt vorbeiproduziert werden. Habe von Staatsprogrammen noch nie etwas gehalten. Siehe "Erfolgsmodelle" Quotenregelungen.

von Josef Meier

Eine Frage nebenbei,

woher stammt das Bild dieses Beitrages? Zeigt es einen Schnappschuß aus dem Deutschen Bundestag, oder sind es normale "Bioschweine"?

von Jürgen Greiner

ohne Außenschutz weniger Tierwohl

Gut gemeint ist häufig das Gegenteil von gut. Viele bäuerliche Betriebe finden heute keinen Nachfolger, weil die Erzeugerpreise und GAP-Prämien nicht ausreichen, um eine Familie zu ernähren. Die Ferkel- und Kälbererzeuger tragen in der jeweiligen Prozeßkette fast alle ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

A-B-Preis

so könnte man einen Vollkosten A- Preis für EU ware anstreben. Hier erzeugt und gegessen und einen B- Preis für Welthandel.

von Wilhelm Grimm

"..Völlig überzogen", sagt Fritz Gruber

und zitiert einen Tierarzt, der den Deutschen Undankbarkeit und Dummheit vorwirft. Wir hätten die besten Standards und das billigste Essen und seien es nicht wert, ein Schwein, Rind oder sonst was gefüttert zu bekommen. Das muss Herr Rukwied im Fernsehen sagen. Wenn er sich nicht ... mehr anzeigen

von Fritz Gruber

völlig überzogen

als vor kurzem ein Aushilfstierarzt aus Griechenland bei mir am Hof ein kalb behandelte hab ich ihn lapidar gefragt ob unsere Landwirtschaft in Deutschland wirklich so schlecht ist wie sie gemacht wird darauf sagte er die deutschen sind ein undankbares und dummes volk sie haben die ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

wie wahr!!! - dem ist nichts hinzuzufügen.

von Wilhelm Grimm

Es kommt wie bei den Eiern.

Selbstversorgung gesichert mit tatkräftiger Hilfe des Auslandes ! Das ist bewusste Vernichtung der deutschen Produktion.

von Christian Bothe

Klöckner?

Was haben die nur aus unserer Frau Klöckner gemacht??Der Anfang ihrer Amtszeit war ja nicht so ganz schlecht aber es bleibt halt bei dem Sprichwort : " neue Besen kehren gut". Generationenvertrag, Agrarwende,Borchertkommission ,Klimaschädlinge sind die Schlagworte für eine ... mehr anzeigen

von Richard Huber

Dieser Beschluss bedeutet nicht den Umbau sondern die

Abschaffung der Tierhaltung in Deutschland. Da weiterhin billigst produzierte Ware aus allen Teilen der Welt importiert wird, ist die konkurrenzfähigkeit der unter höchsten Auflagen produzierten Tiere in Deutschland in keinem Fall mehr gegeben. Wir Bauern sollten uns an der nächsten ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Finanzierung ausgeschlossen.

Wenn per Ordnungsrecht Fakten geschaffen werden, sich eine Förderung kategorisch aus. Also bleiben die Bauern auf den Kosten sitzen, können sie aber gegenüber dem Handel nicht durchsetzen, da der mit Importware weiterhin Billigware bekommt. Resultat: Die Abschaffung der Landwirtschaft. ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Die NGOs werden immer völlig überzogene Forderungen stellen.

Als "Kompromiss" kommt dann zwangsläufig ein gewaltiger Brocken an Maßnahmen heraus. Ob der die Landwirte überfordert? Egal! Ob der den Strukturwandel befeuert? Egal! Ob wir immer mehr von Subventionen abhängig werden? Egal! Ob die verteuerten Produkte irgendwie am Markt ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

der Verbraucher

der Verbraucher hat doch gar keine Ahnung was abgeht!. Für sie zählt der Preis an der Theke oder im Kühlregal, sonst nichts. Sie fordern Tierschutz, sie fordern ökologische Landwirtschaft usw. - aber bezahlen wollen sie sie nicht. Für viele von ihnen spielt nicht einmal die Herkunft ... mehr anzeigen

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