Tiergesundheit

Landvolk: Antibiotikaeinsatz lässt sich nicht „unendlich“ reduzieren

Anlässlich des Europäischen Antibiotikatages hat das Landvolk Niedersachsen auf die Erfolge bei der Antibiotikareduktion hingewiesen. Der Einsatz lasse sich jedoch nicht unendlich reduzieren.

Die heimische Tierhaltung kann Erfolge bei der Verringerung des Antibiotikaeinsatzes vorweisen, „unendlich reduzieren“ lässt sich der Einsatz aber nicht. Das hat das Landvolk Niedersachsen zum Europäischen Aktionstag festgestellt, der am vergangenen Donnerstag (18.11.) begangen wurde. Tierarzneimittel wie Antibiotika seien nicht nur nötig, um kranke Tiere zu behandeln, sondern auch erforderlich, um Tierschutz sicherzustellen, erklärte der Vorsitzende des Tierseuchenausschusses des Verbandes, Georg Meiners. Bei Nutztieren stelle die Tiergesundheit zudem eine Voraussetzung für die Erzeugung sicherer Lebensmittel dar.

Einsatz deutlich verringert

Damit Antibiotika weiterhin wirksam bleiben, müssen sie verantwortungsvoll eingesetzt werden. Positiv hob Meiners hervor, dass die Abgabemenge der in der Tiermedizin verabreichten Antibiotika in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland um 59 % zurückgegangen sei. Bei den für die Therapie beim Menschen besonders wichtig eingestuften Cephalosporinen der dritten und vierten Generation melde das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sogar eine Verringerung um 63,4 % sowie um 53 % bei den Polypeptidantibiotika. Laut Ergebnissen des Antibiotikamonitorings im System der QS Qualität und Sicherheit GmbH sei der Antibiotikaeinsatz von 2014 bis einschließlich 2020 um insgesamt 36 % verringert worden. „Wir Tierhalter sind bestrebt, nur so viel wie nötig einzusetzen. Jedoch lässt sich der Einsatz von Antibiotika – schon allein aus Tierschutzgründen – nicht unendlich reduzieren, sondern wird sich vermutlich auf einem Plateau einpendeln“, unterstrich Meinders.

Häusling fordert Reserveantibiotika-Verbot

Der Agrarsprecher der Grünen im Europaparlament, Martin Häusling, wiederholte anlässlich des Aktionstages seinen Ruf nach einem Verbot für Reserveantibiotika in der Tierhaltung. Deren weiterer Einsatz würde zur Bildung von Resistenzen führen. Ohne auf bereits erreichte Reduktionserfolge einzugehen, forderte Häusling eine Drosselung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung. Der Weg dorthin führe über bessere Haltungsbedingungen und eine bessere Bestandsbetreuung. Das beweist nach Einschätzung des Grünen-Politikers der Ökolandbau. Mit seinem Antrag auf ein Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung war Häusling im Sommer im Europaparlament gescheitert.


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