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topplus SOKO Tierschutz-Aufdeckung

Nach Tierschutzskandal: Allgäuer Landräte wehren sich

Nach dem ARD-Bericht über einen Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach standen auch die Veterinärämter in der Kritik. Die Landräte haben eine klare Antwort darauf.

Lesezeit: 3 Minuten

Vier Allgäuer Landräte reden Klartext: „Tatsache ist - und da gibt es nichts zu beschönigen - dass unsere Veterinärämter hinsichtlich ihrer personellen Ausstattung vom Umweltministerium seit Jahren kläglich im Stich gelassen werden“ schreiben Hans-Joachim Weirather (Unterallgäu), Maria Rita Zinnecker (Ostallgäu), Anton Klotz (Oberallgäu) und Elmar Stegmann (Landkreis Lindau) dem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber.

Gleichzeitig brechen sie eine Lanze für die Bauern: Leidtragende der aktuellen Diskussionen seien „die vielen landwirtschaftlichen Betriebe, die seit Generationen mit viel Herzblut, Sachverstand und Tierliebe geführt werden“.

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Tatenlos zugesehen?

Insbesondere die Veterinäre am Landratsamt Unterallgäu waren in die Kritik geraten, nachdem die SOKO Tierschutz Aufnahmen von einem Milchviehbetrieb in dem Kreis veröffentlicht hatte. Das Amt habe lange von den Tierschutzverstößen gewusst und nichts dagegen unternommen, so der Vorwurf.

Wie aus einer Antwort des Ministeriums für Verbraucherschutz auf Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervorgeht, wurden die Höfe des Großbetriebs aus Bad Grönenbach in den vergangenen fünf Jahren fast 60 Mal sowohl tierschutzrechtlich als auch lebensmittelrechtlich kontrolliert. Die Hinweise auf Verstöße häuften sich, sodass auf zwei weitere Betriebe Großkontrollen des Veterinäramts und des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit stattfanden. Dabei haben die Behörden über 30 Verstöße festgestellt.

Neben den Verstößen gegen den Tierschutz hatten Behörden auch solche gegen das Tierseuchen- und Arzneimittelrecht festgestellt. Aus den Unterlagen des Verbraucherschutzministeriums geht hervor, dass lahmenden Tieren kein Futter oder Wasser in erreichbarer Nähe vorgelegt wurde. Zudem litten die Kühe nicht nur unter Euter- und Hautkrankheiten, sondern auch unter einem Futter- und Fressplatzmangel. Derzeit ermittelt auch die Staatsanwaltschaft in dem Fall.

Amt rechtfertigt sich: „Dieses Ausmaß war nicht ersichtlich“

Das Landratsamt Unterallgäu erfuhr Anfang Juli durch das Bildmaterial der Tierschutzorganisation SOKO Tierschutz von den schweren Vorwürfen gegen einen Milchviehbetrieb im Allgäu. Diese seien in einem solchen Ausmaß zuvor nicht ersichtlich gewesen, sagt eine Sprecherin des Amts zu Südplus. Bei den Kontrollen wurden lediglich gering- bis mittelgradige Verstöße gegen das Tierschutzrecht beanstandet. Es sei dabei beispielsweise um Lahmheiten, Schwellungen an Gelenken und unzureichende Klauenpflege gegangen, so das Landratsamt.

Besondere Auflagen für den Betrieb

Geschlossen wird der Betrieb nach der Aufdeckung nicht, aber als Konsequenz aus diesem Tierschutz-Skandal dürfen Tötungen von kranken Rindern auf dem Milchviehbetrieb nur noch durch einen Tierarzt vorgenommen werden. Außerdem muss der Betrieb künftig einen sachkundigen Tierschutzbeauftragten einstellen, der die Einhaltung des Tierschutzgesetztes überwacht. In Rücksprache mit dem Landratsamt Unterallgäu hat der Landwirt eine Expertengruppe beauftragt, die die fachgerechte tierärztliche Versorgung der Tiere übernimmt.

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