Entwicklungsminister Müller kritisiert hohen Fleischkonsum, Hofreiter fordert gleich Kurswechsel

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat seine Kritik am hohen Fleischkonsum in Teilen der Welt bekräftigt. „Es besorgt mich, dass zu viel Getreide und Soja als Tierfutter verwendet werden, anstatt Menschen zu ernähren“, sagte der CSU-Politiker vergangene Woche in einem Zeitungsinterview.

Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller (Bildquelle: Achiv)

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat seine Kritik am hohen Fleischkonsum in Teilen der Welt bekräftigt. „Es besorgt mich, dass zu viel Getreide und Soja als Tierfutter verwendet werden, anstatt Menschen zu ernähren“, sagte der CSU-Politiker in einem Zeitungsinterview. In Brasilien und Argentinien würden „Wälder abgeholzt, um Flächen für den explodierenden Sojaanbau zu haben". Das müsse man ändern, so Müller.

Gleichzeitig appellierte der Minister an die Bundesbürger, ihren übermäßigen Fleischkonsum einzuschränken: „Mit nachhaltigen Konsumgewohnheiten kann jeder von uns einen wichtigen Beitrag dazu leisten.“ Bereits in der Vergangenheit hatte sich Müller kritisch zur intensiven Fleischerzeugung in Deutschland geäußert. In einem Interview hatte er einen weiteren Ausbau der hiesigen Veredlung auf der Basis von Sojaimporten als „nicht zukunftsfähig“ bezeichnet. Man müsse die Folgen der Fleischerzeugung für die Herkunftsländer des eingesetzten Sojas im Blick haben. „Riesige Sojamonokulturen können nicht die Zukunft für Länder wie Argentinien sein“, warnte Müller.

Unterdessen warf der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Dr. Anton Hofreiter, dem Minister vor, er wolle die Verantwortung von der Bundesregierung auf die Verbraucher abschieben. Zwar könne jeder Einzelne beim Thema Fleischkonsum selbst etwas tun, räumte der Grünen-Politiker ein. Die negativen Auswüchse der industriellen Landwirtschaft könne der Verbraucher aber nicht allein lösen. Hofreiter forderte erneut einen politischen Kurswechsel. „Wenn Deutschland sich in der EU endlich dafür einsetzen würde, dass weniger Gen-Soja importiert wird, für das Regenwälder gerodet und Menschen von ihrem Land vertrieben wurden, wäre das ein erster Schritt“, erklärte der Fraktionschef. Außerdem sei Schwarz-Rot das Versprechen aus dem vorletzten Koalitionsvertrag schuldig geblieben, den Einsatz von genetisch modifiziertem Tierfutter auf Fleischverpackungen kenntlich zu machen.

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Diskussionen zum Artikel

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von Josef Doll

Es geht ihm wie den

Grünen ------ den ausuferden Flugverkehr kann man nicht Kritisieren zuviel Wählerstimmen stehen auf dem Spiel. Wie hoch war der Fleischkonsum 1950 noch ?? Und wie hoch der Flugverkehr ?? Und jetzt wo auf einmel mehr Menschen sich "Nahrungsmittel " leisten können können sich andere sogar Fleisch leisten ist es auch nicht recht ?? Wohin geht das meiste Sojaschrot denn hin ---- drei mal darf man Raten !!! Nach China und zwar ganze 75 Mio to Jährlich mehr in 18 Jahren ----- da Exportierte China sogar noch ---- wenn auch wenig . Nun die Zahl der Menschen steigt ---- und steigt der Fleischkonsum bei einer MRD Menschen auch nur um ein Gramm sinds wieviel ?? Na schlappe 1000 Tonnen !! Die Zahl der Menschen steigt um wieviel in zehn Jahren ..........

von Paul Maier

Ob Dr. Ged Müller seinen Minsterposten behalten darf war lange Zeit ungewiss.

Deshalb wohl unterliegt er der Versuchung, seine Meinung dem augenblicklichen Mainstream anzugleichen und munter im Dauerkonzert mit den Grünen gegen die Tierhaltung in Deutschland und den angeblich zu hohen Fleischverzehr mitzuspielen. Es kümmert ihn keineswegs, dass der Sojaanbau nicht von der Nachfrage nach dem Abfallprodukt Sojaschrot, sondern von der Nachfrage nach dem angeblich so hochwertigen und von Vegetariern und Veganern geschätzten Sojaöl getrieben wird. Warum fällt das diesen Menschen denn gar nie auf? Zum Fleischverzehr fällt mir die Aussage eines früheren, längst verstorbenen, staatlichen Tierzuchtbeamten aus Baden-Württemberg ein. Der nahm vor mehr als dreissig Jahren an einem Weltsimmentalkongress in Südafrika teil und berichtete damals er habe gar nicht gewusst, dass man so viel Fleisch pur essen könne, wie es es dort gesehen hatte. Auch in Argentinien ist der Fleischverzehr pro Kopf viel höher als in Deutschland. Nur gibt es in jenen Ländern keine grünen Gutmenschen und Politiker anderer Parteien, die ihnen der Wählerstimmen wegen ebenfalls nach dem Munde reden.

von Hans Nagl

Ganz Einfach....

Solange Getreide so Spott billig ist, wird es billiges Fleisch geben das auch in Mengen gegessen wird.

von Josef Meier

Falsche Partei?

Die dümmsten Schafe wählen ihre Schlächter selbst. Aber wir Bauern bezahlen unsere Schlächter sogar selbst. Es ist allerhöchste Zeit dieses linksgrüne Klientel einschliesslich unserer großen Staatsratsvorsitzenden abzuwählen.

von Gerd Uken

Da haben wir aber @Schwein“ gehabt

Das der Dr.nicht unser neuer Landwirtschaftsminister geworden ist- da hätte er noch viel mehr Schaden anrichten können.

von Wilhelm Grimm

Eigentor !

Er muss zum Nachhilfeunterricht in die Landwirtschaftsschule. Es mangelt ihm an sehr viel Grundlagenwissen. .Demnächst fordert er die Bekämpfung der fleischfressenden Pflanzen.

von Johann Sickinger

Falsche Partei?

Herr Dr. Gerd Müller sollte die Partei wechseln, bei den Grünen wäre dieser Minister besser aufgehoben. Wenn die Industrie den Menschen in den Entwicklungsländern die Nahrung entzieht, indem Zuckerrohr oder Mais im Tank europäischer Fahrzeuge landet als Bioethanol, hört man relativ wenig von den Herren Müller und Hofreiter!

von Bernd Croonenbroek

Hofreiter

Große Fresse nichts dahinter !!! Der hat noch rein gar nichts auf die Beine gestellt. Von Salat wird man nicht so Fett.

von Diedrich Stroman

Entwicklungsminister?

Wie kann ein Minister nur soviel Dummheit verbreiten, hat der Mann nur ein Spatzenhirn? Wo bilden sich solche Menschen eigentlich? oder na ja ist ja klar sie regieren aus ihrem Wolkenkukusheim! Ob dieses lächerliche Deutschland nun Soja verfüttert oder die Ökos Sojamilch oder Soja produkte mampfen, ist doch lächerlich für die Sojaexportländer, der Mann müsste doch wissen wie die Handelströme funktionieren, kann er aber sicher nicht abschätzen, hat sich in den zurückliegenden Jahren nicht weitergebildet, zur Info, erstens müste ein solcher Minister sofort entlassen werden, denn er führt den Bauern mit seinem Dummgeschwätz öffentlich einen Schaden zu und zweitens füttern wir nicht die ganzenBohnen sondern nur die Reste und das ist dann Sojaschrot! Und drittens für den ganz Dummen, alleine die neue Weĺtmacht China denen er noch immer man höre und staune Entwicklundsgelder zu schanzt, unser Steuergeld kauft mindestens 65 Prozent vom besagten genveränderten Sojaschrot! Mich wundert garnicht mehr mit wieviel Dummheit wir ungestraft regiert werden!!!

von Gerhard Steffek

Da kann man doch nur eines sagen:

Dummschwätzer! Armes Deutschland wie weit bist du gekommen. Da trifft Theodor Fontane wirklich treffend: "Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf".

von Wilhelm Gebken

Der Herr Dr. Müller ist Diplom-Wirtschaftspädagoge. Dieses Fach gehört zu den Sozialwissenschaften

Muss ich jetzt Verständnis dafür haben, dass der Herr Minister derartigen Schwachsinn von sich gibt? 1.) Wenn irgendwo Wälder für den "explodierenden Sojaanbau" abgeholzt werden, dann für China-Soja. Als Entwicklungshilfeminister sollte er das also mal in China vortragen, sofern die Chinesen ihn überhaupt ohne Merkelmilliarden einreisen lassen. 2.) Der deutsche Sojaimport ist seit 1985 rückläufig. Seitdem kann also wieder aufgeforstet werden. 3.) Regenwälder werden deswegen abgeholzt, weil die EU das Palmöl als Wunderwaffe gegen den Klimawandel hochgeschossen hat. Jetzt werden sie die Geister nicht mehr los, die sie selber geboren haben, auch zum Leidwesen unseres Rapsanbaus. 4.) Alle deutschen Veredelungsregionen befinden sich auf mageren Böden. Was logisch ist, denn sonst würde man dort ja Brotweizen anbauen, anstatt 366 Tage im Jahr im Stall zu arbeiten. Mit der Tierhaltung (organischer Dünger) werden auf diesen Flächen bis zu 11 t Körnermais erzeugt. Ohne organische Düngung wären es nur 1 - 2 t Roggen. 5.) 67 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche dieser Erde sind Weideland. Will Müller das stilllegen? Auf 24 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche dieser Erde werden Früchte direkt zum menschlichen Verzehr angebaut (Brotweizen, Kartoffeln u. a.). Auf den verbliebenen 9 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche dieser Erde wird Futterbau betrieben. Dies geschieht aus Fruchtfolgegründen, aus Gründen der Bodenbeschaffenheit oder weil das dort angebaute Brotgetreide nicht benötigt wird und deshalb im Futtertrog landet. P. S.: In seriösen Medien Russlands, Chinas und anderer hochentwickelter Staaten wird als das größte Katatstrophenrisiko "das immer weiter sinkende Nivau der westlichen Führungseliten" genannt.

von Bernhard Klein-Schmeink

Dann müßte der Bau von PKW und LKW und die vielen Luxusreisen mit Flugzeugen und sogenanten Traumschiffen sofort eingestellt werden sie richten auf der Welt viel größere Schäden an. Aber da gehen die Politiker nicht ran, das kostet zu viele Wählerstimmen.

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