Sauenhaltung

Isofluran - Die Krux mit dem Sachkundenachweis

Durch Corona ziehen sich die Isofluran-Schulungen in die Länge. Etliche Sauenhalter werden deshalb am 1. Januar noch keinen Sachkundenachweis haben. Über die Folgen sprach top agrar mit zwei Experten.

Die Coronakrise hat auch bei den Isofluran-Sachkundeschulungen zu  Verzögerungen geführt. Viele Ferkelerzeuger werden deshalb am 1. Januar noch nicht im Besitz des nötigen Sachkundenachweises sein. Besonders betroffen sind die viehstarken Veredlungsgebiete in Nieder sachsen und Nordrhein Westfalen. Landwirte, die zwar ein Narkosegerät aber noch keinen Sachkundenachweis besitzen, dürfen die Geräte weiter nur unter Aufsicht des Hoftierarztes benutzen.

Über die Folgen sprach top agrar mit Jakob Aundrup und Dr. Ines Spiekermeier vom Schweinegesundheitsdienst Niedersachsen.

top agrar: Viele Ferkelerzeuger besitzen inzwischen ein Narkosegerät für die Ferkelkastration. Sie dürfen es aber noch nicht allein anwenden, weil der Sachkundenachweis noch fehlt. Wie weit sind die Schulungen in Niedersachsen?

Aundrup: Wir haben so schnell wie möglich begonnen. Bereits einen Tag, nachdem das niedersächsische Landwirtschaftministerium den Schweinegesundheitsdienst (SGD) der Land­wirtschaftskammer am 26. Mai als Schulungseinrichtung für den ­Iso­fluran-Sachkundenachweis anerkannt hat, sind wir mit der ersten theo­retischen Schulung gestartet.

Bis zum Jahresende werden wir in Niedersachsen in 36 Kursen über 1 000 Landwirte theoretisch geschult haben. Damit ist die Nachfrage aber längst nicht gedeckt. Für das Jahr 2021 sind weitere Kurse geplant.

Die Schulungen gliedern sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Wie weit sind Sie mit dem zweiten, praktischen Abschnitt?

Spiekermeier: Nachdem die Anwärter für den Sachkundenachweis den Theorieteil erfolgreich abgeschlossen haben, starten sie in die Praxisphase. Hier müssen sie unter Anleitung und ständiger Aufsicht ihres Hoftierarztes ent­weder 200 Ferkel oder mindestens zwei Monate lang alle Ferkel unter Isoflurannarkose kastrieren.

Die Praxisphase dient dazu, die ­erworbenen theoretischen Grundlagen in der Praxis am Ferkel zu vertiefen. Schwerpunkte sollten dabei die kli­nische Untersuchung der Tiere auf ihre Narkosefähigkeit, die Überwachung der Narkose und die Beurteilung der Narkosetiefe sein. Auch der Arbeitsschutz darf nicht zu kurz kommen.

Nachdem der Hoftierarzt die absolvierte Praxisphase bescheinigt hat, können sich die Landwirte dann zur praktischen Prüfung anmelden. Die Anmeldung kann wahlweise über die Erzeuger- und Beratungsgemeinschaften, über die Tierarztpraxen oder auf der Homepage der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erfolgen.

Was wird geprüft und wer führt die praktische Prüfung durch?

Aundrup: In Niedersachsen finden die praktischen Prüfungen gruppenweise auf den Betrieben der Personen statt, die den Sachkundenachweis erwerben wollen. Unter Beachtung der Bio­sicherheit und der aktuellen Corona­regeln dürfen derzeit aber maximal fünf Prüflinge pro Termin teilnehmen. Das zieht diese Prüfungen leider unheimlich in die Länge.

Hinzu kommt, dass die praktischen Prüfungen in den meisten Landkreisen vom Schweinegesundheitsdienst durchgeführt werden, den die zuständigen Veterinärbehörden damit beauftragt haben. Die personellen Kapa­zitäten des SGD sind jedoch begrenzt. Niedersachsenweit sind wir mit sechs Tierärzten unterwegs. Dabei müssen wir das gesamte Kammergebiet abdecken, vom östlich gelegenen Landkreis Uelzen bis zur Grafschaft Bentheim.

Ist das Pensum bei mehr als 1 000 Schulungsteilnehmern in diesem Jahr überhaupt noch zu stemmen?

Spiekermeier: Nein, das ist bereits ­absehbar. Denn bislang haben in ­Niedersachsen erst 200 Bewerber den praktischen Teil des Sachkundenachweises erfolgreich absolviert.

Das liegt...


Diskussionen zum Artikel

von Hinrich Eckhoff

Warum,

Warum fließen die 6,3 Millionen zurück in den Bundeshaushalt, das Geld ist für Ferkelerzeuger bestimmt, viel besser wäre gewesen, es an die paar übrig gebliebenen Ferkelerzeuger, die den Mut hatten, in diesen Quatsch zu investieren, zu verteilen.

von Heinrich Albo

Mutig wäre es gewesen

den ganzen Quatsch ,aus Tierschutzgründen,zu boykottieren und mit dem deutlich erhöhten Stresshormonspiegel im Blut der Ferkel nach dieser Aktion zu begründen.

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