Umbau der Tierhaltung

„Staatsregierung steht zur Schweinehaltung in Bayern“

Bei der Eröffnung der neuen Tierwohlställe in Schwarzenau sicherte der Amtschef des bayerischen Landwirtschaftsministeriums Hubert Bittlmayer den Schweinehaltern Unterstützung zu.

Ministerialdirektor Hubert Bittlmayer ging zunächst auf den hohen gesellschaftlichen und politischen Druck ein, unter dem die Schweinehalter aktuell stehen. Dieser sei manchmal unfair. „Die Schweinehalter haben das umgesetzt, was geboten war: Kostengünstig und arbeitsgerecht zu produzieren. Und die Schweinehalter haben sich schon bewegt“, so der Spitzenbeamte.

Was die Schweinehalter belaste, sei das hohe Tempo der Veränderung und dass es zu den neuen Haltungssystemen noch viele offene Fragen gebe. Hinzu komme aktuell der Marktdruck durch die Afrikanische Schweinepest und die Corona-Krise.

In dieser Situation wolle die Landesregierung den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern die Landwirte begleiten. „Die Staatsregierung und Landwirtschaftsministerin Kaniber stehen zur Schweinehaltung in Bayern. Dieses Bekenntnis steht“, versicherte Bittlmayer. Der Umbau der Nutztierhaltung sei eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft und nicht nur der Landwirte. „Wir wollen nicht, dass Schweinefleisch künftig nur noch importiert wird."

Planungssicherheit durch Borchert-Kommission

Bittlmayer setzt große Hoffnungen auf die Borchert-Kommission, in der Bayern auch vertreten ist. Diese soll Planungssicherheit schaffen, was aus dem aktuellen Prozess Druck und Tempo herausnehmen würde.

Im Rahmen der angewandten Forschung müssten praktikable und nachhaltige Lösungen entwickelt, damit man den Landwirten zeigen können was geht. „Wir haben hier aktuell in Schwarzenau 3,3 Mio. € investiert, um Lösungen für Tierwohl und Tiergesundheit zu finden und werden noch weitere 7,7 Mio. € investieren“, betonte der Ministerialbeamte.

Thomas Schwarzmann, der Leiter des Staatsgutes Schwarzenau, erläuterte, dass im Frühjahr der neue Deck-/Wartestall mit 78 Plätzen und drei neue Ferkelaufzuchtställe mit je 100 Plätzen bezogen wurde. Alle Ställe seien strukturiert in Fress-, Liege- und Beschäftigungsbereiche, haben Festflächen mit automatischer Einstreu und Außenklimareizen. Die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass sich der Arbeitsaufwand gegenüber herkömmlichen Stallsystemen etwa verdoppele.


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