Management

Tipps für ein gutes Klima im Schweinestall

Ein gutes Stallklima ist für das Wohlergehen und die Leistungen der Schweine sowie für die Arbeitsqualität der Betreuer wichtig. Wir geben Tipps, wie Sie Mängel frühzeitig erkennen und beheben können.

Zu einem guten Stallklima gehört mehr als nur frische Luft. Die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, Schad­­gaskonzentration und die Luftgeschwindigkeit beeinflussen das Stallklima maßgeblich. Aber auch die Bauausführung, die Lüftungsanlage und nicht zuletzt der Tierbesatz wirken sich auf das Klima im Stall aus. Dabei ist ein optimales Stallklima eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit, das Tierwohl, die biologischen Leistungen der Schweine und nicht zuletzt auch für die Arbeitsplatzqualität.

Eine falsche Klimaführung, erhöhte Schadgaskonzentrationen und starke Temperaturschwankungen wirken sich hingegen negativ auf die Tiergesundheit aus, stressen die Tiere und können zu Schwanz- und Ohrenbeißen führen. Bei der Tierkontrolle überprüfen Schweinehalter das Stallklima täglich mit den eigenen Sinnen. Hier kommen einige Tipps, um Mängel beim Stallklima noch besser erkennen und beheben zu können.

Schwankungen vermeiden

Die wichtigste Stellgröße für ein optimales Stallklima ist die Lufttemperatur. Auf den ersten Blick liefert das Thermoverhalten der Schweine bereits gute Hinweise auf eventuelle Mängel: Ist es den Tieren zu warm, liegen sie vermehrt in Einzellage. Ist es hingegen zu kalt, liegen die Tiere in Haufenlage. Im Abteil messen Fühler im Tierbereich die Temperatur. Diese sollten an einem zentralen Punkt im Abteil in etwa 1,5 m Höhe im Tierbereich angebracht werden. Dabei sollten Sie darauf achten, dass der Fühler nicht von den Tieren zerstört werden kann. Der Vorteil von Temperaturmessfühlern ist, dass sie einfach zu installieren, universell einsetzbar, robust und preiswert sind. Zudem weisen sie eine hohe Genauigkeit auf.

Um möglichen Messfehlern vorzubeugen, ist ein regelmäßiger Fühlerabgleich, z. B. durch einen Klimaberater, empfehlenswert. Hier wird mit einem geeichtem Thermometer die Temperatur im Fühlerbereich bestimmt und mit den Daten abgeglichen, die der angebrachte Temperaturmessfühler an den Klimacomputer bzw. den Klimaregler schickt. Differenzen von 0,5 °C sind dabei akzeptabel. Bei einer größeren Abweichung sollten die Temperaturmessfühler kalibriert oder am besten ersetzt werden.

Als Richtschnur im Abferkelstall gelten Temperaturen zwischen 18 und 21 °C. Das Ferkelnest sollte anfangs Temperaturen von 32 °C aufweisen und mit zunehmendem Ferkelgewicht auf bis 20 °C abgesenkt werden. Im Flatdeck sind Temperaturen von 28 bis 22 °C optimal. Die Stalltemperaturen in der Vormast liegen bei 22 bis 20 °C und in der Endmast schließlich bei 20 bis 16 °C im optimalen Bereich.Die „Begrüßungstemperatur“ beim Einstallen sollte zunächst rund 3 bis 4 °C höher sein als für den jeweiligen Produktionsabschnitt angegeben. Übrigens: Ställe mit Stroheinstreu können Sie etwa 4 °C kälter fahren.

Wichtig ist auch, dass die Sollwerte am Stallklimaregler an die Außentemperaturen bzw. Jahreszeiten angepasst sind. Im Sommer sollte der Regelbereich auf 5 °C vergrößert werden. Im Winter muss der Regelbereich hingegen auf 3 °C verkleinert werden, um bei einem Temperaturabfall schneller reagieren zu können. Innerhalb von 24 Stunden dürfen die...


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