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Bodennahe Gülleausbringung: Das Konto entlasten

Die bodennahe Gülleausbringung entlastet das Nährstoffkonto. Der Umstieg vom klassischen Prallteller kann sich schon jetzt lohnen.

Lesezeit: 3 Minuten

Vor allem Milchviehhalter stehen vor der Entscheidung, ob sie jetzt in bodennahe Gülleausbringtechnik investieren wollen oder den Prallteller auf Grünland noch bis 2025 weiter nutzen. Doch die Investitionskosten sind hoch. Häufig ist eine Eigenmechanisierung nur im Rahmen einer Maschinengemeinschaft zu stemmen. Dass sich der Schritt dennoch lohnen könnte, zeigt ein Blick in die Nährstoffbilanz eines Beispielbetriebes.

Schon bei der Berechnung wird klar: Eine effiziente Technik entlastet auf dem Papier die Nährstoffbilanz – und spart in der Praxis Mineraldünger.

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Bilanz schafft Klarheit

Vor der Düngung ist zunächst der Düngebedarf zu errechnen. Dieser basiert auf dem Ertrag und der N-Nachlieferung aus dem Boden. Diese Düngebedarfsermittlung entscheidet, wie viel ein Landwirt düngen darf.

Der Moment der Wahrheit kommt jedoch am Ende des Düngejahres. In der Nährstoffbilanz ist darzulegen, ob die (bereits durchgeführte) Düngung zum tatsächlichen Nährstoffentzug passte. Aufgrund der Betriebsgröße (30 melkende Kühe, 20 ha Grünland) unseres Beispielbetriebes reicht hier die Nährstoffbilanz nach dem Feld-Stall-Ansatz. Die Stoffstrombilanz würde hier erst 2023 verpflichtend. Da es gut möglich ist, dass die Nährstoffbilanz weniger Düngung erlaubt als die vorangegangene Düngebedarfsermittlung, rechnen wir zunächst die Bilanz.

Das Besondere: Die tatsächlichen Erträge sind dabei egal. In der neuen, „plausibilisierten“ Feld-Stall-Bilanz muss man angeben, wie viel Nährstoffe die Tiere mit dem Grobfutter wirklich verzehrt haben.

Dafür setzt man die N-Aufnahme jedes Tieres an und teilt die gesamte „verzehrte“ N-Menge durch die Fläche des Betriebes. Unser Beispielbetrieb kommt auf eine N-Abfuhr von 293 kg N/ha.

Maximal 170 kg davon dürfen jedoch aus Wirtschaftsdünger stammen – Stall- und Lagerungsverluste von 15 % bereits abgezogen. Von den 170 kg sind maximal weitere 15 % an Ausbringverlusten abzuziehen (ab 2020: 10 %). Er muss also mindestens 140 kg N je ha aus seiner Gülle anrechnen. 20 weitere kg N muss er für die Stickstoffbindung durch Leguminosen anrechnen.

So kann er 133 kg N/ha mineralisch düngen. Doch diese vermeintlich einfache Rechnung zur Feld-Stall-Bilanz geht bei unserem Beispielbetrieb nicht auf.

Prallteller gefährdet Ertrag

Tatsächlich bringt er wesentlich weniger Stickstoff aus der Gülle an die Pflanze. Seine Ausbringverluste sind deutlich höher als 15 %. Bei schlechten klimatischen Bedingungen kann der komplette im Ammonium gebundene Stickstoff verloren gehen – das wären 55 % des Gesamt-Stickstoffs.

Das kann passieren, wenn es nach der Ausbringung nicht regnet und die Gülle einige Tage der Sonne ausgesetzt ist. In diesem Fall kämen nur noch 77 kg N/ha aus der Gülle an die Wurzeln. Zudem dürfte er nicht mehr genug Mineraldünger streuen, um dies auszugleichen.

Auch bei den anderen Szenarien zeigt sich: Gelingt es, den optimalen Ausbringzeitpunkt zu treffen und setzt man zudem eine effiziente Technik ein, gelangt mehr Stickstoff in den Boden. Zwischen dem besten und dem schlechtesten Szenario liegen satte 74 kg N/ha – eine Menge, die er nicht mehr mineralisch nachdüngen muss. So könnte es sich bezahlt machen, schon jetzt in neue Ausbringtechnik zu investieren, anstatt bis 2025 zu warten.

Schleppschuh beste Wahl

Die Injektion mit Schlitztechnik ist aufwendig und teuer. Die Arbeitsbreiten sind gering und das Aufschlitzen der Grasnarbe ist kritisch zu bewerten. Anders sieht es beim Schleppschuh aus. Die Arbeitsbreiten sind größer, die Technik weniger aufwendig und insgesamt leichter.

Bei ungünstigen Ausbringbedingungen, kommen mit dem Schleppschuh immerhin ca. 40 kgN/ha mehr an die Wurzel als mit einem Prallteller. Bei „gutem Güllewetter“ beträgt der Vorteil 20 kgN/ha.

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