Interview

Gülle: „Ausnahmen sind unrealistisch“ Premium

In den Grünlandregionen erhitzt die Pflicht zur bodennahen Gülleausbringung ab 2025 die Gemüter. Die Landesanstalt für Landwirtschaft in Bayern sieht kaum Chancen für Alternativen.

Wird die Pflicht zur bodennahen Gülleausbringung in Bayerns Grünlandregionen wirklich dazu führen, dass weniger Nitrat in Gewässer gelangt?

Freibauer: Eines vorweg: In den bayerischen Grünlandregionen gibt es kaum Probleme mit der Nitratbelastung des Grundwassers! Die bodennahe Gülleausbringung zielt vielmehr darauf, die Ammoniakemissionen deutlich zu reduzieren. Ammoniak wird flächig in Ökosysteme eingetragen, auch in Feuchtgebiete und Oberflächengewässer. Dennoch „Ja“ auch beim Nitrat – auf den Ausbringflächen selbst genauso wie insgesamt im Landschaftskontext. Wenn es kurz nach der Ausbringung stark regnet, wird nach bodennaher Ausbringung weniger Gülle abgeschwemmt.

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernd Müller

Herr Doll Nein!

Es dürfen maximal 1,5% in der Trockensubstanz sein . Heißt: egal wieviel Wasser Sie dazu kippen, der Gehalt in der TS bleibt gleich...

von Josef Doll

nun nicht 1,5 % sondern kg je cbm

Nun da habe ich % mit kg verwechselt. Ein leider großer Unterschied . Aber geht jetzt ??? Oder noch genauer gefragt : Darf man "Wasser " mit knapp 1,5 Kg N (oder ist es auf NH4) gerechnet je cbm ohne Schleppschlauch nach 2025 Fahren oder nicht ???

von Jens-Martin Keim

So können wir das nicht stehen lassen

Die DÜV sieht zur Ausbringungstechnik in §6 Abs3 eine Alternative vor, "sofern" diese die Emissionsminderung ähnlich der Schleppschuhtechnik nachweist. Die Tatsache, dass man Jahrzehnte verstreichen lässt und KEINE PRAXISNAHEN Versuche mit Zusätzen zur Ammoniakreduktion durchführte, ist traurig. Nur gut dass es aktivitäten von Bauern gibt wie z.B. im Allgäu oder der ig-gesunde-gülle.de welche sich dem Thema annehmen und für uns Bauern noch ein Sprachrohr sind.

von Bernd Müller

Und Herr Doll

Die 1,5% beziehen sich auf die Trockensubstanz

von Bernd Müller

Herr Doll

Eine Gülle mit 1,5% N enthält 15kg N/m3, dann müssten Sie die Gülle ja eindicken....

von Bernd Schmitz

Versagen

von Behörden und zuständigen Fachbereichen sowie der politisch Verantwortlichen sollen nun Alternativen verhindern, weil 2025 schon so bald ist? Vernichtung von bäuerlicher Existenz und Sicherung von Arbeitsplätzen im Maschinenbau sind die Folge dieses Versagens

von Josef Doll

Könnte man in die Gülle

Soviel Wasser einmischen das der Stickstoffgehalt unter 1,5 % fällt . Fällt dann diese "verwässerte " Gülle aus der Verpflichtung raus?? Das viele Wasser bindet ja das Amoniak !! Soviel ich weiß fallen Düngerformen unter 1,5 % N oder sind es gar NH4 nicht unter die Ausbringungverbote !! Außerdem würde "diese" Form der Ausbringung auch sehr bodennah und bestimmt für den Grasaufwuchs und hohen Temperaturen noch besser sein als Güllewürste im Juni !!

von Gerhard Steffek

Endlich!!!!

Endlich sagt mal jemand das die bodennahe Gülleausbringung nicht das Nitratproblem anpacken soll, sondern auf die Ammoniakausdünstung zielt. Das hatte ich ja schon in anderen Kommentaren geschrieben, als ich darauf hinwies das die neue DÜV genau genommen eine Farce ist, da in dieser ja die Ausbringmenge bei Stickstoff im Grunde nicht reduziert wurde. Fragt sich dann nur wieder wessen Befindlichkeiten hier befriedigt werden sollen und wer sich wieder eine goldene Nase verdienen will. Hinzu kommt die Frage um welche Dimensionen es sich hier handelt. Sind hier die Bauern wieder nur das übliche Bauernopfer? Das übliche Spiel, daß an irgendwelchen Schrauben gedreht werden muß und wenn es schon sein soll, dann an denen bei denen es am einfachsten aber vielleicht auch noch am spektakulärsten ist. So, daß die "breite Masse" sieht - und sogar riecht - es wird was getan. Somit ist das ganze wiederum nur ein weiterer Nagel für den Sarg der bäuerlichen Landwirtschaft. Denn es braucht sich keiner wundern, wenn besonders die kleinen Betriebe reihenweise das Handtuch werfen. Der Einzelne seine "Hube" bestenfalls noch als prämienoptimierten Biobetrieb und Landschaftspfleger aus Spaß an der Freud noch im Nebenerwerb laufen läßt. Bis ihm auch diese noch vergällt wird. Spätestens bei der nächsten Generation ist dann Schluß mit Lustig.

von Rudolf Rößle

Geschlitzt

Die Wiesen bei denen Gülle eingeschlitzt wurde, sieht man bei der anhaltenden Trockenheit Grasnarbenschäden

von Harald Finzel

Welch schöne neue Welt, in der der typische bayerische Familienbetrieb die Gülle künftig nicht mehr mit dem Breitverteiler nach eigenem Ermessen bei passender Witterung ausbringen darf, sondern in der er sich nach dem Lohnunternehmer zu richten hat, der dann womöglich bei 30° und sengender Sonne vorbeikommt und ganz regelkonform bodennah ausbringt. Wie das dem Klima hilft, ist mir zwar schleierhaft. Aber Hauptsache, die Politiker können sich rühmen, was getan zu haben....

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