Tierwohl

Dänemark: Staatliches Tierwohlzeichen mit hohem Bekanntheitsgrad

Das dänische Tierwohllabel ist zwar vielen Verbrauchern bekannt, nur wenige wissen jedoch, welche konkreten Haltungsanforderungen mit den verschiedenen Labelstufen verbunden sind.

Nur wenige Jahre nach dem Start hat das dreistufige staatliche Tierwohlzeichen in Dänemark bereits einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Bei einer vom Kopenhagener Landwirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen und vom Meinungsforschungsunternehmen YouGov durchgeführten repräsentativen Umfrage gaben 60 % der Teilnehmer an, das Siegel mit den ein bis drei „Herzen“ zu kennen. Das waren 10 % mehr als im vergangenen Jahr. Drei von vier Bürgern erklärten zudem, dass sie der Marke vertrauten. Dänemarks Landwirtschaftsminister Mogens Jensen zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung, die das Label in den drei Jahren seit seiner Einführung genommen hat. Er betonte, dass sich der Tierschutz in Dänemark im internationalen Vergleich bereits auf hohem Niveau bewege. Mit dem bewussten Einkauf entsprechend deklarierter Waren könnten die Kunden aber dazu beitragen, die Lebensbedingungen der Tiere in den heimischen Ställen noch weiter zu verbessern.

Aus der Umfrage ergab sich allerdings auch, dass nur wenige Verbraucher tatsächlich wissen, welche konkreten Anforderungen an die Haltungsbedingungen mit den drei verschiedenen Stufen des Tierwohl-Labels verbunden sind. Jensen hat deshalb die Lebensmittelbehörde beauftragt, eine Informationskampagne zu entwickeln, mit der die Bürger gezielt über den Nutzen des Siegels für den Tierschutz in der Landwirtschaft informiert werden sollen. Das staatliche Siegel gibt den Käufern mit ein, zwei oder drei grünen Herzen Auskunft über die Haltungsbedingungen für die Nutztiere, deren Produkte sie kaufen. Je mehr Herzen abgebildet sind, desto höher sind die Anforderungen hinsichtlich Platzangebot und Haltungsbedingungen.

Im Falle von Schweinen umfasst dies als Kriterien neben dem in drei Stufen ansteigenden Platz pro Einzeltier unter anderem den Verzicht auf das Schwanzkupieren, mehr Beschäftigungsmaterial und kürzere Transportzeiten. Das Label galt zum Start im Mai 2017 zunächst lediglich für abgepacktes Schweinefleisch und wurde im Oktober 2018 auf Hähnchenfleisch ausgedehnt. Seit diesem Jahr können auch Molkereiprodukte sowie Kalb- und Rindfleisch das Logo tragen, wenn die Halter ihre Produktion entsprechend zertifiziert haben.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen