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Preiskrise

Ferkel- und Schweinepreise nach kaufmännischen Aspekten berechnen!

Bei den aktuellen Kräfteverhältnisse am Markt schauen Schweinehalter immer in die Röhre. Schüler der Justus-von-Liebig-Schule Vechta fordern einen Fairtrade-Preis für Schweinefleisch.

Lesezeit: 3 Minuten

Bei den Bauern brodelt es. Das zeigen die vielen Proteste von Landwirten vor den Zentrallagern von Aldi und Lidl ganz deutlich. Die Landwirte fordern endlich eine faire Bezahlung für ihre Arbeit. „Wir wollen nicht immer weiter draufzahlen, nur um arbeiten zu dürfen“, betont Eva Germann, Schülerin der Einjährigen Fachschule Landwirtschaft der Justus-von-Liebig-Schule in Vechta.

Die Preis- und Absatzmisere haben Ferdinand Hinners-Krogmann und seine Mitschüler zum Anlass genommen und einen „Fairtrade-Preis für Schweinefleisch“ berechnet, der sich nach kaufmännischen Gesichtspunkten berechnet. Der Preis zeigt, was Landwirte brauchen, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen.

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Wie in der Übersicht zu sehen, muss der Mäster mit rund 78 € Kosten für das Ferkel kalkulieren. Dieser Ferkelpreis basiert auf der Tatsache, dass auch der Sauenhalter ein entsprechendes Einkommen erzielen muss. Betrachtet man die aktuellen Kosten in der Ferkelerzeugung, benötigen Betriebe mit Sauenhaltung auf Basis der Notierung rund 60 € je Ferkel. Hinzuzurechnen sind 10 € Zuschläge für Impfungen, Sortierung, Qualität, Genetik, Gruppengröße, … sowie ein Unternehmergewinn von 5 €.

Zum Ferkelerzeugerpreis ab Hof in Höhe von € 75 fallen weitere 3 € für den Transport und die Spanne des Viehhändlers an.

Bei der Berechnung des „fairen Mastschweinepreises“ sind neben den Ferkelkosten unter anderem die Futterkosten zu kalkulieren. Setzt man die aktuellen Futterpreise an, fallen in der Mast derzeit 64 € Futterkosten pro Schwein an. Die restlichen Festkosten belaufen sich auf 14,50 € je Mastschwein. Dazu gehören u.a. Kosten für Versicherungen, Gebäude und Reparaturen.

Auch ein Teil (30%) der anfallenden Güllekosten wurde in der Kalkulation berücksichtigt. Bei überbetrieblichen Verwertungskosten 13 € je m3 wird jedes Mastschwein mit gut 3 € belastet. Weitere 4 € Kosten pro Tier verursacht die Abluftreinigung. Des Weiteren ist ein Lohnanspruch von 25 € je Stunde und ein Unternehmergewinn von 10 € pro Mastschwein zugrunde gelegt worden.

Inklusive weiterer Kosten, wie z.B. Vorkosten, benötigen die Mäster derzeit einen Notierungspreis von 2,01 € je kg Schlachtgewicht. „Davon sind wir bei einem VEZG-Preis von 1,19 € je kg SG derzeit aber meilenweit entfernt. Das überlebt kein Betrieb lange“, betont Arnd Suing, der ebenfalls die Einjährige Fachschule besucht.

Fairtrade-Preisgremium einsetzen

Carolin Rolfsen und ihre Mitschüler fordern daher endlich ein Umdenken bei der Preisfindung von Ferkeln und Mastschweinen. Sie plädieren für die Einsetzung eines unabhängigen Gremiums, das alle Glieder der Wertschöpfungskette - Lebensmitteleinzelhandel, Schlachtunternehmen und Landwirte – fair abbildet. Das Gremium sollte monatlich einen „Fairtrade-Preis“ für einen Zeitraum von sechs bis zehn Monaten ermitteln. So hätten die Landwirte langfristige Planungssicherheit, die sich am Produktionszyklus orientiert und es wird für alle Partner der Wertschöpfungskette ein handelsgerechter und fairerPreis gefunden.

Alternativ dazu bringen die Schüler eine staatliche Mindestpreisfindung ins Spiel. Das könnte z.B. das Johann-Heinrich von Thünen-Institut in Braunschweig bzw. die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn leisten.

Die BLE ist nachgelagerte Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Sie hat zahlreiche Aufgaben in der Marktorganisation. Außerdem ist sie u.a. Marktordnungsstelle im Bereich der EU-Agrarmarkt- und Außenhandelsregelungen.

In Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftskammern könnten die beiden Behörden durch Auswertungen der Meldungen nach dem Vieh- und Fleischgesetz und Betriebsauswertungen einen Mindestpreis festlegen und überprüfen.

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