Bayern

BBV: "Aktionsplan Wolf ist gescheitert"

Der BBV sieht den Aktionsplan Wolf aus dem Jahr 2018 als gescheitert. Er müsse im Hinblick auf die Weidesaison 2022 noch vor Weihnachten aktualisiert werden.

Im Alpenvorland wächst die Angst vor dem Wolf. Nahezu täglich ist von Übergriffen und Sichtungen in der Nähe von Bebauungen zu hören. Obwohl die Weidetiere längst von den Almen abgetrieben sind, finden in Oberbayern verstärkt Übergriffe durch den Wolf auf Nutztiere statt. Seit Ende Oktober sind in der Chiemgauregion und im angrenzenden Berchtesgadener Land 17 Schafe, 3 Ziegen und etliche Wildtiere höchstwahrscheinlich durch den Wolf verletzt und zu Tode gerissen worden.

Problemwolf schneller identifizieren

Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zufolge wurden die ersten Fälle von ein und demselben Wolf verursacht. In einem weiteren Fall bestehe noch keine Klarheit. Die Betroffenen warten bereits seit sechs Wochen auf das staatliche Untersuchungsergebnis. Der Verdacht besteht, dass sich dieser Wolf bereits auf Nutz- und Haustiere spezialisiert hat und sich immer näher an menschliche Behausungen wagt. Damit man schnell und rechtssicher gegen dieses Problemtier vorgehen kann, benötigen die Weidetierhalter eine schnelle Probenentnahme und Analyse der Genetik zur Identifizierung des Verursachers. Umfassende Analysen, so wie sie im Aktionsplan Wolf vorgesehen sind, bringen enormen zeitlichen Verzug und verhindern so schnelle Entscheidungen, betont der Bayerische Bauernverband.

Der Wolf ist dem Aktionsplan voraus

„Der Aktionsplan Wolf aus dem Jahr 2018 ist nicht praktikabel. Er verhindert vielmehr rasche Entscheidungen – der Aktionsplan Wolf muss sofort aktualisiert und den Gegebenheiten angepasst werden“, fordert BBV-Umweltpräsident Stefan Köhler. „Bis die Politik entscheidet, schafft der Wolf bereits Fakten! Wir benötigen dringend die Ausweisung der schwer zu schützenden Flächen durch die Weideschutzkommission, konkrete Maßnahmen zur Vergrämung und klare Leitfäden zur Entnahme von Problemwölfen“, so Köhler.

Seit Oktober befindet sich der Bayerische Bauernverband in einem intensiven Dialog mit den politischen Fraktionen, um die Weidesaison 2022 sichern zu können. „Dieser gedachte zeitliche Vorsprung zur Vorbereitung der Weidesaison wurde durch die vorweihnachtlichen Übergriffe zunichte gemacht. Jeder Tierhalter in dieser Region hat Sorge und Ängste, seine Tiere morgens verletzt oder gar getötet aufzufinden. Wir brauchen jetzt endlich eine schnelle Überführung der verursachenden Tiere mittels DNA und daraus folgend entsprechende Maßnahmen bis hin zur rechtssicheren Entnahme der Problemwölfe, ansonsten hat die Weidewirtschaft in Bayern keine Zukunft“, erklärt Ralf Huber.


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