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Einstreugeräte im Frontanbau: Vorne alles im Blick

Front-Einstreugeräte versprechen eine gute Übersicht. Der Markt bietet vom einfachen Streukisten bis zum hydraulischen Strohbläser eine Vielzahl an Geräten. Wir haben drei Bauarten verglichen.

Lesezeit: 10 Minuten

Einstreuen gehört zu den schweißtreibenden Aufgaben im Stall. Deshalb bietet der Markt eine Reihe von Maschinen für diese Aufgabe. Wer ein neues Gerät anschaffen möchte, der kann zwischen Frontanbau, Heckanbau und der gezogenen Variante wählen. Die Geräte im Heck, zu denen auch die gezogenen zählen, arbeiten meist mit einem mechanischen Antrieb per Gelenkwelle. Am Lader kommen systembedingt nur hydraulische Antriebe infrage. Bei unserem Systemvergleich mit der Firma Schmihing, die Maschinen mit der belgischen Firma VDW entwickelt und vertreibt, haben wir uns auf frontangebaute Geräte konzentriert. Dabei setzten wir drei unterschiedliche Maschinen ein:

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Die Testmaschinen setzten wir zum Einstreuen mit Stroh in Ställen mit geringer Buchtentiefe bis 4 m, mit mittlerer Buchtentiefe bis 6,50 m und großer Buchtentiefe von 10 m ein. Alle Geräte mussten sowohl Stroh aus Quaderballen wie auch aus Rundballen auflösen und verteilen. Neben dem Einstreuergebnis beurteilten wir auch das Handling und die Übersicht der Maschinen.

Die drei Maschinen im Test lassen sich in zwei Gerätearten unterteilen. Die beiden Strohbläser Hurricane arbeiten mit Auflösewalzen und Wurfgebläsen. Der Bedding Master hat kein Gebläse und gehört zur Gattung der Boxeneinstreugeräte. Die Verarbeitung der Maschinen ist gut. Bei den Hydraulikkomponenten setzt Schmihing auf Technik von Danfoss. Ordentliche Schlauchgarderoben und schraubbare Koppelrahmen gehören zur Serienausstattung.

Alle drei Einstreugeräte setzten wir vor einem Schäffer Radlader 9300Z mit 81 kW/110 PS Motorleistung, einem Betriebsgewicht von rund 6 t, einer Hubkraft von 4.200 kg und einer maximalen Ölfördermenge von 80 l/min ein. Die Ergebnisse unseres Systemvergleichs lassen sich teilweise auch auf ähnliche Maschinen anderer Hersteller übertragen.

Boxeneinstreumaschine Bedding Master Profi 2.4: Einfacher Aufbau

Schmihing bietet insgesamt sieben verschiedene Modelle der Reihe Bedding Master. In der einfachen Ausführung gibt es drei Geräte, in der Profi-Baureihe vier. Unsere Ausführung Profi 2.4 ist das zweitgrößte Modell der oberen Baureihe und fasst laut Hersteller 2,4 m³. Mit einem Leergewicht von rund 950 kg ist dieses Gerät für die meisten Hoflader zu schwer, hier muss schon ein größerer Rad- oder Teleskoplader ran. Der Behälter ist trichterförmig aufgebaut. Die Beladebreite von 1,60 m an der schmalsten Stelle reicht sowohl für Rund- als auch für Quaderballen aus. Eine Schürfschiene verhindert Verschleiß an der hinteren Behälterwand während des Befüllens.

Bedient wird die Maschine über ein doppeltwirkendes Zusatzsteuergerät am Lader. Zusätzlich muss für Lecköl der Motoren ein druckfreier Rücklauf zum Tank vorhanden sein. Das Förderband ist über einen Ölmotor links angetrieben. In der einfachen Ausstattung kommt der Bedding Master mit einer Dosierwalze, wodurch die Baureihe vor allem für kurzes Material geeignet ist. Bei der Profi-Version dosieren zwei Sternraddosierwalzen das Material auf das 50 cm breite Förderband. Für Material mit langen Halmen lassen sich die Dosierwalzen mit Messern bestücken. Die Walzen werden über Zahnräder und einer Kette mit einem zweiten Ölmotor angetrieben. Die Drehzahl des Förderbandes und der Dosierwalzen ist hier optional separat über Drosselventile einstellbar.

Boxeneinstreumaschine Bedding Master Profi 2.4: Kompromiss möglich

Zum Beladen kippt man die „Schaufel“ nach vorne. Zwei Rollen unterhalb des Behälters helfen beim Einkippen, falls die Werkzeugzylinder am Lader zu schwach sind. Das Einstreugerät Bedding Master ist ganz klar der Favorit für Liegeboxen in Laufställen, da die Wurfweite sehr gut zu der Tiefe der Boxen passt. Außerdem lassen sich über das Querförderband die verschiedensten Materialien einfach und ohne große Staubentwicklung streuen. Im Test streuten wir mit der Maschine Strohställe ein. Bei geringen Buchtentiefen funktionierte das recht gut, allerdings auf der rechten Austragsseite besser als auf der linken. Weil Förderband und Walzen über einen Kreislauf gespeist werden, drehen dann beide Dosierwalzen nach innen. Läuft das Förderband nach links, rotieren die Walzen zur Behälterwand. Hier ist der Durchgang zum Förderband kleiner als zur Mitte. Wenn man dann den Behälter ordentlich gefüllt hat, kann dabei gelegentlich Material oben herausfallen.

Mit unserem knickgelenkten Radlader konnten wir mit dem Bedding Master noch etwas weiter über das Fressgitter reichen und so das Stroh noch weiter in die Bucht streuen. In der Vorbeifahrt ließen sich Buchten bis maximal 4 m streuen. Dazu brauchten wir auch die volle Ölleistung des Laders. Schmihing gibt eine Leistung von 60 bis 80 l/min an. Ein seitlich ausschiebbares Förderband würde die Streuweite noch etwas erhöhen.

Im Vergleich hat die Maschine die zweitbeste Übersicht. Die Maschine baut hoch und breit, was die Sicht nach vorne einschränkt. Die Sicht auf das Arbeitsfeld rechts und links ist aber gut.

Boxeneinstreumaschine Bedding Master Profi 2.4: Auch zum Füttern geeignet

Die Bedding Master lässt sich auch zum Verteilen von losem Futter einsetzen. Dabei spielt die Maschine in engeren Stallgebäuden oder schmalen Stichfuttergängen ihre Stärken aus. Beim Einstreuen von Liegebuchten sollte man die zulässigen Achslasten der Spaltenböden beachten. Das Gesamtgewicht der Maschine liegt schnell bei 1.000 kg.

Top agrar-Fazit: In Testausstattung (inklusive halbem Messersatz) kostet der Profi 2.4 laut Liste 11.975 € und ist damit im Vergleich die günstigste Maschine. Für kleine Strohställe, aber hauptsächlich für Liegeboxen, ist der Bedding Master besonders gut geeignet.

Wurfgebläse Hurricane Duo Compact: Kompakt mit bester Übersicht

Den Strohbläser Hurricane bietet Schmihing in verschiedenen Ausführungen an. Es gibt zwei verschiedene Turbinenversionen. Zudem lassen sich die Geräte mit unterschiedlichen Aufnahmen bestellen – auch beispielsweise als gezogene Variante. Es gibt zwei Geräte mit Doppelwurfgebläse, den Duo Power und den Duo Compact. Durch diese Bauform erreichen sie eine geringe Bauhöhe. Unser Duo Compact ist dabei die kleinere Maschine, die mit einem Eigengewicht von 950 kg und einer Baulänge von 2,30 m auch noch für größere Hoflader geeignet ist. Der Duo Power baut insgesamt größer, aber vor allem länger.

Zum Anbau muss man eine hydraulische Druckleitung, einen Rücklauf zum Tank sowie einen drucklosen Rücklauf für Lecköl und eine Elektroverbindung für die Bedienung kuppeln. Alle Funktionen bedient man über eine Schaltbox elektrohydraulisch. Zum Befüllen setzt man das Gerät flach auf den Boden und öffnet hydraulisch die Laderampe. Rollen unterhalb des Gerätes verringern Reibung auf dem Untergrund.

Mit einer Breite von 1,33 m an der engsten Stelle war das Beladen mit allen Ballen kein Problem. Durch die niedrige Behälterhöhe von 99 cm eignet sich der Duo Compact vorrangig für Quaderballen. Beim Befüllen muss man aufpassen, dass man das Stroh nicht zu stark an die Auflösewalze presst, da diese sonst schlecht oder gar nicht anläuft. Jedoch lassen sich Kratzboden und Auflösewalze reversieren.

Bei ausgeklappter Laderampe bleiben bis zur Auflösewalze ca. 2,20 m in der Länge. Das reicht nur für kürzere Quaderballen. Neben Quaderballen haben wir auch Rundballen geladen. Hier muss man aufpassen, dass die Auswurfschute nicht gegen den Ballen drückt. Zudem können Strohlagen beim Entfernen des Netzes vorne über die Rampe aus dem Behälter fallen.

Wurfgebläse Hurricane Duo Compact: Super Übersicht

Die Duo-Geräte arbeiten mit zwei zueinander drehenden Wurfrotoren. Die Auflösewalze fördert das Stroh in die Rotoren. Beim Auflösen des Ballens hatte die Walze gelegentlich Probleme. Denn die Auflösewalze ist recht tief vor den Rotoren angeordnet, was dazu führte, dass sie sich mehrmals „verschluckte“. Hier sollte der Hersteller nachbessern. Zudem hatten wir das Gefühl, dass die auf den Rotoren aufgeschraubten Metallwinkel das Stroh eher herausdrückten als einzogen. Die Anordnung sollte Schmihing für einen besseren Einzug ebenfalls überarbeiten. Den Vorschub des Kratzbodens kann man per Drehrad mit einer ordentlichen Skala feinfühlig einstellen.

Die Rotoren sind mit je 6 Flügeln bestückt. Der mittige Auswurf ist serienmäßig 270° drehbar, was das Einstreuen sehr vereinfacht. Über die Bedienbox lässt sich der Auswurf steuern, um auch die letzte Ecke im Stall noch zu erreichen. Die Wurfweite lag bei rund 11 m. Für eine gleichmäßige Strohverteilung muss man bei tieferen Ställen die Auswurfschute bewegen. Die Übersichtlichkeit ist durch die niedrige Bauweise sehr gut, sowohl zu den Seiten wie auch nach vorne. Hier ist der Duo Compact am besten. Mit dem Gerät sind auch niedrige Deckenhöhen kein Problem, da ist die Laderhöhe eher der begrenzende Faktor.

Gut gefallen hat uns die optionale Wassersprüheinrichtung (1.135 €), die mit drei Düsen am Auswurf arbeitet. Der Staub wird durch das Wasser benetzt und legt sich zügig ab – sehr gut. Auffällig war, dass bei laufendem Gebläse und voller Kratzbodengeschwindigkeit kein Steuern des Auswurfes trotz der ausreichenden Hydraulikleistung des Laders mehr nötig war. Schmihing gibt eine erforderliche Ölmenge von 35 bis 60 l/min an.

Top agrar-Fazit: Der Duo Compact ist unser Favorit, wenn es darum geht, unter beengten Verhältnissen hohe Wurfweiten zu erzielen. Beim Lader reichen mittlere Modelle aus. Mit einem Preis von 18.390 € ist er trotz der umfangreichen Testausstattung aber kein Schnäppchen.

Wurfgebläse Hurricane H XLH: Hoher Durchsatz bei ordentlich Volumen

Das Hurricane H XLH ist das größte, frontangebaute Einstreugerät von Schmihing. Mit seinem Eigengewicht von 1.450 kg eignet sich der Hurricane H XLH nur für Rad- und Teleskoplader ab etwa 6 t. Das zeigt auch der Ölbedarf, den der Hersteller mit minimal 60 l/min angibt. Unsere Testmaschine war mit dem optionalen, schwenkbaren Turm ausgestattet. Standardmäßig gibt es einen festen, hochschwenkbaren Auswurf auf der linken Seite.

Das Gebläse des H XLH arbeitet mit nur einer Wurfturbine mit acht Schaufeln und einer mittig angeordneten, kleinen Schnecke mit vier aufgeschraubten Messern.

Die zwei unterschiedlich großen Walzen sind übereinander angeordnet und lösen das Stroh vor dem Rotor auf. Das Kuppeln an den Radlader läuft genauso wie beim Duo Compact, ebenfalls mit drei Hydraulikverbindungen und einer Elektroverbindung.

Wurfgebläse Hurricane H XLH: Schnell einstreuen

Zum Befüllen schwenkt man die Laderampe herunter und fährt sie wahlweise unter Rund- oder Quaderballen – beides ohne Probleme. Der Behälter misst in der Höhe 1,10 m, in der Breite 1,30 m und in der Läge mit eingeklappter Rampe 2,20 m. Der stufenlos einstellbare Kratzboden ist auch reversierbar.

Die Auflösewalzen arbeiten zuverlässig und befördern das Stroh gleichmäßig zum Rotor. Mit etwas angekippter Laderampe lassen sich auch 2,40 m lange Quader- oder 1,50 m große Rundballen transportieren. Die Steuerung ist dieselbe wie beim Duo Compact. Der drehbare Auswurf ist oben rechtsseitig angebracht und schwenkt 270°. Das hilft beim Einstreuen größerer Buchten bis in die Ecken, wenn man z.B. auf Stichgängen unterwegs ist. Die Wurfweite war im Vergleich die größte. Hier schafften wir ohne Probleme 14 m.

Der Hurricane H XLH ist im Vergleich nicht besonders übersichtlich. Nach vorne sieht man kaum etwas, gerade beim Beladen kann man nur schätzen.

Top agrar-Fazit: Wir sehen den Hurricane H XLH vor allem dort, wo viel Durchsatz wichtig ist, wo auch Rundballen gestreut werden oder mal Ballen mit schlechten Stellen verarbeitet werden. Wer ganze Ballen in offenen Ställen mit tieferen Buchten streuen will und einen passend großen Lader zur Verfügung hat, ist mit diesem Gerät gut beraten.

Alternativ gibt es auch eine im Heck des Schleppers angebaute oder gezogene Variante. In Testausstattung kostet der große H XLH 21.400 €. In Grundausstattung mit festem Auswurf und ohne Ladeklappe sind es 16.220 €.

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