Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Projekt DigiSchwein: Erste Ferkel in Wehnen eingestallt

Im Projekt DigiSchwein wollen Forschende ein Frühwarnsystem entwickeln, das Schweinehalter bei der täglichen Arbeit unterstützen soll. Nun wurden die ersten Ferkel ins Versuchsabteil eingestallt.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat Anfang Oktober die ersten Ferkel in der Versuchsstation für Schweinehaltung in Wehnen im Projekt DigiSchwein eingestallt. Das Projekt hat zum Ziel, Chancen der Digitalisierung, des Wissenstranfers und der Transformation für die breite landwirtschaftliche Praxis mit Fokus auf die tiergerechte und ressourcenschonende Schweinehaltung weiterzuentwickeln und praxistauglich zu machen. Die 120 Absetzferkel verbleiben rund 5,5 Wochen im vollständig mit unterschiedlichen Sensoren ausgestatteten DigiSchwein-Ferkelaufzuchtabteil, ehe sie mit 25 kg in eines der beiden benachbarten DigiSchwein-Mastabteile umziehen. Dort ist mittlerweile der zweite Mastdurchgang gestartet.

Kamera- und Mikrofontechnik im Stall

Die Farmmanagement-Software DigiSchwein soll schweinehaltende Betriebe künftig dabei unterstützen, Veränderungen im Bestand deutlich früher zu erkennen und damit das Wohlbefinden von Sauen, Ferkeln und Mastschweinen nachhaltig zu verbessern. „Übergeordnet geht es uns um die Weiterentwicklung der tiergerechten und ressourcenschonenden Schweinehaltung mit Hilfe digitaler Ansätze“, sagt Dr. Marc-Alexander Lieboldt, Koordinator des Experimentierfelds DigiSchwein, „ein großer Teil des Projektes umfasst hierbei die Verhaltens- und Gesundheitsüberwachung der Tiere mittels Kamera- und Mikrofontechnik.“ Welche Sensoren dazu im Betrieb einzubauen sind, welche Daten gesammelt werden und wie diese ausgewertet und in der Software eingesetzt werden müssen, will die LWK in Wehnen zusammen mit zahlreichen Projektpartnerinnen und -partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft klären.

Gefördert wird das Verbundprojekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Zum Projektverbund zählen neben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, OFFIS e.V., das Johann Heinrich von Thünen-Institut, die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und die Georg-August-Universität Göttingen.


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