Nach Bundesrats-Beschluss

Kastenstand-Verbot: So sehen die Übergangsstufen aus

Mit dem Bundesrats-Beschluss zum Kastenstand haben die Sauenhalter nun klare Fristen, bis wann sie ihre Ställe umbauen müssen. Die ISN spricht von "riesigen Brocken". So sieht der Plan aus.

Nachdem der Bundesrat am vergangenen Freitag die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung beschlossen hat, gibt es für die Sauenhalter Klarheit: Nach einer Übergangsfrist von acht Jahren müssen die Kastenstände aus dem Deckzentrum verschwunden sein.

Im Abferkelbereich bleibt es bei der ursprünglich geplanten Übergangsfrist von 15 Jahren. Danach dürfen die Sauen maximal fünf Tage um den Zeitpunkt des Abferkelns im Kastenstand gehalten werden.

So sehen die Details aus

Nach Ablauf der achtjährigen Übergangszeit für die Kastenstandhaltung im Deckzentrum dürfen Sauen außer im Abferkelbereich nur noch in Gruppen gehalten werden. Lediglich für die Besamung dürfen sie kurzzeitig fixiert werden. In der Gruppe müssen jedem Tier 5m2 zur Verfügung stehen.

Die achtjährige Übergangsfrist für die Kastenstandhaltung im Deckzentrum ist zeitlich gestaffelt. Drei Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung, die noch von der Kommission notifiziert werden muss, müssen die Betriebe ein Umbaukonzept vorlegen. Nach weiteren zwei Jahren muss ein Bauantrag gestellt werden. Die Umsetzung der Baumaßnahmen muss dann innerhalb von weiteren drei Jahren abgeschlossen sein. In Härtefällen kann die Frist noch einmal um zwei Jahre verlängert werden. Innerhalb dieser Frist muss es den Sauen im Kastenstand ermöglicht werden, dass ihnen beim Ausstrecken der Gliedmaßen in Seitenlage kein bauliches Hindernis entgegensteht.

Betriebe, die die Sauenhaltung aufgeben, müssen bis zum Ablauf von drei Jahren eine entsprechende verbindliche Erklärung abgeben. Sie dürfen dann die Sauenhaltung in alter Form noch weitere zwei Jahre beibehalten.

Im Abferkelbereich dürfen die Sauen nach der Übergangszeit von 15 Jahren höchstens fünf Tage um den Zeitpunkt des Abferkelns im Kastenstand gehalten werden. Abferkelbuchten müssen nach der Übergangsfrist 6,5 m2 umfassen.

Finanzielle Förderung

Die Bundesregierung stellt in Aussicht, die Umbauten finanziell zu fördern. Im Bundesprogramm für die Sauenhaltung stehen insgesamt 300 Mio. Euro für Stallumbauten im Konjunkturprogramm zur Verfügung. Es soll möglichst über den bislang vorgesehenen Zweijahreszeitraum hinaus laufen. Ein Verzicht auf die Kastenstandhaltung im Deckzentrum sowie die Einführung von Bewegungsbuchten im Abferkelbereich sollen damit möglichst auch nach 2021 gefördert werden.

Dabei sollen „im Rahmen der beihilferechtlichen Möglichkeiten“ für tierschutzbezogene Mehrkosten der Investitionsvorhaben höhere Fördersätze angeboten werden. Die Grundlage dafür sollen die Kriterien des geplanten staatlichen Tierwohlkennzeichens bilden. Grundsätzlich soll die Förderung daran geknüpft sein, dass die Umbaumaßnahmen deutlich vor den in der Verordnung geplanten Übergangsfristen erfolgen oder über die darin gestellten Anforderungen hinausgehen.

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Diskussionen zum Artikel

von Michael Schüßler

Verbote , Verbote ...

Der Bauer wurde schon immer gegängelt . Früher durch Leibeigenschaft der Monarchie und heute durch die Politik und deren Politiker die auf allen Bereichen ihren "Sachverstand " haben. Die Vergangenheit lehrt uns , das die Hochkulturen sich am Zenit ihres Schaffens immer selber ... mehr anzeigen

von Heinrich Kramer

Das alte Spiel

Bin ich froh angesichts dieses Gewurschtels die Sauenhaltung wegen fehlender Planungssicherheit bei der erforderlichen Instandsetzung der Abferkelabteile bereits vor 7 Jahren aufgegeben zu haben. Jetzt ist m.E. zwar vielleicht klare Linie bei der Technik, aber die Baustellen Bau- und ... mehr anzeigen

von Michael Prantl

Sauenhaltung

Jetzt Wissen die Landwirte wie Sie dran sind - Die Politik opfert die Deutsche Landwirtschaft nur mit Augenwischerei um Wählerstimmen zu bekommen - niemand fragt wie 82 Mill. Leute jeden Tag ernährt werden. Den Landwirten kann man nur raten verlasst das sinkende Schiff solange es noch ... mehr anzeigen

von Manfred Sommer

300 Mio. Euro für Stallumbauten ?

sind doch Augenwischerei . Bei derzeit noch 1,8 Mio Zuchtsauen sind das 167 € je Sauenplatz ! Grob Geschätzte Neubaukosten je Sauenplatz 4000 bis 6000 € ? Gerade bei kleineren und mittleren Betrieben liegen die Kosten an der oberen Grenze. Wir werden die Bäuerliche Sauenhaltung ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Klöckner

Frau Klöckner hat am Sonntag in Berlin direkt im ZDF (bauernfeindlich) folgende Aussage gemacht: "Wir werden in Deutschland das strengste Gesetz in ganz Europa haben!" - da kommt was auf uns zu. Sauenhaltung in Deutschland wird wohl bald nicht mehr geben. Ferkel müssen importiert ... mehr anzeigen

von Wolfgang Reiner

Ferkel importieren?

Ich frag mich wo sollen Sie herkommen. Osteuropa scheidet aus (ASP). Die Niederländer stehen genauso unter Druck wie wir. Da werden die Bestände er kleiner. Dänemark alleine wird das Defizit auch nicht auffangen. Wenn die Ferkelerzeugung geht, geht die Mast teilweise mit.

von Gerd Schuette

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Das gibt "Strukturwandel"

von Diedrich Stroman

Strukturwandel?

Ist das nicht dieses ist politisch gewolltes drangsalieren und Enteignung!!Die CDU tritt selbst das Eigetumsrecht und die freie Berufswahl mit Füßen!!Was hier zur Zeit abgeht hat es in der Geschichte der Republik und Bauern noch nie gegeben!!Und selbst der DBV redet von Strukturwandel, ... mehr anzeigen

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