Covid 19

Corona-Infektionen jetzt auch bei Westfleisch

Inzwischen hat das Coronageschehen auch die Schlachtunternehmen erreicht. Jüngstes Beispiel ist die Westfleisch.

Nach der Müller-Gruppe in Baden-Württemberg und der Vion-Group mit dem Rinderschlachthof in Bad Bramstedt ist nun auch die Westfleisch am Standort Coesfeld direkt von der Corona-Pandemie betroffen. Über mehrere Covid 19-Erkrankte wurden die Kreisbehörden auf das Unternehmen aufmerksam. Seit Ende vergangener Woche laufe im Fleischcenter Coesfeld eine gezielte Testreihe unter Kontaktpersonen, um mögliche Virusträger noch schneller zu identifizieren, erläuterte Unternehmens-Sprecher Philipp Ley gegenüber den Westfälischen Nachrichten. Dabei wurden inzwischen 64 Mitarbeiter positiv getestet.

Produktion läuft weiter

Es handele sich bislang allerdings um „vergleichsweise milde Verläufe“, nur eine Person müsse im Krankenhaus behandelt werden, erklärte die zuständige Amtsärztin Celine Klostermann gegenüber der Presse. Die Produktion bei Westfleisch gehe unterdessen weiter – allerdings unter strengen Auflagen, die das Kreisgesundheitsamt überwacht.

Nach Auskunft von Firmensprecher Ley hat Westfleisch schon Anfang des Jahres eine Pandemie-Sonderkommission eingerichtet. Gearbeitet werde im Betrieb „in klar abgegrenzten Kleingruppen“. Bereits beim Betreten des Geländes müssten Mitarbeiter einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Am Werkstor erfolge zudem eine kontaktlose Fiebermessung. Und die Zahl der gleichzeitig in der Produktion arbeitenden Menschen sei reduziert worden.

Werksschließung bei Vion in Bad Bramstedt

Bei der Vion-Group haben Coronainfektionen unter der Belegschaft am Standort Bad Bramstedt hingegen zur kompletten Schließung des Werkes geführt. Das Unternehmen hat die Produktion dort komplett gestoppt. Für die Belegschaft bedeutet das: Außerplanmäßige Betriebsferien. In einer Unterkunft von Schlachthof-Arbeitern in Kellinghusen (Kreis Steinburg) hatte sich das Corona-Virus immer weiter ausgebreitet. Wie der Kreis auf seiner Homepage mitteilt, waren bis Sonntagnachmittag 49 zumeist rumänische Personen an Covid 19 erkrankt.

Müller-Gruppe: Ein Drittel der Mitarbeiter infiziert

Hohe Wellen in der überregionalen Presse haben die Coronainfektionen bei der Müller Gruppe in Baden-Württemberg geschlagen. Am Hauptsitz des fleischverarbeitenden Unternehmens in Birkenfeld sei ein Drittel der 900 in Schlachtung, Zerlegung und Verpackung tätigen Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert, meldete der Spiegel in der vergangenen Woche. Die meisten seien Werksvertragskräfte aus Rumänien.

Inzwischen habe der Landkreis die gesamte Müller-Zentrale in Birkenfeld bei Pforzheim unter
Quarantäne gestellt. Selbst die Nicht-Infizierten müssten direkt nach der Arbeit ohne Umwege nach Hause fahren. Sie dürften weder einkaufen noch öffentliche Verkehrsmittel nutzen. In diesem Zusammenhang prangerte der Spiegel vor allem die Unterbringung der bei Subunternehmen beschäftigen Osteuropäer an. Viele von ihnen sollen in Altgebäuden auf engstem Raum leben. Teilweise würden sich 16 Personen auf 117 Quadratmetern eine Vierzimmerwohnung teilen­ – ideale Voraussetzungen für eine schnelle Verbreitung des Virus.

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